(Schokomonk) So oder so ähnlich könnte in naher Zukunft tatsächlich eine Überschrift lauten müssen. Denn es wird diskutiert, geplant und verfasst in Europa. Das ist sicherlich nicht neu. Allerdings geht es dieses mal um die Informationen, die auf Verpackungen stehen sollen.
Wie der geneigte Rückseitenleser von Schokoriegeln bemerkt haben mag, steht da ja schon eine ganze Menge drauf, auf so einer Verpackung. Gewichtsangabe, Herstellername und -kontakt, Zutatenlisten inkl. Zutatenlisten der Zutaten, Allergiehinweise, Mindesthaltbarkeitsdatum, Chargennummer zur Rückverfolgung und Lagerhinweis. Nährwerttabellen sind in Deutschland noch keine Pflicht. Viele der anderen Informationen sind aber im Sinne des Verbrauchers wichtig und durchaus nachvollziehbar. Und das möglichst in vielen Sprachen, wir sind ja in Europa. Da muss eine Verpackung grenzübergreifend verstanden werden können.
Das Europaparlament hat jedenfalls, in Zusammenarbeit mit Experten, über die Lebensmittelinformationsverordnung nachgedacht. Dabei ist vorerst herausgekommen, dass, im Sinne der Vereinheitlichung und Vereinfachung, noch mehr Informationen auf die Verpackung sollen. So z.B. die Nährwerttabelle und weitere Angaben, die zum Teil sogar für jedes Land unterschiedlich aussehen können. Das ist doch mal ein guter Vorsatz für die Umsetzung des europäischen Gedankens. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie eV (BDSI) befürchtet sogar, dass kleine bis winzige Verpackungen zusätzlich einen Beipackzettel benötigen würden. Diese Befürchtung ist sicherlich als Spitze zu verstehen. Ein Beipackzettel würde sicherlich einige Probleme mit dem Platz auf der Verpackung lösen. Aber, doch halt! Richtig! Der Beipackzettel wäre ja IN der Verpackung.... Geht also nicht. Daher müssen wir wohl oder &uu ml;bel das Format vom shokomonk ändern, damit alles drauf passt.
Aber mal ehrlich, wieviel Informationen brauchen wir? Müssen wir durch einen roten Punkt darauf hingewiesen werden, dass der ausschließliche Verzehr von Käseflipps nicht gut für den Vitaminhaushalt ist? Und würden wir, weil eine Birne mit einem grünen Punkt als besonders gesund gekennzeichnet ist, die Finger von den Käseflipps lassen? Oder eher vielleicht eher eine Birne obendrauf essen, um das Defizit auszugleichen? Und dann stellt sich natürlich auch die Frage, welche Markierung wohl ein shokomonk blaubeere bekommen würde...
Und ist es wirklich so überraschend, dass sich beim Blick auf eine Nährwerttabelle von Mäusespeck herausstellt, dass dieser sich nicht als Hauptmahlzeit einer kalorienreduzierten Ernährung eignet? Soll eine farbige Ampelmarkierung plus Nährwerttabelle tatsächlich Deutschland, oder vielmehr Europa, einen wirksamen Adipositas-Schild bieten? Vielleicht. Aber vielleicht könnten das mehr Sportunterricht und weitere bewegungsaktivierende Kultur- und Freizeitangebote auch. Aber es wird ja noch über alles diskutiert, also wissen wir nicht, ob das hier alles auch kommt.
Apropos Wissen. Wir wissen auch nicht, was so in nicht verpackten Lebensmitteln drin ist, und das wird im Übrigen auch so bleiben. Denn es ist unwahrscheinlich, dass der Bäcker von nebenan sein Paderborner Landbrot mit der Zutatenliste tätowiert, geschweige denn in die Unterseite seines Baisers die Nährwerttabelle meisselt. Zweierlei Maß für einerlei Spaß. Aber fragt mal den Bäcker nach seinen Zutaten.
Und dann nach den Nichtzutaten. Jaja. Sowas gibt es. Die sind drin, aber dann wiederum auch nicht. Da diese Nichtzutaten, wie Entkeimungsmittel, Kühl- und Kontakt-Gefriermittel, Treibgase, etc. technologisch nicht mehr wirksam sind müssen sie auch nicht auf Zutatenlisten stehen. Auch wenn sie eigentlich da sind. An dieser Stelle will eine Verwirrung des Verbrauchers durch Überinformation vermieden werden. Irre, was? Aber Pisa sei Dank versteht das eh keiner.
















