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27.03.2017

 

 

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KÜS: Mängelliste weiterhin hoch

Die Prüforganisation KÜS mit Hauptsitz im saarländischen Losheim legt auch im ersten Halbjahr 2011 bei den Hauptuntersuchungen (HU) zu und erreichte ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das entspricht einer Zunahme von 57.000 HU. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 1.364.554 HU von der KÜS vorgenommen. Darüber informierte Bundesgeschäftsführer Peter Schuler auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main zur 64. Automesse IAA 2011.

Mängelbilanz 2000 und 2010

In den vergangenen zehn Jahren fuhren rund 20 Millionen Fahrzeuge in die Prüfhallen und an die Prüfstützpunkte der KÜS zur HU. Zehn Jahre sind in einem Autoleben ein nicht unerheblicher Zeitraum. Wenn das Fahrzeug technisch gut in Schuss und ohne Unfall bis dahin im Straßenverkehr bewegt wurde, ist es vier Mal zu einer HU vorgefahren. Dabei wurden von den Prüfingenieuren mehr oder weniger gravierende Mängel notiert. Unterschieden wird in einem solchen Zahlenwerk zunächst einmal nach der sogenannten Schwere der Mängel. Man kennt die Einstufungen „Ohne festgestellte Mängel“ (OM), „Geringe Mängel“ (GM), „Erhebliche Mängel“ (EM) und „Verkehrsunsicher“ (VU).

Im Jahr 2000 waren bei den HU der KÜS 51,37 % der Fahrzeuge ohne festgestellte Mängel, zehn Jahre später 53,61 %. Es ist also hier eine Zunahme der mängelfreien Fahrzeuge von 2,24 % in den letzten zehn Jahren zu verzeichnen. 28,73 % der Fahrzeuge wurden 2000 mit dem Resultat „Geringe Mängel“ geprüft, 28,29 % waren es in 2010 – also fast keine Änderungen. Eine leichte Änderung zum Positiven gab es bei den Fahrzeugen mit erheblichen Mängeln. In diesem Bereich geht es schon handfest um die Fragen der Verkehrssicherheit des Fahrzeuges. Im Jahr 2000 bestätigten die Prüfingenieure der KÜS 19,86 % der Fahrzeuge „Erhebliche Mängel“, zehn Jahre später wurden noch 18,08 % notiert. Das entspricht einer geringfügigen Verbesserung von 1,78 %. Verkehrsunsicher waren nach den Erhebungen der KÜS im Jahre 2000 exakt 0,04 % der Fahrzeuge, im Jahr 2010 waren es 0,03 %.

Wenn es um die Art der Mängel geht, so gab es Änderungen in verschiedenen Richtungen. Im Jahr 2000 wurde die Negativbilanz der Mängelgruppen angeführt von den Lichttechnischen Einrichtungen mit 23,37 %. Auch im Jahr 2010 stellte die Fahrzeugbeleuchtung mit 28,27 Prozent das größte Problem bei der HU dar, immerhin mit einer Steigerung von 4,90 %. Auf dem zweiten Rang folgten im Jahr 2000 und im Jahr 2010 die Mängel an der Bremsanlage. 19,91 % zu 18,66 % lautet hier der Vergleich, also immerhin eine geringe Verbesserung von 1,25 Prozent. Umweltbelastung heißt die Mängelgruppe auf dem dritten Platz in den Jahren 2000 und 2010. 16,02 % waren es 2000, 14,87 % im Jahre 2010, also eine Abnahme von 1,15 %.

Die Mängelgruppe Umweltbelastung beschreibt den Zustand der Abgasanlage und umfasst die Abgasuntersuchung sowie Undichtigkeiten am Motor und dessen peripheren Aggregaten. Rang vier bei der Häufigkeit der Mängel wird belegt mit den Mängeln an Achsen/ Räder/Reifen/Aufhängung mit 14,25 % im Jahr 2000 und 13,91 % in 2010, auf Rang fünf findet man Fahrgestell/ Rahmen mit 11,73 % in 2000 und 12,13 % im Jahr 2010. Die Mängelgruppe Sichtverhältnisse, also der Zustand der Scheiben, der Wisch-/Waschanlage oder der Rückspiegel, belegt den sechsten Rang in der Mängelbilanz, mit 6,77 % im Jahre 2000 und mit 6,37 % zehn Jahre später.

Wenn es um die Lenkanlage geht, hier wurden die Plätze sieben und acht in der Negativparade der Fahrzeugmängel getauscht. Platz acht war es mit 3,34 % im Jahr 2000, Platz sieben mit 3,18 % im Jahre 2010, also keine wirklich gravierende Änderung. „In zehn Jahren Fahrzeugüberwachung gleichen sich die Statistiken der Mängel sehr, von einigen geringfügigen Änderungen einmal abgesehen. Eigentlich müsste man davon ausgehen, dass sich hier mehr getan hat. Aber es geht bei dieser Frage nicht nur um die Entwicklung und den Bau von Fahrzeugen, sondern insbesondere auch um das Thema Wartung und Pflege“, so Dipl.-Ing. Christoph Diwo. Für ihn, den Technischen Leiter der KÜS, zeige dieses Ergebnis aber auch die absolute Notwendigkeit der periodischen technischen Überwachung von Fahrzeugen.

