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Aufgespießt: Oh, diese Jugend

(Helmut Harff / Chefredakteur) Es gibt nicht viele Aussagen, die die Generationen seit Jahrtausenden verbindet. Einer ist: "Oh, diese Jugend". Die Alten klagen, wie schlimm, wie faul, wie verweichlicht, wie undankbar, wie aufmüpfig die Jugend von heute ist. Jeder junge Mensch und jeder der sich noch an seine Jugendzeit erinnert, kann diese Liste endlos fortsetzen.

Diese Klagen hört man in Deutschland zu jeder Minute. Die Lehrer beklagen sich über unmotivierte und faule Schüler, die Ausbildungsbetriebe über mangelhaft qualifizierte Lehrlinge und selbst die Professoren attestieren ihren Studenten mangelnde sprachliche Kompetenz. Glaubt man vielen Medien, so sind Jugendliche vor allem Kriminell und brauchen die "strengsten Eltern der Welt".

Wohnen die Jugendlichen nicht unter uns sondern in Griechenland oder Spanien, bedauern wir ihre Arbeitslosig- und Perspektivlosigkeit. Wohnen sie in den arabischen Ländern, so freuen wir uns darüber, wie gut sie protestieren, Regierungen stürzen und mit der Maschinenpistole umgehen können.

Doch ist das die Jugend von heute? Ich bin - auch mit Blick auf meine eigene Jugendzeit - fest der Überzeugung, dass die Jugend ganz anders ist. Davon kann man sich gerade in London überzeugen. Dort trifft sich die Jugend der Welt. Eine Aussage, die immer noch stimmt, auch wenn die Zahl der "Berufsjugendlichen" sehr hoch ist. Die Olympioniken sind nur die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs, nur die besten von Millionen hart trainierenden Jugendlichen.

Eine Nummer kleiner geht es in Berlin gerade zu. Hier treffen sich anlässlich des "Young Euro Classic" mehr als 1.000 junge Musiker von 10 bis 30 Jahren aus aller Welt. Das sind alles hochmotivierte junge Menschen, die Freude an der Musik haben.

Und die anderen, die große Mehrheit der Jugendlichen? Sie lernen, gehen arbeiten, lieben, leiden, haben Wünsche und Pläne. Sie machen dass, was alle vor ihnen auch schon gescholtenen Jugendlichen auch machen, sie sorgen dafür, dass die Menschheit nicht ausstirbt. Sie machen das, was, Generationen vor ihnen auch gemacht haben (oder gern gemacht hätten), sie feiern, sie wollen Spaß haben, sie wollen zeigen, wie toll sie sind.

Darüber sollten wir Alten uns nicht aufregen. Erstens können wir daran genauso wenig ändern, wie das unseren Eltern etwas daran ändern konnten, dass wir die Stones oder die Beatles gut fanden und die Ansicht vertraten, dass schon der zum Establishment gehört, der zweimal mit der selben pennt. Wir sollten uns auch nicht aufregen, weil die Jugend von heute nur so ist, weil wir als Ältere so waren, wie wir waren.

Mein Tipp: Wer über der jungen Generation den Stab bricht, sollte sich mal an seine Jugend erinnern. Alte Fotoalben oder Super8-Filme helfen da gewaltig auf die Sprünge. Wer das gemeinsam mit dem Nachwuchs macht, kann sogar zeigen, dass es einmal Fotoapparate und Kameras gab, mit denen man nicht auch telefonieren konnte (Es lebe die moderne Zeit!). Wer ständig auf die Jugend von heute meckert, sollte aber vor allem etwas besser hinsehen, ob seine oftmals generalisierende Jugendschelte wirklich berechtigt ist. Das hat jede junge Generation verdient. Ob das in 40 Jahren die Jugendlichen von heute noch wissen?

 


Veröffentlicht am: 30.07.2012

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