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30.05.2017

 

 

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KÜS:Non Stopp 1.000 Kilometer mit Autogas

Diese Reichweite schaffen bislang nur Diesel: 1.000 Kilometer ganz ohne Nachtanken. Doch genau dies hat sich das Projekt S1000plus der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) des Saarlandes zum Ziel gesetzt. Nicht in einem Selbstzünder, sondern mit Autogas. Wer dann noch liegen bleibt, ist selber schuld. Die technische Überwachungsorganisation KÜS mit ihrer Zentrale in Losheim am See ist Partner der HTW.

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Das Projekt des Instituts Automotive Powertrain unter der Leitung der Professoren Dr.-Ing. Thomas Heinze und Dr.-Ing. Harald Altjohann ist sehr ambitioniert, handelt es sich doch bei der Großraumlimousine um einen Direkteinspritzer der neuesten Generation. Eine Autogas-Saugrohreinspritzung – wie sie einige Umrüster anbieten – kam für Prof. Heinze nicht in Frage. Es wäre für ihn ein technischer Rückschritt gewesen. Entsprechend waren neue Herausforderungen zu meistern, die in der Entwicklung eines eigenen Autogas-Systems mündeten. Alle Probleme sind gelöst. Ende September des laufenden Jahres werden Medienvertreter im Versuchsfahrzeug in fünf Tagen eine mehr als 1.000 Kilometer lange Fahrt durch Deutschland unternehmen.

10-Prozent-Marke fast geknackt

Die KÜS, die momentan einen Anteil der Hauptuntersuchungen von 9,8 Prozent in Deutschland hält, unterstützt als Partner seit Jahren die Projekte der HTW zum Thema Autogas, so auch in diesem Jahr S1000plus. „Autogas ist auch im Prüfalltag unserer Sachverständigen immer ein Thema. Daher ist der Wissenstransfer hier für die KÜS von großer Bedeutung“, sagt Peter Schuler im Gespräch mit „genussmaenner.de“. Der KÜS-Bundesgeschäftsführer betont weiter, dass seine Prüforganisation (fast) immer dabei ist, wenn es um technischen Fortschritt und deren Sicherheit geht..

Medienvertreter sind nicht gerade bekannt dafür, zimperlich und spritsparend mit Testwagen umzugehen. Das legt die Latte höher, entspricht aber genau der Philosophie von Automotive Powertrain.

Präzise Vorbereitung

Die Forschungen und Entwicklungen sind stets auf die Praxis ausgerichtet. Entsprechend stand auch vom ersten Tag an im Lastenheft, dass die volle Alltagstauglichkeit erhalten bleiben muss und somit das Kofferraum-Volumen nicht angetastet wird.

Das Versuchsfahrzeug fährt monovalent, also auch in der Startphase mit Autogas. Das erlaubt eine Optimierung der Motorsteuerung auf Deutschlands Alternativkraftstoff Nr. 1, der mit 107 Oktan eine deutlich höhere Klopffestigkeit als Benzin aufweist. Auch die Getriebeübersetzung in den Gängen 4 bis 6 konnte an den höheren Wirkungsgrad angepasst werden, was sich positiv auf den Verbrauch auswirkt. So wurde im 6. Gang bei gleicher Geschwindigkeit eine Drehzahlverringerung von 17 Prozent erreicht.

Auch mit BMW & Benz

Größte Schwierigkeit im Projekt war die Dampfblasenbildung bei heißem Motor. Sie wurde mit einer eigenen und zum Patent angemeldeten Kühlung für die serienmäßige Kraftstoff-Hochdruckpumpe gelöst. Damit ist es möglich, auch direkteinspritzende Benziner zum Beispiel der Marken BMW und Mercedes auf LPG umzurüsten. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Verbindung der drei Kraftstofftanks, die sämtlich unterflur platziert sind. Da Autogas unter Druck von rund acht bar steht, bedarf es einer umfangreichen Steuerung, um den Kraftstoff zuverlässig und vollständig in den hinteren Tank zu pumpen, von wo aus er zur originalen Peugeot-Hochdruckpumpe am Motorblock befördert wird. Gleichzeitig gibt es diverse Rücklaufleitungen, über die überschüssiges Autogas in die Tanks zurücktransportiert wird. So entsteht nebenbei ein weiterer Kühleffekt, der der Dampfblasenbildung entgegenwirkt.

Wie wichtig den Hochschul-Mitarbeitern die Alltagstauglichkeit ist, zeigt sich in der Tankanzeige. Fünf kleine LED-Anzeigen sind bei den meisten Autogassystemen Standard – und das bei nur einem Tank. Trotz des komplexen Systems mit drei Kraftstoffbehältern erfolgt die Anzeige beim Versuchsfahrzeug wie vom Benziner gewohnt im viel genaueren Zeigerinstrument.

„Die 1.000-Kilometer-Tour wird der Lohn der Arbeit für alle am Projekt Beteiligten sein und erneut demonstrieren, dass mit Autogas als Antriebsenergie für Fahrzeuge zu rechnen sein wird“
, so Peter Schuler.

In einem „Test-Tagebuch“ kann die Rekordfahrt ab dem 24. September abends unter www.projekt-s1000plus.de im Internet verfolgt werden.

Autogas in Deutschland

Autogas ist mit über 500.000 Fahrzeugen mit Abstand der beliebteste Alternativantrieb in Deutschland. Erdgas, Hybrid und Elektro erreichen gemeinsam gerade mal ein Viertel davon. Wegen seines rund 15 Prozent geringeren CO2-Ausstoßes gegenüber Benzin ist Autogas mindestens bis Ende 2018 mit einem deutlich geringeren Mineralölsteuersatz belastet. Dadurch kostet ein Liter LPG aktuell unter 80 Cent.

Während die Benzinpreise täglich schwanken, ist Autogas oft über Monate preisstabil. Selbst bei einem technisch bedingten zehn bis 20 Prozent höheren Verbrauch gegenüber konventionellem Ottokraftstoff hat sich die Investition in die rund 2.000 bis 3.000 Euro teure Autogas-Anlage im Schnitt nach 50.000 Kilometern amortisiert.

In Deutschland gibt es rund 6.500 Autogas-Tankstellen (Erdgas um die 900), europaweit sind es 30.000. Trotz der großen Tankstellenzahl macht das Projekt S1000plus Sinn: Zum einen gibt es noch einige wenige Länder, in denen es nur wenige LPG-Tankstellen gibt (Schweden oder Spanien), zum anderen kann Autogas – da es erst unter Druck flüssig wird – auf freien Strecken nicht so einfach wie Benzin nachgefüllt werden.

Text: Erwin Halentz
Foto: KÜS, Erwin Halentz

 


Veröffentlicht am: 18.09.2012

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