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22.03.2017

 

 

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Innerorts und in alten Autos wird es gefährlich

Die Sachverständigen-Organisation DEKRA warnt vor einer zunehmenden Sorglosigkeit bei der Sicherung von Auto-Insassen. Den Experten zufolge mehren sich die Anzeichen, dass Autofahrer wieder seltener den Sicherheitsgurt anlegen. Defizite gibt es insbesondere bei der Sicherung von Kindern, der Insassen älterer Fahrzeuge, bei Passagieren auf den Rücksitzen sowie im Innerortsbereich.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Sachverständigen-Organisation DEKRA, die im Mai 2012 bundesweit an rund 20.000 Fahrzeugen die Sicherung von Kindern und Erwachsenen untersuchte und auf der Internationalen Automobilausstellung (AMI) in Leipzig vorgestellt wurde.

Gurtanlegequote in alten Autos unbefriedigend


„Ein unbefriedigendes Sicherungsverhalten müssen wir besonders bei älteren Autos feststellen“, warnt Clemens Klinke, Mitglied des Vorstands der DEKRA SE und Vorsitzender der Geschäftsführung der DEKRA Automobil GmbH. „Die Insassen verzichten in älteren Autos deutlich öfter darauf, den Sicherheitsgurt anzulegen als in jüngeren. Außerdem ist bei diesen Fahrzeugen das Kindersicherungssystem überdurchschnittlich oft unzureichend.“ Bei Pkw der Baujahre 1995 bis 2000 ermittelte DEKRA eine Anlegequote von nur 94,5 Prozent. Bei Pkw, die nach 2009 vom Band rollten, erreicht sie dagegen 99,3 Prozent.

Fast jedes zehnte Kind unzureichend gesichert

Auch die Sicherung von Kindern ist häufig noch immer ein Stiefkind. Neun Prozent der Kleinen sind überhaupt nicht oder nicht mit einem geeigneten Rückhaltesystem gesichert. Besonders gefährlich ist die Fahrt auf dem Beifahrersitz. Hier ist fast jedes fünfte Kind (19 Prozent) nicht ausreichend gesichert. Auf dem Rücksitz fehlt bei 6 Prozent der Fahrten der nötige Schutz. Auch hier spielt das Fahrzeugalter eine wichtige Rolle. Bei Autos aus den Jahren 1995 bis 1999 sinkt der Anteil mit geeignetem Kinderrückhaltesystem auf nur noch 87 Prozent.

Innerorts niedrigste Gurtanlegequote

Viele Autofahrer sitzen einem gefährlichen Irrtum auf: Gerade innerorts und bei geringeren Fahrgeschwindigkeiten wird allzu oft auf das Anlegen des Sicherheitsgurts verzichtet. Innerorts sinkt die Anlegequote auf 96,4 Prozent. In älteren Autos gehen die Werte im Inner- bzw. Außerortsverkehr sogar auf bis zu 93 Prozent zurück. Eine Schwachstelle ist auch die Sicherung der Auto-Insassen im Fond, wo sich die Mitfahrer nur zu mit 94,1 Prozent angurten.

Betrachtet man die ermittelten Anschnallquoten bei zulässigen Geschwindigkeiten, so sinkt die Quote von 98,3 Prozent bei einer Geschwindigkeit von über 80 Kilometer pro Stunde (km/h) auf 97,4 Prozent bei max. 70 km/h und erreicht mit 96,6 Prozent bei max. 50 km/h einen Tiefpunkt.

Sicherheitsgurt nach wie vor Lebensretter Nr. 1

„Die Annahme, man könne sich bei einem Stadtunfall notfalls mit den Händen abfangen, ist eine fatale Fehleinschätzung“, sagt Klinke. „Bereits bei einem Aufprall von 14 km/h gegen ein festes Hindernis wirken Kräfte, die dem Achtfachen des Körpergewichts entsprechen. Der Mensch kann solche Kräfte nicht auffangen. Das haben unsere Forscher in etlichen Crash-Versuchen nachgewiesen.“ Als Lebensretter Nr. 1 im Auto schütze der Sicherheitsgurt vor schweren Verletzungen, zudem sei er unverzichtbar, damit die Airbags ihren optimalen Schutz entfalten können.

Geringe Anlegequoten bei Stichproben der Polizei

Auf eine hohe Dunkelziffer beim Verzicht auf den Sicherheitsgurt weisen auch Stichproben der Polizei in verschiedenen Städten hin. Bei Kontrollen, die Ende 2011 in Karlsruhe, Münster und Wolfsburg durchgeführt wurden, lagen die Gurtanlegequoten lediglich zwischen 60 und 84 Prozent.

Erhöhtes Tötungsrisiko von nicht angegurteten Insassen

Auch andere Studien sehen nach wie vor ein beträchtliches Potenzial in der konsequenten Nutzung des Sicherheitsgurts. Im Schnitt fast 20 Prozent der im deutschen Straßenverkehr getöteten Pkw-Insassen hatten den Sicherheitsgurt nicht angelegt, berichtet eine Studie des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) vom April 2011. Vor dem Hintergrund einer Gurtbenutzungsquote aller Pkw-Insassen von 97 Prozent bestätigt dies erneut ein deutlich erhöhtes Tötungsrisiko von nicht angegurteten Insassen. „Solange diese Potenziale nicht konsequent genutzt werden, sind die Ziele der EU-Charta zur Verringerung der Zahl der Verkehrstoten in Gefahr“, erinnert Klinke.

Fazit

- Der Sicherheitsgurt ist trotz aller technischen Innovationen der Lebensretter Nr. 1 im Fahrzeug.
- Das Zusammenspiel der Assistenzsysteme ist darauf ausgelegt, dass alle Komponenten einwandfrei funktionieren, d.h. keine Manipulation der Systeme.
- Erhöhtes Tötungsrisiko bei nicht angeschnallten Fahrzeuginsassen.

Forderungen

- 100 % Gurtanlegequote.
- Verwendung von geeigneten Rückhaltesystemen für Kinder.
- Verbau von Sicherheitsgurt-Warnsystemen auch auf den Rücksitzen.
- Aufklärungskampagnen zur geeigneten Sicherung von Kindern im Fahrzeug.
- Frühzeitige und nachhaltige Verkehrserziehung.
- Kontinuierliche Verkehrskontrollen.

 


Veröffentlicht am: 03.06.2012

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