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25.06.2017

 

 

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BNIC: Die Cognac-Wächter

Wer Frankreich sagt, denkt schon mal an Cognac, eines der National-Luxusgetränke des Landes. Kurioserweise ist diese Spirituose mit fast Kultstatus in mehr als 150 Staaten der Welt zu kaufen, im Heimatland werden aber nur um die fünf Prozent einer Jahresproduktion des edlen „Saftes“ getrunken. Also 95 Prozent der 162,9 Millionen Flaschen, die 2011 produziert wurden, gingen ins Ausland.

Aber aufgepasst: Cognac ist nicht gleich Cognac! Es muss aus einer ganz bestimmten Region kommen, aus der französischen Stadt Cognac und dem umliegenden Weinbaugebiet, wo das Genießergetränk aus Weißweinen gewonnen wird. Das begrenzte Anbaugebiet des Cognac liegt nördlich des Aquitianischen Beckens an der Atlantikküste. Die Stadt Cognac ist um die 120 Kilometer von Bordeaux entfernt. Das Weinbaugebiet umfasst gegenwärtig rund 80.000 Hektar, um die 95 Prozent der Weinberge sind für die Cognac-Produktion bestimmt.

Qualität, Qualität...

Bevor ein Cognac Flaschen füllt, vergehen Jahre und Jahrzehnte. Zudem braucht es Experten, ja Künstler, die solche Kreationen entstehen lassen. „Qualität ist bei uns das A und O“, sagt Catherine Le Page (Foto) im Gespräch mit „genussmaenner.de. Die Direktorin des Bureau National Interprofessionel du Cognac“ (BNIC) verweist immer wieder darauf, wie wichtig die Qualität des Produktes sei. Die Aussage gewinnt an Bedeutung, wenn man weiß, dass in der Cognac-Region jährlich umgerechnet 20 Millionen Flaschen Cognac während der Herstellung verdunsten. Das sind immerhin rund zwölf Prozent des Jahresausstoßes von 2011. Die Cognac-Menschen nennen diesen Verlust „Anteil der Engel“. Engel hin, Engel her, 20 Millionen Flaschen im Jahr sind kein Pappenstiel. Da könnten einige Produzenten schwach werden und ein wenig...! Eben, so die Direktorin des Berufsverbandes, „dies darf einfach nicht geschehen“. Diesen „Engels“-Verlust müssen alle Menschen in der Cognac-Region tragen. „Die Qualität des Erzeugnisses darf unter keinen Umständen auch nur um ein Tausendstel zurückgehen“. Damit dies auch künftig so bleibt, wacht der BNIC mit seinen 100 Mitarbeitern mit Argusaugen darüber.

Klangvolle Namen

Der BNIC vertritt rund 6.000 Winzerbetriebe und um die 280 Handelshäuser in der Cognac-Region, die mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz im Jahr erzielen. Weltweit bekannte dort ansässige Unternehmen sind Hennessy, Martell, Rémy Martin, Hine, Cognac Otard, Ferrand, Painturand, Camus oder Courvoisier. „Unsere Region im Ausland würdig und effizient zu vermarkten, ist eine ehrenvolle Aufgabe“, erzählt David Ecobichon. Der BNIC-Vertreter in Deutschland, der bereits seit zwölf Jahren den Verband zwischen Flensburg und Rosenheim präsentiert, betont, dass im „einstigen“ Land der Dichter und Denker mehr Cognac als in seinem Heimatland Frankreich getrunken wird: nämlich 7,7 Prozent der Jahresproduktion, während es in France 4,8 Prozent sind. Richtig klotzen dagegen die USA mit (48,4 Prozent), Singapur (27 Prozent) und China (22,4 Prozent). Auf die Frage, ob ein BNIC-Botschafter besser den Cognac vermarkten oder eher „trinkfest“ sein müsse, antwortet er, natürlich französisch diplomatisch: „Selbstverständlich ist es die erste Aufgabe, unser Produkt bestmöglich im Ausland zu präsentieren. Und als Verkäufer sollte man schon wissen, wie Cognac mundet.“
So begann es

Der BNIC versammelte einst alle Weinbauern und Cognac-Häuser des Cognac-Produktionsgebiets. Denn der Verband entstand so: Um 1875 fiel die Reblaus in die Charente ein. Sie zerstört den größten Teil der Weinberge, die im Jahre 1893 nur noch 40.000 Hektar ausmachen. Um der Katastrophe zu begegnen, werden 1888 der Verband „Comité de Viticulture“ und 1892 die Weinbaustation gegründet. Es bedarf langer Jahre an Anstrengungen und Geduld bis zur wirtschaftlichen Wiederbelebung der Region.

Am 1. Mai 1909 wird das Cognac-Produktionsgebiet geografisch abgegrenzt. Seit 1936 ist Cognac als kontrollierte Ursprungsbezeichnung anerkannt. Im zweiten Weltkrieg wird das „Bureau de répartition des vins et eaux-de-vie“ gegründet, das die Cognac-Reserve wahren soll. Nach Kriegsende wird das Büro 1946 durch den Berufsverband „Bureau National Interprofessionnel du Cognac“ (BNIC) ersetzt, dem 1948 die Weinbaustation angeschlossen wird. Alle Phasen der Cognac-Herstellung unterliegen nun strengen Vorschriften, um zu gewährleisten, dass die hohe Qualität des Produkts, dessen Bekanntheitsgrad ständig wächst, erhalten bleibt.

Der BNIC

Das BNIC ist eine berufsübergreifende Organisation gemäß der Definition von Artikel L 631 des „Code Rural“. Es ist ein privatrechtliches, von den Cognac-Berufsständen (Häuser und Weinbauern) finanziertes Unternehmen. Gleichzeitig ist es mit öffentlichen Aufgaben betraut. Seine Mitglieder werden paritätisch von den Berufsverbänden bestimmt, die die Cognac-Weinbau- und Cognac-Handelsfamilien am besten repräsentieren. Der Präsident wird für fünf Jahre gewählt.

Die Vertretung des französischen Staats wird sowohl von einem Generalkontrolleur für Wirtschaft und Finanzen, der vom Finanzministerium ernannt wird, als auch von Leitern der verschiedenen vom Cognac betroffenen Behörden gewährleistet. Alle Entscheidungen, die die verschiedenen Aspekte in der Welt des Cognac betreffen, werden nach Anhörung spezialisierter Arbeitsausschüsse auf Vorschlag des ständigen Ausschusses in einer Vollversammlung getroffen.

Die Aufgabe

Die Cognac-Weinbauern und Cognac-Häuser haben die Aufgabe des BNIC gemeinsam definiert: „Die Entwicklung des Cognac und die Vertretung der berufsständigen Interessen: von Weinbauern und Cognac Häusern“. Die Aktivitäten sind: die strukturelle Organisation der Region, das Herausstellen, die Verteidigung und die Förderung der Ursprungsbezeichnung, die Erleichterung des Marktzugangs, die Erleichterung der Verhältnisse zwischen Weinbauern und Häuser sowie die Erfüllung der von den Behörden übertragenen Aufgaben.

Catherine Le Page als BNIC-Direktorin und David Ecobichon als BNIC-Botschafter in Deutschland sowie die anderen Mitglieder des Verbandes werden auch künftig die Hymne ihres Cognacs in die Welt tragen. Denn knapp 163 Millionen Flaschen des edlen Getränkes müssen auch fürderhin an den „Weltmann“ oder an die „Weltfrau“ gelangen – und das in allerbester Qualität, Flasche für Flasche!

Text: BG
Foto:
BNIC

 


Veröffentlicht am: 11.08.2012

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