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Aufgespießt: Fußball - (k)eine Nebensache

(Helmut Harff / Chefredakteur) Ich mag Fußball, ich sehe mir Spiele im Fernsehen an, habe echte Fans in der Familie und habe über Fußballspiele berichtet. Ich mag vor allem die kleinen Stadien, wo zwischen der Seitenauslinie und den Fans maximal zwei Meter liegen. Acht Jahre war ich bei fast jedem Heimspiel so einer Mannschaft - Gruß an Germania Schöneiche - auf dem Platz.

Gerade hier macht Fußball Spaß. Spieler, Vereinsobere und Publikum kennen sich, wohnen oft Tür an Tür, arbeiten zusammen und machen Geschäfte miteinander. Wie bei den Großen trifft man sich im VIP-Raum. Hier freut man sich über Niederlagen, bejubelt Siege und die Spieler werden nicht nur gelobt. Derbe Sprüche gibt es frei Haus. Doch hier ist Fußball noch die (fast) schönste Nebensache der Welt, auch wenn die nicht immer in Ordnung ist.

Doch wie sieht es bei den Großen aus? Auch hier sind Freud und Leid dicht beieinander, kennen die Fans ihre Spieler. Auch hier gibt es VIP-Lounges. Doch bei den Vereinen der 1.und 2. Bundesliga steht nicht der Fußball im Vordergrund. Ihr geht es um Geld, um sehr viel Geld. Wie oft hört man über einen Spieler, wie viel er "Wert" sei. Vereine sind an der Börse notiert, machen Millionen Euro Umsätze und geben meist mehr Geld aus, als sie einnehmen . obwohl diese Einnahmen enorm sind. Da ist die Teilnahme an internationalen Wettbewerben vor allem aus wirtschaftlicher Sicht schon extrem wichtig.

Und der Fan? Eigentlich braucht man den gar nicht. Der ist eigentlich nur da, um mit seinem Geld zusätzlich die Vereinskassen zu füllen und brav die Werbebotschaften an den Stadionbanden und am Bildschirm aufzunehmen. Ansonsten stört er mehr bei den Geschäften. Welche Geschäfte so gemacht werden, dokumentiert Thomas Kistner in seinem Buch "Fifa-Mafia". Ganz unangenehm wird der Fan, wenn er austickt, Knallkörper und Bengalische Fackeln zündet, sich mit anderen Fans und der Polizei prügelt und einfach das Spielfeld stürmt.

Dann weinen alle Betroffenen Krokodilstränen. Die Fußballreporter sind zum tausendsten Mal erschüttert, die Spieler wissen wieder einmal nichts zu sagen (oder dürfen es nicht), die Vereinsoberen und der DFB versprechen Besserung - und es passiert nichts. Man gelobt auch zum tausendsten Mal Besserung, man trifft sich zum runden Tisch und die machtlosen Fanbeauftragten bekommen vielleicht zwei, drei Euro mehr. Kam es ganz schlimm, tagt sogar das DFB-Sportgericht und verhängt mit Vorliebe Strafen, die den Verein nicht wirklich treffen.

Treffen würde den Verein, wenn es ans Eingemachte geht - ans große Geld. Ich meine nicht die lächerlichen Geldstrafen von einigen Tausend Euro. Ich meine Strafen wie ein Verbot von Werbung im Stadion und auf den Trikots der Spieler. Wird so ein Verbot bei Vereinen, bei denen es immer wieder zu Fanausschreitungen kommt, für mehrere Spiele ausgesprochen, ist der wirtschaftliche Schaden enorm. So enorm, dass man sich endlich wirklich darum kümmern muss, dass Fußball ein wunderschöner Sport ist, bei dem es auf dem Platz und auf den Rängen, aber auch außerhalb des Stadions fair zugehen soll und muss.

Mein Tipp: Besuchen Sie mal wieder die Spiele der "kleinen" Vereine und sorgen Sie als Fan eines Bundesligisten mit Ihren Mittel dafür, dass Fußball nicht nur ein Geschäft ist. Am meisten Spaß macht Fußball übrigens, wenn man mit Freunden oder dem eigenen Nachwuchs kickt. Dabei gibt es keine Fanausschreitungen und irrwitzigen Ablösesummen - dafür aber Fitness und Emotion ohne Ende.

 


Veröffentlicht am: 28.05.2012

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