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30.03.2017

 

 

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Sterben für Fortgeschrittene

Vor jeder größeren Reise werden Bücher durchgeackert, Karten studiert und Pläne geschmiedet. Doch den eigenen Tod, die letzte große Reise, überlässt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung nach wie vor dem Zufall. Dementsprechend wird das Ende meistens von selbsternannten Autoritäten wie der Kirche, dem Staat oder der Ärzteschaft fremdbestimmt.

Dieser in weiten Teilen unheilvollen Allianz tritt Edi Keck gemeinsam mit seinem Sohn Patrick im neuen Buch „Sterben für Fortgeschrittene“ mit ganzer Kraft entgegen. Unsere zunehmend überalterte Gesellschaft muss das Thema „Sterben“ endlich auf breiter Ebene lebhaft und sachlich diskutieren. Religiöse Tabus und überkommene Wertvorstellungen wirken dabei als Bremsklötze, die so rasch wie möglich demontiert werden müssen. Die Reihen der Freunde und Familie von Edi Keck haben bereits vor Jahren begonnen, sich zu lichten.

Viele von ihnen hat der Autor aus nächster Nähe enden gesehen und miterlebt, wie sie unter großen Schmerzen und in tiefer Verzweiflung langsam dahingingen, ohne jegliche Hoffnung auf Genesung. Diese Tatsache hat Edi Keck dazu bewogen, sich selbst intensiv mit dem Thema Tod zu befassen. Seine Gedanken dazu hat er mit Unterstützung seines Sohnes Patrick im neuen Buch „Sterben für Fortgeschrittene“ gebündelt. Der Titel des Buches wurde bewusst als Paradoxon angelegt. Denn wenn es um das Sterben geht, sind wir in Wirklichkeit alle nur Anfänger. Fortgeschritten kann man in dieser Frage lediglich in Bezug auf die Vorbereitung sein.

Entsprechend weit ist der thematische Bogen in „Sterben für Fortgeschrittene“ gespannt. Der erste Teil handelt vom Phänomen Leben, das es zu gestalten gilt, bevor wir uns in die Händen des Todes begeben. Dabei werden etwa relevante Aspekte des gegensätzlichen Verhältnisses von Religion und Humanismus behandelt; oder es wird der Frage nachgegangen, nach welchen radikal neuen Wegen der demografische Wandel verlangt, wird uns doch die Überalterung der Gesellschaft in absehbarer Zeit mit bislang ungeahnten Problemen konfrontieren. Der zweite Teil handelt vom Tod und von allem, was ihn umkreist: der Rolle von Trauerritualen, der Bedeutung des Suizids in verschiedenen Kulturen, der Hospizbewegung und vielem anderen mehr. Zu guter Letzt befasst sich Edi Keck im dritten Teil des Buches mit seinem eigenen Ende: Wann möchte er sterben? Wo möchte er begraben werden? Und was soll es bei seinem Begräbnis zu essen geben?

Nach eingehender Beschäftigung mit dem Thema ist der Tenor des Buches klar: auch in Österreich muss – wie bereits in einigen wenigen anderen Ländern – endlich eine zeitgemäße gesetzliche Grundlagen für die aktive und passive Sterbehilfe geschaffen werden. Die Entscheidung, ob diese Möglichkeit in Anspruch genommen wird, muss ohnehin jeder für sich treffen. Dass Edi Keck selbst – sollte aktive Sterbehilfe hierzulande in absehbarer Zeit legalisiert werden – zum gegebenen Zeitpunkt davon Gebrauch machen wird, steht für ihn schon heute außer Frage. Es sei denn, ihn ereilt ein plötzlicher Tod: „Ich möchte nicht als dahinvegetierendes, mit Morphium niedergespritztes Etwas sterben, das mit Blasenkatheter, Bettschüssel und Druckgeschwüren ans Sterbebett gefesselt ist und nur mehr entfernt an den erinnert, der ich bin“, betont der Autor. „Ich will rechtzeitig und selbstbestimmt abtreten, bevor ich in die Fänge von Ärzten, Priestern oder anderen mit dem Sterben befassten Organisationen gelange. Denn mit einem schönen Leben ist für mich ein würdevolles – und vor allem zeitgerechtes – Sterben untrennbar verbunden.“

Sterben für Fortgeschrittene
Autoren: Keck, Edi; Keck, Patrick
Verlag: Books on Demand
Preis: 21,90 Euro
ISBN: 978-3848216802
www.keckundkeck.com

 


Veröffentlicht am: 24.10.2012

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