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Aufgespießt: 2012 - ein Rückblick

09.01.2012 | Kommentar

(Helmut Harff / Chefredakteur) Nein, nein, ich weiß schon, dass 2012 erst eine Woche alt ist und ich will den Raabs und Jauchs nicht die Show stehlen. Doch es ist ja ganz witzig, mal der Erste zu sein, der einen Jahresrückblick wagt.

Was ist 2012 denn für ein Jahr? Ein ganz besonderes ist es bisher nicht. Man wundert sich im Süden des Landes, dass es trotz Klimawandel schneit und im Norden über völlig überraschend aufgetretene Winterstürme. In Berlin ist man froh darüber, dass es nicht schneit und die S-Bahn relativ normal unterwegs ist.

Ansonsten herrscht in Berlin - im politischen Berlin - eher Frust denn Lust. Verantwortlich dafür ist aktuell Bundespräsident Christian Wulf. Ich hoffe (eigentlich nicht), dass er das Amt noch inne hat, wenn Sie das lesen. Das Polittheater um die moralische Integrität eines Spitzenpolitikers ist auch nicht neu. Mich erschüttert aber immer wieder, wie wenig die selbst ernannten Eliten von den Fehlern ihrer gescheiterten Vorgänger lernen. Da ist selbst BILD lernfähiger.

In der Politik gibt es auch sonst nicht viel neues. Die CSU feierte sich wie jedes Jahr selbst und die FDP wollte wieder einmal nicht einsehen, dass sie längst überflüssig geworden ist. Wulf und Parteien-Selbstdarstellung haben die Finanz- und Schuldenkrise etwas in den Hintergrund gedrängt. Doch die Themen kommen schneller wieder auf die Titelseiten, als uns allen lieb sein kann.

Die schönste Meldung sollte die der sinkenden Arbeitslosenzahlen sein. Doch ist die Zahl der Menschen, die nur mit Geld vom Staat überleben können, wirklich gesunken? Von geschönten Zahlen ist sicherlich nicht zu unrecht die Rede. Wie hoch die Zahl derjenigen ist, die wirklich von ihrer Arbeit leben können, ist leicht zu beantworten: Es sind die, die in die Arbeitslosenversicherung einzahlen und somit einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erwerben. Bleibt die Frage, warum deren Zahl nicht genannt wird. Vielleicht sollte hier BILD noch einmal auf ihre guten Beziehungen zur Politik verzichten und nachhaken.

Einige Neuerungen beschert 2012 allen Genussmaennern: Wir arbeiten mit Hochdruck an einem Medien-Newsletter. Mit dem wollen wir einmal im Monat alle Interessenten über neue Bücher, DVDs und Blu-rays sowie über neue CDs informieren. Das Anmelden dafür lohnt sich sicherlich! Gespannt ist die Redaktion auf Buch-, CD- und DVD-Rezensionen von Ihnen, liebe Leser und Leserinnen. Wir möchten Sie mehr beteiligen - lassen Sie uns also daran Anteil haben, welche Neuerscheinungen Ihnen gut oder weniger gut gefallen. So können wir einen unsere wenigen guten 2012-Vorsätze umsetzen: Wir wollen viel mehr mit Ihnen kommunizieren.

Schön für mich war in 2012 bisher, dass ich immer noch Lebkuchen habe und trotz Gänsebraten, Schokolade und anderen Leckereien nicht zugenommen habe. Schön ist ebenfalls, dass es jemand gibt, der mich liebt und das ich leben kann. So kann 2012 weitergehen.

Mein Tipp: Lassen Sie sich 2012 nicht durch die ersten wenig gut gelaufenen Tage vermiesen. Denken Sie an Ihren guten Vorsätze und freuen sich darüber, wenn Sie wenigstens einen toll umsetzen können. Sie haben sich nicht vorgenommen? Dann nehmen Sie sich doch noch schnell vor, 2012 zu Ihrem ganz persönlichen Genussjahr zu machen.

 

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