Gemeinhin kennt man von Werbe- und TV-Frauen so ziemlich jedes Detail, von einigen sogar das Gewicht ihrer Brüste. Vom Gesicht der Erotikmesse „Venus 2010“ (Berlin, 21. bis 24. Oktober) kennt man neben dem Pseudonym Angie Katze so gut wie nichts. Das IT-Girl kommt aus Coburg, ist Steuerfachangestellte und geht gern auf Partys. Einem breiteren Publikum wurde Sie durch Auftritte bei RTL-Punkt9 und RTL-Punkt12 bekannt.
Genussmaenner.de-Chefredakteur Helmut Harff wollte im Gespräch mit Angie etwas mehr über die kleine Katze aus der Provinz erfahren.
Sie sind nicht blond, haben einen Beruf. Was ist es, was Sie so ins Rampenlicht zieht?
Angie Katze:
Ich mache meinen Job und ich möchte ausprobieren, was ich kann. Schließlich kann ich Dinge, die andere nicht können. Ich sehe das alles als eine interessante Herausforderung. Der Rest ist Just for Fun.
Was können Sie, was andere nicht können?
Angie Katze:
Ich komme vom Land und bin auch so. Andererseits bin ich eine Tussi. So kann ich Traktor mit High Heels fahren. Ich bin eben bodenständig und Tussi.
Sie haben sich mit Angie Katze ein Pseudonym zugelegt. Wie kam es dazu?
Angie Katze:
Ich bin ja schon lange im Internet unterwegs. Da wollte ich von Anfang an anonym bleiben, ohne zu wissen, was sich zukünftig ergibt. Ich finde, mein Pseudonym passt zu einer Tussi vom Land.
Demnächst wird von Ihnen auf riesigen Plakaten Busen, Bauch, Po und Beine zu sehen sein. Was von Ihnen werden die Plakatwände nicht zeigen?
Angie Katze:
Da wird nicht viel zu sehen sein. Zumindest nicht mehr als am Strand. Die Bilder sind garantiert jugendfrei. Sonst hätte ich das Ganze gar nicht gemacht. Ich bin ja das Gesicht der Venus 2010. Da muss ich nicht sehr viel Haut zeigen.
Würden Sie mehr Haut zeigen, wenn der Playboy anfragen würde?
Angie Katze:
Das ist alles eine Frage des Preises. Ich will jedoch auf keinen Fall darauf reduziert werden, dass ich meinen Körper herzeige. Für mich wäre ein Shooting für den Playboy nicht der Traum schlechthin.
Was ist der Traum von Angie Katze?
Angie Katze:
Meine Träume sind eher kleiner. Ich möchte als bodenständiges Mädchen das Leben genießen. Andererseits bin ich mit wenig zufrieden. Ich komme aus einer Unternehmerfamilie und denke auch eher als Geschäftsfrau. Ich investiere mein Geld lieber, als es einfach so auszugeben. Sicherlich gönne ich mir auch etwas Luxus. Doch das darf ich auch, schließlich habe ich mir alles selber erarbeitet. Da war kein Mann im Hintergrund. Ich bin ehrgeizig genug, alles aus eigener Kraft zu schaffen. Dazu habe ich ja auch noch einen Beruf, der mir Spaß macht.
In einer Pressemitteilung der Venus werden Sie als bekannte Persönlichkeit bezeichnet. Können Sie sich wirklich mit Frauen wie Naddel, Sylvie van der Vaart, Verona Pooth vergleichen?
Angie Katze:
Ich brauche mich nicht zu vergleichen. Ich bin jetzt seit vier Monaten dabei und werde bereits auf der Straße erkannt. Das geht bei mir also wesentlich schneller, als bei anderen.
Wie ist es, erkannt zu werden?
Angie Katze:
Ich finde es gut, erkannt und angesprochen zu werden. Einige, die mich erkennen, schämen sich, mich anzusprechen, andere sind erstaunt, mich zu sehen. Weniger angenehm sind die, die hinter meinem Rücken reden. Doch zumeist sehe ich das ja nicht. Insgesamt ist das Feedback nach den ersten Auftritten im Fernsehen sehr positiv. Das freut mich.
