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Aufgespießt: Karneval - eine bildungsferne Angelegenheit

(Helmut Harff / Chefredakteur) Es ist Karnevalszeit und in den Karnevalshochburgen ist man sicherlich der Ansicht, dass ein Berliner dazu nichts zu sagen hat. Hei-Jo, in Berlin ist der Karnevalsumzug 2012 längst Geschichte. 70 Festwagen waren unterwegs und trotz bitterer Kälte säumten mehrere 100.000 Menschen die Straßen. Die größten Karnevalisten saßen allerdings in warmen Amtsstuben, denn die erlaubten den Karnevalisten nur den Umzug, wenn der nicht lauter als 70 Dezibel wird. Hier hielt sich die Amtsschimmel wohl selber den Spiegel vor.

Doch wo wird überhaupt noch der Obrigkeit der Spiegel vorgehalten? Sicherlich gibt es bei den Rosenmontagsumzügen noch einige politische Motivwagen. Sieht man sich die Fernsehsitzungen jedoch an, so lösen sich Plattheiten, Zoten und Witze einander ab, über die man schon zu Eulenspiegels Zeiten nicht mehr lachen konnte.

Der politische Beitrag, das Aufskornnehmen der Obrigkeit, kommt immer weniger vor. Sinkt nun das Niveau der Leute auf oder das der Leute vor der Bühne? Der Jeck von heute - so mein Eindruck - will Party und nicht nachdenken. Schenkelklopfen ist angesagt. Vielleicht hat auch der Operetten-Komponist Jacques Offenbach recht, der einst mit Blick auf die Zeiten der Monarchie beklagte: "Die Republik will breiter, will behäbiger lachen".

Da kann schon etwas dran sein, schließlich ist das, was die Oberen heute machen soviel Realsatire, dass jeder vorgehaltenen Spiegel blass wird. Und zugegeben, wem fällt zur Eurokrise, zu Griechenland, zu Bänkern, Politikern und Möchtegern-Promis noch etwas intelligentes und vor allem satirisches ein? Da gehen die Karnevalisten lieber auf Nummer sicher und bleiben beim Klein-Klein des täglichen Einerleis oder gräbt ganz tief in der Kalauer-Kiste. Das sichert zumindest die sicherlich nicht schlecht dotierten und prestigeträchtigen Karnevalsauftritte in den kamerabestückten Hellau - und Alaaf -Sälen. Die Fernsehoberen sehen es sicherlich auch nicht ungern, wenn die Büttenredner nicht die Hand beißen, die sie füttert.

Es ist wirklich schade, dass sich die Karnevalisten immer mehr auf das Niveau von billigen Comedy-Shows begeben, wie sie das ganze Jahr über den Bildschirm flimmern. Vielleicht sollte jemand einmal den Karnevalisten den Spiegel vorhalten.

Mein Tipp: Feiern Sie - nur nicht bis der Arzt kommt - Karneval, genießen Sie die fünfte Jahreszeit, verkleiden Sie sich, verlieben Sie sich drei tolle Tage lang in die süße Blonde. Sind die Kopfschmerzen am Aschermittwoch wieder vorbei, macht das ganz normale Leben auch wieder Spaß. Das ist schon seit Jahrhunderten so!

 


Veröffentlicht am: 20.02.2012

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