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26.06.2017

 

 

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Aral-Studie: Das Traumauto der Deutschen

In Deutschlands Autohäusern kündigt sich eine Trendwende an. Das ergab die zum fünften Mal aufgelegte Aral Studie „Trends beim Autokauf“. Der Autohandel kann nach Jahren der Kaufzurückhaltung endlich wieder mit einem gestiegenen Interesse an neuen Fahrzeugen rechnen. Zuversicht darf die Branche zudem aus einer sinkenden Rabatterwartung schöpfen. Allerdings ist der Himmel über dem Handel nicht wolkenlos. Noch nie war die Neigung enttäuschter Kaufinteressenten so groß, zu einer anderen Marke zu wechseln.

Das könnte auch Volkswagen zu spüren bekommen, denn beim Branchenprimus fiel das Kaufinteresse. Die Konkurrenz mit dem größten Eroberungspotenzial stammt dabei aus dem eigenen Haus. Dennoch verteidigte VW klar die Position als Nummer eins. Beim Umweltimage gelang den Wolfsburgern das nicht: Toyota eroberte die Führung zurück. Gleichzeitig machten BMW, Mercedes und Audi enorme Fortschritte. Auswirkungen auf den Verkauf wird das jedoch kaum haben, denn eines hat die aktuelle Erhebung bewiesen: Das Interesse am Umweltschutz hat für den Autokauf nur noch wenig Relevanz. Das Interesse am Elektroauto hat sich innerhalb von zwei Jahren merklich abgekühlt.

Acht Punkte mehr

Es ist mehr als nur Licht am Ende des Tunnels: 26 Prozent der Befragten planen den Kauf eines Neu-, Jahres- oder Gebrauchtwagens. Gegenüber der jüngsten Befragung (2009) entspricht das einem Plus von acht Prozentpunkten. Es ist nicht nur der größte Anstieg in der Geschichte der Studie, sondern gleichzeitig auch eine Umkehr des Trends. 23 Prozent der Frauen planen einen Autokauf. Vor zwei Jahren interessierten sich lediglich 14 Prozent für ein anderes Fahrzeug. Überdurchschnittlich stark wuchs auch das Interesse der jüngsten Käuferschicht zwischen 18 und 39 Jahren. 30 Prozent der Befragten können sich jetzt einen Autokauf vorstellen – vor zwei Jahren waren es nur 21 Prozent. Ein wachsendes Interesse belegt die Studie in allen Vergleichsgruppen, denn auch bei den Männern steigerte sich der Anteil der Kaufinteressenten von 22 auf 28 Prozent und bei den älteren Teilnehmern ab 40 Jahren von 17 auf 23 Prozent.

Das Interesse für einen Neuwagen steigt von acht auf elf Prozent und parallel dazu wächst der Wunsch nach einem Jahreswagen von sechs auf neun Prozent. Bei den Neufahrzeugen sind es erneut die Frauen, die für Impulse in den Autohäusern sorgen. Das Interesse an einem Neuwagen verdoppelte sich von fünf auf neun Prozent nahezu. Jahreswagen finden dagegen bei beiden Geschlechtern gleichermaßen Anklang.

VW: Nummer 1

Volkswagen ist weiterhin die unangefochtene Nummer eins, wenn es um die Kaufabsichten in den nächsten 18 Monaten geht. 19 Prozent der Kaufinteressierten wollen beim nächsten Autokauf einem Modell der Wolfsburger den Vorrang geben. Allerdings büßte VW im Vergleich zur Befragung 2009 jetzt drei Prozentpunkte ein. Die Gründe für das sinkende Interesse muss VW bei der Konkurrenz im eigenen Haus suchen: Die abwandernde VW-Käuferschaft interessiert sich vor allem für die Konzernschwestermarken Skoda und SEAT. Während die Kaufabsicht bei SEAT auf bescheidenem Niveau von 0 auf zwei Prozent stieg, verbuchte Skoda die höchste Steigerungsrate aller abgefragten Marken. Innerhalb von zwei Jahren stieg der Anteil der Skoda-Interessenten von drei auf sieben Prozent. Audi stagniert dagegen bei sechs Prozent.

