Container sind groß
(gd) In einem Seecontainer kann man wohnen, duschen, arbeiten oder auf Toilette gehen. Die Möglichkeiten für den Einsatz dieser Standardcontainer sind weit zahlreicher als die verschiedenen Größen: Es gibt ihn in 8, 20 oder 40 Fuß Länge (2,44 m/5,9 m/12,2 m), hoch ist er immer sechs Zoll (2,59 m). In einem 40-Fuß-Container passen maximal 30 Tonnen Fracht. Das sind dann zum Beispiel 267000 CDs, knapp 35000 Gläser Gemüse, 10.000 Paar Damenschuhe, 240 Kühlschränke, 40 Motorräder oder zwei Autos.
Container sind billig
Bis zur Erfindung des Containers war der Seetransport eine teure Angelegenheit: Früher mußten Arbeiter Säcke und Kisten mit Muskelkraft entladen. Seilwinden und Gabelstapler waren die einzigen Hilfmittel. Es konnte manchmal Wochen dauern, bis ein Schiff entladen war. Heute paßt der Standard-Container auf Züge, LKW und Schiffe und ein Kran kann in einer Stunde 40 Container verladen - und ist kein Mitglied irgendeiner Gewerkschaft.
Die Idee hinter dem Container war also ganz klar, die Transportkosten radikal zu senken. Und das hat geklappt: Heute kann man schon für 2.000 EUR einen gefüllten Container von Hamburg nach Shanghai schicken. Die Transportkosten für eine Flasche australischen Wein nach Europa betragen nur 12 Cent und für ein Pfund Kaffee aus Mittelamerika 3 Cent. Das ist konkurrenzlos.
Vietnam brachte den Durchbruch
Erfunden wurde der Seecontainer übrigens von dem Amerikaner Malcom McLean. Er besaß eine Flotte von LKWs und wollte beim Be- und Entladen Zeit und Geld sparen. 1956 packte er zum ersten Mal einen kompletten Container auf ein Schiff und fuhr damit von New Jersey nach Houston.
Erfolgreich wurde die Idee aber erst, als ihn die US-Marine damit beauftragte, die Versorgung der Truppen im Vietnamkrieg zu übernehmen. Das Nachfolgeunternehmen von Mclean heißt heute Maersk Sealand und ist das größte Transportunternehmen der Welt. Es betreibt auch den größten Frachter der Welt, die Emma Maersk: Sie faßt 11.000 Container.
Nach Schätzungen sind derzeit rund 400 Millionen Container auf allen Meeren unterwegs. Und in den nächsten zehn Jahren soll sich deren Zahl mehr als verdoppeln. Einer der Antreiber ist Asien: Von zehn der weltweit größten Häfen liegen acht in China. Und in Singapur werden pro Jahr 25 Millionen Container versandt.
Tanzen im Container
In Berlin gibt es übrigens einen Container-Club. Er heißt Platoon ist in der Hauptstadt gerade schwer angesagt: www.platoon.org

















