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24.05.2017

 

 

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Spikereifen: Wie auf Schienen über Schnee und Eis

Sind Straßen, Schotterwege und Trails mit Schnee und Eis bedeckt, reicht die Traktion herkömmlicher Reifen nicht aus, um für genügend Vortrieb, Kurvenhalt und Bremsverzögerung zu sorgen. Abhilfe schaffen Spikereifen, deren spitze Metallstifte sich in den gefrorenen Untergrund bohren und so die Haftreibung erhöhen. Diese Art von Winterreifen ist (im Gegensatz zum Auto) beim Fahrrad nämlich erlaubt.

Spikes im Alltag


Spikereifen gehören heute zum Standardsortiment des Fachhändlers und sind in nahezu allen gängigen Radgrößen erhältlich. So lässt sich fast jede Fahrradgattung für den Einsatz auf Schnee und Eis präparieren. Selbst für Kinderräder und -anhänger sind die spitzen Pneus erhältlich. Auch bei den immer beliebteren Elektrobikes ist Bodenhaftung alles: „Die höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten eines E-Bikes verlangen vom Reifen kompromisslosen Grip – Spikereifen sind da unverzichtbar“, empfiehlt Heiko Müller vom Radhersteller riese und müller.

Fast schon ein Klassiker unter den Reifenmodellen ist der „Marathon Winter“ vom Hersteller Schwalbe. Hier sorgen 240 Spikes für Haftung auf Schnee und Eis. „Am besten greifen die Spikes, wenn der Reifen mit dem Mindestdruck um die 2,5 Bar aufgepumpt wird“, empfiehlt Schwalbe-Geschäftsführer Frank Bohle in einer Pressemitteilung. Der empfohlene Luftdruck ist jeweils auf der Reifenflanke angegeben. „Bei trockenem Wetter sollte der Reifen mit rund fünf Bar stramm aufgepumpt werden. Dann berühren die Spikes nur in den Kurven die Straße und der Marathon Winter rollt leicht und sicher.“ Der Marathon Winter ist für 52 Euro in allen gängigen Größen beim Fachhändler erhältlich, der auch gern den Reifenwechsel übernimmt und überprüft, ob der neue Pneu auch genug Platz zwischen sich und dem Schutzblech für anhaftenden Schnee bereithält. Speziell bei Pedelecs ist das Knowhow vom Fachmann gefragt. Denn sitzt der Motor im Hinter- oder Vorderrad, so muss nach dem Radeinbau der Motor u. U. kalibriert werden; ein Blick in die Bedienungsanleitung sorgt für Klärung.

Spikes im Geländesport

Glaubt man den Wetterprognosen, so wird auch dieser Winter seinem Namen alle Ehre machen. Mountainbikern soll es recht sein. Eingehüllt in die weiße Pracht wird die routinierte Hausrunde nicht nur ein Fest für die Sinne: Passagen, die man im Sommer entspannt kurbelt, werden nun durchaus anspruchsvoll und der vom Laub befreite Wald gibt den Blick auf Täler und Panoramen frei. „Die heutigen Bikes sind dank hydraulischer Scheibenbremsen, korrosionsresistenter Materialien sowie ausgewogener Geometrien bestens für den Wintereinsatz geeignet. Gerade die aktuellen Twentyniner versprechen aufgrund ihrer größeren Räder maximale Traktion auf rutschigem Untergrund“, erklärt Christian Malik vom Mountainbike-Hersteller Haibike, deren Modell „Greed 29“ erst kürzlich mit dem Eurobike Award in Gold prämiert wurde.

Und auch für die noch noch junge Bike-Gattung mit dem großen Reifenmaß liegen bereits Spikereifen für winterliche Fahrfreuden bereit. So bietet etwa Schwalbe das Bobbahn-erprobte Modell „Ice Spiker Pro“ (95 Euro) nun auch in einer 29-Zoll-Version an. Wie beim kleinen 26-Zoll-Bruder verspricht die Breite von 60 Millimetern (2,35 Zoll) ordentlich Grip auf den Trails, dank der größeren Reifenfläche verrichten beim 29-Zöller 402 statt der üblichen 361 Spikes ihre Arbeit.

Spikes auf drei Rädern

Ein sicheres Fahrvergnügen der besonderen Art erlebt man im Winter mit Liegedreirädern. „Der tiefe Schwerpunkt sowie zwei zuverlässig gelagerte Vorderräder sorgen beim Liegedreirad für eine stabile Straßenlage und erlauben hohe Kurvengeschwindigkeiten“, erklärt Paul Hollants, Geschäftsführer des Liegeradspezialisten HP Velotechnik und nennt damit Eigenschaften, die für einen spaßigen Einsatz im Schnee sprechen. „Allein schon die Bauweise des Dreirads macht es zum idealen Winterfahrzeug, ausgestattet mit modernen Spikereifen ist dieser Radtyp auf glatten Untergründen kaum zu schlagen“, macht Hollants Lust auf eine Probefahrt.

Spikes auf dem Pedal

Doch nicht nur die Traktion der Reifen entscheidet über Lust oder Frust auf winterlichen Touren. Ein sicherer Stand auf dem Fahrrad, vor allem auf dem Mountainbike, trägt ebenfalls wesentlich zur Kontrolle der Fahrmanöver bei. Gerade im Winter empfehlen sich daher Plattform-Pedale: „Sie bieten eine größere Auflagefläche als herkömmliche Bärentatzen-Modelle. Die Verzahnung mit dem Schuh übernehmen Edelstahl-Pins, die sich mühelos in weiche Gummisohlen bohren“, erklärt Rolf G. Häcker vom Komponentenhersteller Humpert, der mit dem XtasY „Freeride“ (59,90 Euro) solch ein Pedal im Programm hat. Zwei entscheidende Vorteile gegenüber Klickpedalen: Der Fuß kann schneller abgesetzt werden, das sorgt gerade auf rutschigem Untergrund für Sicherheit. Zudem können die Schrauben und Metallplatten in Radschuhen eine unangenehme Kältebrücke darstellen.

Brancheninsider empfehlen, sich vor dem ersten Schnee mit Spikereifen einzudecken: „Sind die Straßen erst einmal Schnee bedeckt, sind die Spikes meist schnell ausverkauft“, weiß Gunnar Fehlau vom pressedienst-fahrrad.

Bild: www.pd-f.de / pressedienst-fahrrad

 


Veröffentlicht am: 16.11.2011

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