Opel schlüpft mit einem geringen Anstieg von acht auf neun Prozent in die Rolle des Kronprinzen. Mercedes stagniert bei acht Prozent und muss den bislang geteilten zweiten Platz abgeben. Jetzt müssen sich die Stuttgarter den dritten Podiumsplatz mit BMW teilen, denn die Münchener verbuchen einen Anstieg des Kaufinteresses von sechs auf acht Prozent. Hinter Mercedes und BMW reihen sich Ford (von sechs auf sieben Prozent) und Audi (sechs Prozent) ein. Die Importeure aus Japan verteidigen einen Anteil von insgesamt 16 Prozent, während die Franzosen mit einem Zuwachs von sieben auf neun Prozent Boden gutmachen.

Limousine verliert, Schwarz punktet

Die klassische Limousine verliert seit 2005 kontinuierlich in der Gunst der potenziellen Käufer, behauptet aber einen knappen Vorsprung auf die Konkurrenz als weiterhin wichtigste Karosserieform. Zwei Prozentpunkte von 31 auf 29 Prozent büßte die Limousine ein. Die Gewinner der Abwrackprämie 2009 waren Kleinwagen, doch trotz des Auslaufens der staatlichen Unterstützung verteidigt dieses Segment seinen hohen Marktanteil und gibt im Vergleich zur Befragung im Jahr 2009 nur einen Prozentpunkt von 18 auf 17 Prozent ab. Die Erfolgsgeschichte des Coupés war offenbar nur eine Modeerscheinung, denn nach elf Prozent vor zwei Jahren würden sich heute nur noch vier Prozent für diese Karosserievariante entscheiden.

Schwarz und Silber sind gleichauf, denn der bisherige Spitzenreiter Schwarz büßt zwei Prozentpunkte auf 24 Prozent ein, während Silber um vier Prozentpunkte auf ebenfalls 24 Prozent zulegt. Hinter dem Spitzenduo dominieren weiterhin dezente Töne. Blau legt leicht von elf auf 13 Prozent zu und Anthrazit steigert seinen Anteil von neun auf zehn Prozent. Den größten Sprung macht Grau von zwei auf fünf Prozent. Rot verliert dagegen von zehn auf neun Prozent. Viele Automobilhersteller präsentierten in den vergangenen Jahren ihre Neuvorstellungen in Weiß und das zeigt Wirkung: Der Anteil der Modefarbe steigt erneut von sieben auf acht Prozent. Einen deutlichen Anstieg verzeichnen Metallic-Lackierungen. Die Steigerung von 53 auf 73 Prozent belegt die Bereitschaft, mehr zu investieren.

Umwelt sinkt

Der CO2-Ausstoß verliert als wichtiges Kriterium beim Autokauf an Bedeutung. Vor zwei Jahren waren die Emissionen noch für 59 Prozent der potenziellen Käufer wichtig oder sehr wichtig, jetzt beträgt dieser Anteil nur noch 47 Prozent. Gleichzeitig verdoppelte sich der Anteil derer, die die CO2-Emissionen für völlig unwichtig halten, von drei auf sechs Prozent. Parallel dazu sinkt auch die Neigung, für verbrauchsarme Fahrzeuge mehr zu bezahlen – für 45 Prozent der Befragten kommen Mehrkosten nicht in Frage. Bei der Befragung im Jahr 2009 standen nur 28 Prozent der Teilnehmer möglichen Mehrkosten völlig ablehnend gegenüber. Bei den Zahlungswilligen stieg dagegen die Bereitschaft, deutlich mehr zu bezahlen: 57 Prozent würden 1.000 Euro oder mehr ausgeben; 2009 waren es nur 28 Prozent. 91 Prozent der Befragten könnten sich mit einem Mehrpreis von immerhin 500 Euro anfreunden. 17 Prozent der Befragten würden sogar einen Aufschlag von mehr als 1.500 Euro akzeptieren.

Die Euphorie der Wachstumsphase ist bei Autogas und Erdgas verflogen: Hier wächst vor allem der Anteil derjenigen, die dem Antrieb neutral gegenüberstehen. Die anhaltende Debatte um die Einführung des neuen Ottokraftstoffs Super E10 mit einem zehnprozentigen Bioethanol-Anteil beeinflusst die Einstellung der Studienteilnehmer zu Bioethanol und auch Biodiesel. Beide alternativen Kraftstoffe werden deutlich schlechter beurteilt als noch vor zwei Jahren. Beim Elektromotor stagniert die Erwartungshaltung nahezu: Jetzt trauen dem Stromer 68 Prozent der Befragten einen sehr großen oder großen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen zu – vor zwei Jahren waren es 70 Prozent. Vergleicht man alle Antriebssysteme, so ordnen die Autokäufer dem Elektromotor das größte Potenzial in puncto Umweltschutz für die nächsten zehn Jahre zu. Auf den nächsten Plätzen folgen Hybridmotoren (62 Prozent) und Wasserstoffaggregate (55 Prozent).