Wichtige Leute tauchen bei Wikipedia auf. Ich habe Sie dort nicht gefunden. Sind Sie doch noch kein Promi-Girl?
Angie Katze:
Da hängt Wikipedia wohl etwas hinterher. Nicht gut für die.
In der schon angesprochenen PR-Meldung ist davon die Rede, dass Sie sich begleitet von Fernsehkameras einer Schönheits-OP unterziehen wollen. Was muss bei Ihnen in diesen jungen Jahren schon repariert werden und wozu das vor der Kamera?
Angie Katze:
Ich würde mich bei einer solchen Schönheits-OP von einem Kamerateam begleiten lassen, dazu stehe ich. Bei mir ginge es um eine Fettabsaugung. Doch ich probiere es erst einmal mit viel Sport meine sechs bis acht Kilo zuviel in den Griff zu bekommen. Dazu habe ich jetzt auch einen Personaltrainer an meiner Seite.
Wie sieht das Training aus?
Angie Katze:
Ich schwimme, fahre Rad und Inliner. Außerdem steht zwei bis drei Mal die Woche Krafttraining auf dem Programm.
Was gibt es beim Venus-Gesicht 2010 noch zu korrigieren?
Angie Katze:
Ich bin mit meiner fraulicheren Figur sehr zufrieden. Ich möchte mich auch nicht verbiegen lassen, stehe zu meinem Kurven. Wäre der Winterspeck nicht, würde ich mich als perfekt bezeichnen, was meine Figur betrifft. Ich bin der Überzeugung, dass wir zu unseren kleinen Unzulänglichkeiten stehen sollten. Das macht uns ja erst einzigartig.
Sie propagieren eine frauliche Figur. Sehen Sie sich als Trendsetterin?
Angie Katze:
Ja, vielleicht. Ich will das nicht sein, will mich nur nicht verbiegen lassen. Ich wurde ja schon als fettleibig beschimpft. Doch das ist mir egal.
Frauen, die mit sehr viel Hauteinsatz Karriere machen wollen, werden auch Jahre später sehr oft genau darauf reduziert. Haben Sie davor Angst?
Angie Katze:
Nein, denn ich habe mehr zu bieten als meine nackte Haut. Ich mache viele andere Sachen, beispielsweise im Fernsehen. Mehr kann ich dazu noch nicht sagen, ansonsten werde ich vertragsbrüchig.
Sie sind Steuerfachgehilfen. Wie geht das mit einer Fernsehkarriere zusammen?
Angie Katze:
Ich gehe wirklich noch Arbeiten. Meine anderen Termine lege ich so, dass beides möglich ist. Fernsehen ist ja nicht alles, was ich mache.
Was dürfen wir noch erwarten?
Angie Katze:
Ich bereite gerade meine eigene Mode-Kreation vor. Trage meine Mode auch selber. Die ersten Teile werden bereits angefertigt.
Wenn irgendwann in 20 Jahren aus Angie Katze eine erfahrene Frau geworden ist, wer und was wird diese Frau sein?
Angie Katze:
Ich bleibe mit Sicherheit bodenständig, ehrgeizig, intelligent und etwas verrückt. Ich werde in 20 Jahren sagen können, dass ich alles aus eigener Kraft erreicht habe. Ich will nicht Danke und Bitte sagen müssen. Ansonsten habe ich keine übertriebenen Erwartungen. Es kommt, wie es kommt.
Wenn Sie solche Fragen wie die eben gestellten beantworten müssen, wie amüsiert sind Sie in Ihrem Inneren darüber?
Angie Katze:
Ich habe viel Sinn für Humor, finde die Arbeit mit der Presse zum Teil sehr amüsant. Journalisten sticheln schon mal gern, doch das muss ja auch so sein.
















