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21.07.2017

 

 

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Wissen schmeckt, Nichtwissen schmeckt besser

Seit einigen Monaten plärren Verbraucherschutz und Politik, dass bei Lebensmitteln mehr Klarheit und Information herrschen muss. Der aufgeklärte Verbraucher will und soll alles wissen, damit die Industrie kein Schindluder mit Nahrungsmitteln betreiben kann.

Der Konsument soll hundertprozentig die Zutaten, die Verarbeitung und die lebensverlängernde Wirkung eines jeden Lebensmittels nachvollziehen können. Die in den vergangenen Newslettern erwähnte Seite "lebensmittelklarheit.de" wurde als Sprachrohr zum Schutz des Verbrauchers extra hierfür eingerichtet und hatte laut Medienberichten Zugriffszahlen, die sogar Marcel D'Avis in die Knie gezwungen haben.

In die Knie wurde jetzt wohl aber auch der Verstand des Konsumenten gezwungen. Denn mit dem Argument der geistigen Überforderung ist jetzt eine neue Aromenverordnung verabschiedet worden. In dieser Verordnung heißt es nun, dass die Aromen in der Zutatenliste nicht mehr mit "naturidentisch", "natürlich" oder "künstlich" gekennzeichnet werden müssen. Hier braucht nur noch Aroma stehen. Keine Details mehr. Wo bislang immer mehr Informationen in die Zutatenliste gequetscht wurden, wird hier bei den Zusätzen einfach was unter den Tisch fallen gelassen.

Paradox, paradox, meint der argwöhnische Zutatenlistenlektor. Und er hat Recht. Der Grund für diese Gesetzesänderung ist nämlich, dass die Käufer ihren raison d'etre vernachlässigt haben. Produkte, auf denen Aromen nicht mit "natürlich" gekennzeichnet waren, wurden weniger bis gar nicht mehr gekauft. Das wollen weder die Verbraucherministerin noch die Hersteller. Denn wo kein Kauf, da keine Kohle. Also hat man, weil der Verbraucher ja so verwirrt war von der Unterscheidung zwischen natürlich und naturidentisch, beschlossen, diese verwirrenden Attribute wegzulassen. Wenn es nicht da steht, dann kann man es auch nicht hinterfragen ist hier wohl die Devise.

Aber, was soll's. Auf der vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit einer knappen Million Euro geförderten Internetplattform ist ja noch genug Raum für Aufklärung. Da wird auch erklärt, dass Haselnuss-Schnitten kein gesundheitlich wertvolles Lebensmittel sind, und das obwohl da Getreide und Haselnüsse auf der Verpackung sind. Und das es sinnvoll ist, die Zutatenliste vor dem Kauf zu lesen und sich nicht hinterher über den Inhalt zu beschweren. Dafür steht sie doch in aller Ausführlichkeit auf dem Produkt. Oder ist es doch zu viel Information?

Erstaunlich ist, dass Verbraucher von der Frontseite Rückschlüsse auf den Inhalt ziehen, dann aber enttäuscht sind, dass das Produkt zwar schmeckt, aber die Zutaten nicht ihren Erwartungen entsprechen. Das ist irgendwie wie Boot kaufen und sich dann darüber zu beschweren, dass Wasser nass ist. Sollte es dann verboten sein, eine Zitrone auf Zitronenlimonade abzubilden, obwohl keine Zitrone drin ist? Dürfen wir dann über Leute lachen, die Fanta für Saft halten. Sollte es verboten sein, auf dem Kokosriegel vom shokomonk eine halbe Kokosnuss abzubilden, obwohl nur Raspeln enthalten sind, die zusammengelegt keine halbe Kokosnuss ergeben?

Was erwarten wir von so einer Verkaufsverpackung eigentlich? Dass wir erfahren, was wir da kaufen, oder? Und das geht am besten durch die Zutatenliste. Denn die meisten Beschwerden beziehen sich auf enttäuschte Erwartungen, nicht auf fehlerhafte Zutatenlisten. Die Mühe des Lesens müssen wir uns also machen. Und mal ehrlich, wieviele neue Produkte kaufen wir beim Wocheneinkauf. Sind das jedes Mal andere? Wir müssen also eigentlich nur ein Mal die Zutaten lesen und dann entscheiden, ob wir das Produkt kaufen oder nicht. Und diese Entscheidung kann dann ja eine Zeit lang anhalten. Wir müssten also eigentlich einfach nur bewusster einkaufen gehen und vielleicht nicht immer nur das Billigste aus dem Restpostenkorb des Discounters nehmen. Dann können wir sicherlich auch bewusster genießen.

Der shokomonk verarbeitet überwiegend natürliche Produkte, soweit Qualitäts- und Geschmacksansprüche dies zulassen. Aber wir müssen gestehen, dass unsere Bonbonstückchen der Sorte Poprocks nicht an den Brausebüschen in Prickelton wachsen. Die sind nicht natürlich. Wir entschuldigen uns bei allen, die sich getäuscht gefühlt haben. In diesem Sinne.

Goldaroma

Egal, wie nun die Aromen gekennzeichnet werden sollten, der shokomonk verarbeitet seine Zutaten jedenfalls so gut, dass er zum dritten Mal in Folge mit dem Landesehrenpreis ausgezeichnet worden ist. Dieser wird vom Land Nordrhein-Westfalen an Unternehmen verliehen, die sich in besonderem Maße um die Herstellung von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln verdient gemacht haben. Zwar gab es auch dieses Jahr keine echte Medaille, aber die Urkunde schmeckt fast genauso gut.

Quelle: Shokomonk/Kai Schauer

 


Veröffentlicht am: 31.10.2011

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