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Kostenexplosion beim traditionellen Weihnachtsessen

Deutsche Weihnachtsgans ist am teuersten



Für Familien in Deutschland und Spanien wird das Weihnachtsessen in diesem Jahr besonders teuer, wie ein in 12 Ländern und drei Kontinenten durchgeführter Christmas-Dinner-Vergleich der Social-Investing-Plattform eToro zeigt.

eToro untersuchte die Kosten für traditionelle Weihnachtsgerichte auf Basis der Preise, die in großen lokalen Supermärkten bezahlt werden müssen. Demnach kostet ein typisches deutsches Festtagsessen mit Gänsebraten und Beilagen wie Speck, Äpfeln und Zwiebeln für eine vierköpfige Familie in diesem Jahr stattliche 66,70 Euro. Der größte Kostentreiber ist dabei die Gänsebrust, die mit 56,97 Euro für 3 Kilo zu Buche schlägt. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Preise für das Kilo Gänsefleisch hierzulande annähernd verdoppelt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Siereichen von gestiegenen Energie- und Transportkosten über teureres Futtergetreide wegen des Ukraine-Krieges und massiven Vogelgrippe-Ausbrüchen bis hin zum gestiegenen Mindestlohn in Deutschland.

Am preiswertesten im Ländervergleich ist ein typisches Weihnachtsessen in Rumänien: Sarmale mit Mamaliga (Schweinefleisch und Rinderhackfleisch) mit allen üblichen Beilagen wie Sauerkraut und Maismehl kostet für eine vierköpfige Familie nur 25,90 Euro.

Nur in Großbritannien ist der Truthahn günstig


Während deutsche Familien im eToro-Vergleich die teuersten Weihnachtsessen zubereiten, sind die Kosten in anderen Ländern, die traditionell Truthahn zum Fest essen, ähnlich hoch. Spanische Familien etwa zahlen in diesem Jahr 60,90 Euro für ihr klassisches Weihnachtsessen, das aus Truthahn mit Äpfeln, Rosinen und Zwiebeln besteht. Ein positiver Ausreißer ist das Vereinigte Königreich, denn dort ist der beliebte Truthahn deutlich günstiger. Für ein traditionelles britisches Weihnachtsessen mit Truthahn und den klassischen Beilagen müssen Familien lediglich 32,40 Euro bezahlen. Das ist weniger als die Hälfte des deutschen Festtagsmahls.

Analyst Laidler: "Lebensmittelpreise 2022 weit über die Inflation hinaus gestiegen"

Ben Laidler, Global Markets Strategist bei eToro, kommentiert: "Familien auf der ganzen Welt spüren die Auswirkungen der Lebensmittelpreise, die in diesem Jahr weit über die bereits hohe Inflation hinaus gestiegen sind. Unsere globale Studie zeigt die Auswirkungen, die dies auf das Weihnachtsessen haben wird."

"Die Preisdaten zeigen auch, dass der Inflationsdruck oft lokal begrenzt ist, mit großen Kostenunterschieden zwischen den Ländern, von denen einige direkt aneinandergrenzen. Sicher ist, dass traditionelle Geflügelgerichte – ob Gans oder Truthahn – die Kosten für das Weihnachtsessen in die Höhe treiben, da die Preise unter dem Druck der jüngsten Keulungen durch die Vogelgrippe in ganz Europa stehen. Das könnte die Nachfrage nach preiswerteren Alternativen in der Weihnachtszeit ankurbeln."

Knapp hinter Rumänien können die Haushalte in Polen das zweitgünstigste Weihnachtsessen der untersuchten Länder genießen. Ein typisch polnisches Festtagsessen mit Sauerkraut und Pilzpiroggen kostet eine vierköpfige Familie 30,40 Euro.

Die Preisinflation bei Lebensmitteln ist in diesem Jahr weltweit stark angestiegen. Die jüngste EU-Inflationsrate für Lebensmitteln liegt bei 17,2 Prozent, für das Vereinigte Königreich bei 16 Prozent.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 03.12.2022

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