Wie jedes Jahr sind alle Medienmenschen unterwegs, die Menschen herauszusuchen, die aus ihrer Sicht dem Jahr ihren Stempel aufdrückten. Von fast allen wird diese Position Barack Obama zugesprochen. Für genussmaenner.de ist der designierte US-Präsident nicht der Mann, aber der „Gewinner des Jahres“. Für die meisten aus dem Nichts aufgetaucht, konnte der relativ junge Barack Obama mit der für US-Präsidenten so untypischen Hautfarbe einen enormen Karrieresprung machen. Den verdank er einerseits der Schwäche der Bush-Administration und der des republikanischen Gegenkandidaten, andererseits der Kinderfigur „Bob the builder (Bob der Baumeister)“. Dem entlieh er seine Botschaft „Yes we can“. Nicht ganz unschuldig an seinem Erfolg ist sicherlich ebenfalls seine charismatische Frau Michelle.
Ohnehin verdanken die meisten Männern 2008 ihre Erwähnung den hinter ihnen stehenden Frauen – egal ob die noch unter uns weilen oder nicht.
Dies trifft auf unseren „Mann des Jahres“ Horst Seehofer in vollem Umfang zu. Hätte ihn seine Ehefrau den Seitensprung (nebst Kind) nicht verziehen und seine „Zweitfrau“ reagiert wie die Damen aus dem Dunstkreis Boris Beckers (kein Mann des Jahres), so hätte Bayern jetzt einen anderen Ministerpräsidenten und die CSU einen anderen Vorsitzenden. Ohnehin erstaunlich, was die Bayern so mit sich machen lassen.
Den verstorbenen Frauen verdankten Franz Müntefering seinen Titel als „Rückkehrer des Jahres“ und Gold-Gewichtheber Matthias Steiner den des „Mannes der Herzen“. Hinter unserem „Mann des Sports International“, dem achtfachen Gold-Schwimmer von Peking Michael Phelps, stand auf der Tribüne immer Mama Debbie und Schwester Whitney. Hinrich Romeike, unser „Mann des Sports National“ verdankt sicherlich ebenfalls seiner Frau Susanne und denen in seiner Zahnarztpraxis sehr, sehr viel.
Unser „Musiker des Jahres“ ist der Sieger einer britischen Casting-Show Paul Potts.
Eine Frau, Andrea Ypsilanti, ist es auch, die Nochimmer-Hessen-Ministerpräsident Roland Koch den Titel „Aussitzer des Jahres“ und SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel den des „Mannes mit der A…-Karte des Jahres“ bescherte.
Trotz der Automobilkrise war für uns VW-Übernehmer und Porsche-Chef Wendelin Wedeking ebenso ein „Mann des Jahres“ wie Medizin-Nobelpreisträger Harald zur Hausen. Der hatte es auch mit den Frauen, genauer mit deren Gesundheit. Er entdeckte die Viren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen.
Den Titel „Verlierer des Jahres“ teilen sich Ex-CSU-Chef Erwin Huber, der ehemalige Bayern-Ministerpräsident Günther Beckstein (seine Frau Marga wollte auf dem Oktoberfest kein Dirndl tragen) und der ehemalige Postchef Klaus Zumwinkel. Zur Verlierer-Fraktion gehört für genussmaenner.de ebenfalls Franjo Pooth. Der ist jedoch für seine Gattin Verona Pooth ein Mann des Jahres. Frauen haben eben ihren eigenen Blickwinkel.
Der „Vergessene Mann des Jahres“ ist – wie hieß er noch gleich? Ach ja: Kurt Beck.
Ein Ehrenpreis als „Versöhner des Jahres“ geht an Thomas Gottschalk für seinen Umgang mit dem „Verweigerer des Jahres“ Marcel Reich-Ranicki.
















