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26.03.2017

 

 

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Torx statt Inbus & Co

Benötigte man vor wenigen Jahrzehnten noch nahezu den kompletten Werkzeugkasten für einfache Reparaturen oder Montagearbeiten am Fahrrad, reicht heute oftmals ein Mini-Tool, vornehmlich bestückt mit Inbusschlüsseln, um Herr übers eigene Velo zu werden. Die Inbusschraube ist heute Standard. Kreuzschlitzschrauben sucht man am modernen Fahrrad ebenso vergebens wie Außensechskantschrauben.

Standard folgt Standard


Dass sich Inbus als Schrauben-Standard durchgesetzt hat, hat gute Gründe: Der Innensechskant-Antrieb der Schraube kann etwa das Zehnfache der Kraft einer Kreuzschlitzschraube gleicher Größe aufnehmen/übertragen. Das minimiert nicht nur die Abnutzungen des Antriebs – gemeinhin als „Vernudeln“ einer Schraube bezeichnet – sondern erlaubt durch die hohen Reserven auch, die Schraubengrößen an unterschiedlichen Bauteilen des Fahrrades zu harmonisieren: 3, 4, 5, 6 und 8 mm Inbus genügen für nahezu das komplette Fahrrad.
 
Doch die Inbusschraube bekommt Konkurrenz. Die noch drehmomentfreudigere Torx-Schraube (englisch: Torque – z. dt. Drehmoment) findet sich immer häufiger an Komponenten der höheren Preisklasse. „Diese Weiterentwicklung der Kreuzschlitz- und Inbus-Schraube bietet dem Werkzeug eine noch höhere Kontaktfläche und erlaubt demzufolge höhere Drehmomente bei gleicher Baugröße“, weiß Anke Namendorf vom niederländischen Fahrradhersteller Koga (www.koga.com). „Wir setzen bei unseren Rädern und Komponenten zunehmend auf diesen Schraubentyp und gehen davon aus, dass sich Torx am Fahrrad langfristig durchsetzen wird. Zukünftig wird man dann das Gros der Rad-Einstellungen mit nur einem Schlüssel bewerkstelligen können.“ Dass das bereits für eine komplette Schaltgruppe funktioniert, beweist der Hersteller Sram mit seiner Edel-Mountainbikegruppe „XX“. Seit der Einführung 2009 ist lediglich ein Torx-Schlüssel der Größe T25 von Nöten, um sämtliche Schrauben der Schaltgruppe zu bedienen.

Rückblick

Wie viele andere Innovationen am Fahrrad auch, hielt die Torx-Schraube Einzug übers Mountainbike, genauer über die Scheibenbremse. Bauraumeinschränkungen bei der Befestigung der Bremsscheiben an den Naben führten zur Adaption der bei Motorrad-Bremsscheiben schon längst üblichen Torx-Schraube. Denn einen weiteren Vorteil kann der Schraubenkopf für sich geltend machen: Er kann ohne Stabilitätseinbußen erheblich flacher gestaltet werden als bei einer Inbusschraube. „Das flache Profil führt nicht nur zu Raumgewinn, sondern ist auch der Formensprache einiger Bauteile zuträglich“, fügt Heiko Müller vom Darmstädter Hersteller riese und müller hinzu. Beim Hersteller kommen schon länger Torx-Schrauben u.a. bei der Schutzblechmontage zum Einsatz.      
Mit zunehmender Verwendung der Schraube erhöht sich auch die Nachfrage an Torx-Schlüsseln, das beobachtet Thomas Wilkens vom Werkzeugspezialisten Park Tool: „Wir merken eine deutliche Zunahme an georderten Torx-Schlüsseln  –  das gilt sowohl für den Werkstattbereich, als auch für Verbraucherwerkzeuge. Unsere Multitools, wie etwa das beliebte Modell IB-2 I-Beam (18,95 Euro), beinhalten schon seit geraumer Zeit diese Schlüssel, in jedem Fall die gängigste Größe T25.“
 
Status Quo

Ist das Ende der Ära „Inbusschlüssel“ schon jetzt besiegelt? Nein, lautet der Tenor großer Radhersteller: „Der Inbusschlüssel ist ein haushaltsübliches Werkzeug geworden, mit dem sich viele Endverbraucher selber helfen können. Zudem ist die Torx-Schraube selbst bei einigen Fachhändlern noch nicht im Ersatzteil-Sortiment enthalten“, erläutert etwa Mario Moeschler, Vertriebsleiter beim Traditionshersteller Hercules. „Der Kauf eines neuen Alltagsrads, vor allem in der Einsteiger- und Mittelklasse soll nicht den Kauf eines neuen Werkzeugs erzwingen“, ergänzt Moeschler.  

Zu ähnlichem Urteil kommt auch Rolf Häcker vom Komponentenhersteller Humpert, für den die Verwendung von Torx-Schrauben zur Zeit an der geringen Nachfrage scheitert: "Viele unserer Schrauben sind Spezialanfertigungen. Diese auf Torx umzustellen, verursacht Kosten, die sich erst ab einer hohen Stückzahl relativieren. Weil bei uns die Nachfrage nach diesem Schraubentyp bisweilen aber gegen Null tendiert, gibt es derzeit keinen Anlass, ihn zu verwenden. Auch der Umstellung einzelner Produktserien spricht die genannte Stückzahl-Abhängigkeit zum jetzigen Zeitpunkt entgegen.“
 
Fazit

Die Torx-Schraube ist längst noch kein neuer Standard. Dennoch hat sie gute Chancen, eine größere Verbreitung zu bekommen: Sie ist „stabiler“, erlaubt kleinere Bauformen und die weitere Reduktion verwendeter Schlüsselgrößen. In den nächsten Jahren wird die Verwendung dieses Schraubentyps zunehmend zum Qualitätsmerkmal fürs gesamte Fahrrad avancieren und so zunehmend auch in Radklassen und Anwendungsgebiete vorrücken, bei denen er aus technischer Sicht nicht zwingend notwendig ist. Die Aussicht auf einen „Schraubenschlüssel für Alles“ wird jedoch klassenübergreifend für Stimmung sorgen.

 


Veröffentlicht am: 09.12.2011

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