Elektroauto als Erstwagen

Das Interesse am Elektroauto nahm innerhalb von zwei Jahren deutlich ab. Nur noch 28 Prozent der Befragten können sich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen. Vor zwei Jahren waren es noch 36 Prozent. Dem Elektroauto wird das größte Einsparpotenzial bei den CO2-Emissionen in den nächsten zehn Jahren zugetraut. Interessierte Autofahrer sehen das Elektroauto nicht als Ergänzung, sondern als Erstwagen. Entsprechend groß sind die Erwartungen an die Alltagstauglichkeit. 80 Prozent der potenziellen Käufer erwarten eine Mindestreichweite von 300 Kilometern – neun Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren. Der rechnerische Mittelwert liegt sogar bei 409 Kilometern. Auch bei der Preiserwartung liegen der Stand der Technik und die Erwartungshaltung der Autofahrer noch Welten auseinander: Kunden rechnen mit einem Preis von durchschnittlich 22.309 Euro. Das sind rund 2.000 Euro weniger als vor zwei Jahren. Laut Report der Deutschen Automobil Treuhand GmbH zahlt der durchschnittliche Käufer in Deutschland für einen Neuwagen aktuell 26.030 Euro – und das ohne Aufpreis für die neue Elektrotechnologie. Das Elektroauto wird erst dann für eine breite Käuferschicht interessant, wenn die Fahrzeuge auf fast allen Gebieten eine gleichwertige Alternative zu konventionell angetriebenen Automobilen darstellen.

Auto des Jahres

Mit den Erhebungen zu den Trends beim Autokauf zeichneten die Studienteilnehmer ein klares Bild ihres Wunschautos für die kommenden 18 Monate. Der Traum auf Rädern ist schwarz, gehört zu einem klassischen Fahrzeugsegment und wird voraussichtlich von Volkswagen stammen. Ferner zeigt die Studie auch die Trends und Segmente, die für den Autokauf an Bedeutung zunahmen. Das Wunschauto des Jahres 2012:

VW-Limousine mit Ottomotor für 25.962 Euro das Auto des Jahres – Skoda, Kombis, die Farbe Weiß und mehr Ausstattung liegen im Trend. Die Zulassungszahlen des vergangenen Jahres belegen, dass es sich dabei eindeutig um einen Einmaleffekt handelte, denn ohne die Abwrackprämie in einem normalen Marktumfeld kletterte der Dieselanteil wieder auf 41,9 Prozent. Trotz dieser Erholung ist die Zeit des Dieselbooms vorbei. Lässt man die Zahlen des Ausnahmejahres 2009 außen vor, so ergibt sich seit dem Top-Jahr 2007 eine negative Tendenz. In den Bestandszahlen der zurückliegenden fünf Jahre macht sich dennoch der vergleichsweise hohe Dieselanteil bemerkbar, denn erstmals sind auf Deutschlands Straßen mehr als elf Millionen Pkw mit Dieselantrieb unterwegs.

Nach den rückläufigen Zahlen der vergangenen Jahre registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) auch erstmals wieder mehr Fahrzeuge mit Ottoantrieb und einen Anstieg um mehr als 500.000 Fahrzeuge. Auch alternative Antriebe sind weiterhin auf Wachstumskurs – allerdings auf sehr bescheidenem Niveau. Beim Autogas zeichnet sich eine Marktsättigung ab. Während sich die Bestandszahlen zwischen 2006 und 2009 jährlich noch fast verdoppelten, stieg die Zahl zwischen 2010 und 2011 nur noch um knapp 50.000 Fahrzeuge oder gut 13,3 Prozent auf 418.659 Autos. Die Zahl der alternativen Antriebe im Fahrzeugbestand summiert sich auf lediglich 1,2 Prozent.

Text: Erwin Halentz
Grafiken: Aral

 


Veröffentlicht am: 19.08.2011

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