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30.03.2017

 

 

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Wenn essen weh tut

Essen ist ein Genuss, zumindest für die meisten Menschen. Es kann aber auch beschwerlich sein, nämlich für diejenigen, die bestimmte Stoffe in Nahrungsmitteln nicht vertragen und körperlich darauf reagieren. Im Restaurant oder in der Kantine gehen sie im Extremfall leer aus oder müssen sich mit einem kargen Mahl zufrieden geben.

Das Einkaufen im Supermarkt gleicht einer Schnitzeljagd, bei der es darum geht, möglichst schnell zu erkennen, was in welchem Lebensmittel steckt. Nur was die richtigen Inhaltsstoffe enthält, oder eben nicht enthält, kommt in den Einkaufswagen. Und wenn man bei Freunden zum Frühstück eingeladen ist, bringt man sicherheitshalber seine eigene Milch mit – laktosefrei versteht sich. Welche Arten von Lebensmittelunverträglichkeiten es gibt, und warum viele Menschen gar nicht wissen, dass sie gegen bestimmte Stoffe intolerant sind, erklärt Dr. Wolfgang Reuter von der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Immer mehr Menschen scheinen auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch zu reagieren. Dabei macht es einen großen Unterschied, ob eine Allergie vorliegt oder eben „nur“ eine Unverträglichkeit. Beide beruhen auf einer individuellen Empfindlichkeit gegenüber bestimmten, prinzipiell ungiftigen Nahrungsbestandteilen. Auch wenn der Volksmund beide Erkrankungen als gleichbedeutend ansieht, handelt es sich um zwei grundverschiedene Phänomene. „Wer allergisch auf bestimmte Stoffe ist, reagiert mit teilweise heftigen und manchmal lebensbedrohlichen Symptomen, wie zum Beispiel Atemnot oder Hautausschlägen“, so Dr. Wolfgang Reuter von der DKV. „Das Immunsystem bekämpft dabei den ‚Eindringling‘ und bildet Antikörper.“ Bei einer Lebensmittelunverträglichkeit hingegen ist der Körper aufgrund eines individuellen Stoffwechselproblems nicht in der Lage, bestimmte Stoffe vollständig zu verdauen und zu verwerten. Diese Stoffe sammeln sich im Körper an und rufen häufig Reaktionen wie Übelkeit, Bauchschmerzen und andere Magen-Darm-Beschwerden hervor. Lebensgefährlich sind diese Reaktionen glücklicherweise so gut wie nie.

Laktose, Fruktose und Co.

Die bekannteste Erkrankung dürfte die Laktoseintoleranz sein. Wer darunter leidet, reagiert auf den Verzehr von Milchprodukten zum Beispiel mit Schmerzen und Übelkeit. Der Grund dafür ist das fehlende Enzym Laktase, das normalerweise die Aufgabe hat, im Darm Milchzucker (Laktose) in Traubenzucker und Galaktose aufzuspalten. „Wenn nicht genug Laktase vorhanden ist, gelangt der Milchzucker ungespalten in den Dickdarm. Dort verdauen ihn die Bakterien selbst und produzieren dabei Gase, die die Schmerzen verursachen“, erklärt der Mediziner. Die Fruktoseintoleranz ruft ähnliche Beschwerden hervor. Der Fruchtzucker (Fruktose), der in Obst – aber auch in normalem Haushaltszucker und somit in vielen süßen Speisen – enthalten ist, kann vom Darm nur sehr langsam aufgenommen werden. Schon bei relativ geringen Mengen können empfindliche Personen darauf mit Schmerzen reagieren.

Angeboren oder angegessen?

Obwohl Lebensmittelunverträglichkeiten weit verbreitet scheinen, wissen viele Betroffene nichts von ihrer Krankheit. Denn die Reaktionen auf die Auslöser können sehr unterschiedlich sein. Noch dazu treten sie häufig erst Stunden nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel auf. „Die Beschwerden werden deshalb gerne anderen Auslösern wie Stress oder verdorbenen Speisen zugeordnet“, erklärt DKV Experte Dr. Wolfgang Reuter. Hinzu kommt, dass zum Beispiel die Produktion des Enzyms Laktase im Laufe der Lebensjahre heruntergefahren wird und man erst als Erwachsener die Folgen spürt. Dennoch steht fest, dass diese Defekte in der Regel angeboren sind. Vereinzelt können sie aber auch durch Krankheiten oder ernährungsbedingt entstehen. Noch sind die genauen Gründe für nicht-erbliche Formen der Nahrungsmittelintoleranz nicht wissenschaftlich geklärt. Es wird vermutet, dass individuelles Ernährungsverhalten, Zusatzstoffe in industriell gefertigter Nahrung und Umwelteinflüsse ihren Teil dazu beitragen, dass sich die Beschwerden weiter ausbreiten.

Diagnose und Behandlung

„Wenn Sie hin und wieder nach Mahlzeiten nicht erklärliche körperliche Reaktionen an sich feststellen, sollten Sie zunächst in sich hineinhorchen, ob nicht vielleicht auch akuter Stress oder eine psychische Belastung der eigentliche Grund dafür sind“, empfiehlt der DKV Mediziner. Treten allerdings häufig starke Schmerzen nach dem Essen auf, deren Ursache nicht eindeutig einem Lebensmittel zugeordnet werden kann, empfiehlt Dr. Wolfgang Reuter einen Besuch beim Arzt. So lässt sich Fruktose- und Laktoseintoleranz zum Beispiel relativ einfach anhand eines Wasserstoffatemtests feststellen. Dazu trinkt der Patient eine Laktose- oder Fruktoselösung. Davor und danach wird die Menge an Wasserstoff in der Ausatemluft gemessen.

Wird eine Unverträglichkeit diagnostiziert, ist ein Verzicht auf die unverträglichen Stoffe meist die einzig wirksame Therapie. Eine mögliche Alternative stellen Laktase-Präparate dar. Diese ersetzen das fehlende Enzym und ermöglichen es, weiterhin Milchprodukte zu verzehren. Ein frühzeitiges Erkennen und eine auf die Krankheit angepasste Diät helfen den Betroffenen, einen weitgehend beschwerdefreien Verlauf der Krankheit zu erreichen.

„Eine Ernährungsberatung beim Spezialisten kann Betroffenen helfen, ihr Essverhalten so zu gestalten, dass sie ausreichend lebenswichtige Nährstoffe zu sich nehmen und gleichzeitig die Auslöser für ihre Krankheit meiden“, so Dr. Wolfgang Reuter. Und dabei müssen Erkrankte nicht einmal unbedingt auf ihre Lieblingsspeisen verzichten. Denn mittlerweile hat fast jeder Supermarkt zum Beispiel verträgliche Produkte – wie laktosefreien Joghurt, Käse, Milch oder sogar Nuss-Nougat-Creme – im Angebot.

 


Veröffentlicht am: 14.06.2012

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