Mängel konkret im Zehnjahresvergleich

Wenn man in den Statistiken der KÜS die Mängel nach ihrer ganz konkreten Bezeichnung auswertet, stößt man oft auf sehr interessante Entwicklungen. Eine Rangliste der Top 50 aus dem Jahre 2000, verglichen mit der des Jahres 2010, brachte einige interessante Änderungen in den Mängelbildern hervor. Die KÜS hat die Höhepunkte jetzt aufgelistet. 99-mal pro durchgeführte 1.000 HU stand der Ölverlust an Motor und Getriebe im Jahre 2010 als Mangel in den Prüfberichten der KÜS. Genau 99-mal war Ölverlust auch zehn Jahre vorher der Spitzenreiter. Erstaunlich, hier hat sich in all den Jahren nichts geändert. Ähnlich hartnäckig blieben die acht beanstandeten Rückstrahler erhalten, im Jahre 2000 wie im Jahre 2010.

Beim Thema Korrosion am Rahmen und tragenden Teilen erwartet man eigentlich im Laufe der Jahre Besserung. Die Zahlen der KÜS zeigen ein anderes Bild. Waren es pro durchgeführte 1.000 Hauptuntersuchungen im Jahre 2000 noch 58 Mängeleintragungen, so notierten zehn Jahre später die Prüfingenieure diesen Mangel 98-mal. Verschlechterungen gab es aber auch bei den Bremsscheiben und Bremstrommeln. Hier stieg die Zahl der Mängeleintragungen von 23 im Jahr 2000 auf 43 im Jahr 2010. Mehr als verdoppelt hat sich die Mängelzahl pro durchgeführte 1.000 HU bei den Federn und Stabilisatoren an der Vorderachse, hier geht der Anstieg von 10 Eintragungen in 2000 bis zu 28 in 2010. Die gleichen Teile an der Hinterachse schneiden noch schlechter ab, hier waren es im Jahr 2000 sechs negative Eintragungen im Prüfbericht und 2010 17, fast das Dreifache. Wirklich kein Highlight sind die Ergebniszahlen beim Abblendlicht. 31-mal notierten die Prüfingenieure einen Mangel im Jahr 2000, zehn Jahre später wurde das Abblendlicht 71-mal beanstandet.

Dass es aber auch eine Wende hin zum Guten in der Mängelbilanz gibt, zeigen einige positive Beispiele der KÜS-Statistik. Ein Klassiker, die Bemängelung der Bremsschläuche vorne, hat etwas an Schrecken verloren. Von 35 negativen Prüfungen im Jahre 2000 ist die Zahl zurückgegangen auf 25 im Jahre 2010. Eine positive Entwicklung im Sinne der Verkehrssicherheit. Wenn wir gerade bei der Bremse sind: Die Feststellbremse wurde von der KÜS im Jahre 2000 pro durchgeführte 1.000 Hauptuntersuchungen 23 negativ beurteilt, im Jahre 2010 nur noch 15-mal. Einiges getan hat sich auch bei der Bereifung. 26 Fahrzeuge bekamen bei der Hauptuntersuchung im Jahre 2000 die zu geringe Profiltiefe als Mangel bescheinigt, 21 waren es noch im Jahr 2010, Schäden an der Bereifung als Mangel gab es 2000 25-mal, zehn Jahre später nur noch 11-mal. „Es zeigt sich, dass die Automobilhersteller und Zulieferer auf die von uns gemeldeten Mängel reagieren. Dadurch werden einige Probleme nachhaltig abgestellt“, so Diwo.

Mehr Chancen für Sachverständige mit KÜS Automotive

Mit der Gründung der KÜS Automotive GmbH kann die Prüforganisation ihren Anteil an den Schaden- und Wertgutachten stark erhöhen. Mit einem bundeseinheitlichen Gutachten, das durch ein ebenfalls einheitliches Layout als Warenzeichen an den Markt kommen wird, werden die KÜS-Sachverständigen eine starke Position in diesem Tätigkeitsbereich einnehmen können. Alle, die mit dem Gutachten zu tun haben, vom geschädigten Kunden über Werkstätten, Rechtsanwälte und Versicherungen, werden sich in dem einheitlich gestalteten Gutachten problemlos zurechtfinden. Damit wird Transparenz geschaffen, was zu einer schnelleren Anerkennung und somit auch zu einer zeitnahen Regulierung führen wird.

Dass das Gutachten nach KÜS Automotive ein Qualitätsgutachten wird, dafür sorgt die aktuell positiv erfolgte Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2008. Das Qualitätsmanagement von KÜS Automotive ist somit anerkannt. Zusätzlich begleitet das Deutsche Institut für Qualitätsförderung (DIQ) die Entwicklungs- und Testprozesse bei KÜS Automotive. Für die schnelle Bearbeitung der Gutachten sorgt eine gemeinsame Arbeitsplattform im Internet. Es werden alle Beteiligten den aktuellen Stand im Gutachtenvorgang einsehen und bearbeiten können. Das Ziel ist die Steigerung der Qualität und zusätzliche Zeitersparnis. „Hier entsteht erstmals in einer Organisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger ein effizientes System, das zu einer Steigerung der Marktanteile im Gutachtenbereich für die KÜS-Partner führen wird“, sagt Peter Schuler über das neue Dienstleistungsangebot für die Partner der KÜS. Das Know-how und die hocheffektiven Arbeitswege, die die KÜS zu einer starken Organisation in der gesetzlich geregelten Fahrzeugüberwachung gemacht haben, werden genutzt für die Entwicklung und das alltagstaugliche Arbeiten mit KÜS Automotive.

Text: Erwin Halentz
Fotos: KÜS & Erwin Halentz

 


Veröffentlicht am: 16.09.2011

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