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Morgengruß von Helmut Harff: Misfits

Misfits - bei diesem Begriff erinnern sich zu mindest die Älteren an den gleichnamigen US-Film mit Marilyn Monroe, Clark Gable, Montgomery Clift aus dem Jahr 1961. "Nicht gesellschaftsfähig", so der deutsche Titel, war damals ein großer Erfolg. Gestern begegnete mir der Begriff Misfits in einem ganz anderen, so noch nicht gehörtem Zusammenhang.

Anlass war die Vorstellung des Buches "Taste the Waste". Darin werden Rezepte und Ideen für Essensretter präsentiert. Während der Diskussion mit den Autoren Gundula Oertel und Valentin Thurn servierten die CulinARy MiSfiTS leckeres aus der vegetarischen Küche. Das wäre nicht besonderes, wenn die beiden Frauen nicht eine andere Form von Misfits verarbeiten würden. Gemeint ist nicht gesellschaftsfähiges, sprich nicht den Handels- und EU-Normen entsprechendes Gemüse. Darunter fallen zu groß oder zu klein geratenen Knollen und Kohlköpfe ebenso wie dreibeinige Möhren.

Die werden, so sie überhaupt noch auftauchen, von den Bauern untergepflügt oder zu Tierfutter verarbeitet. Dieser Teil der Ernte gehört zu den Millionen Tonnen von Lebensmitteln, die vor allem in der zivilisierten Welt weggeworfen werden. Das wollen die Buchautoren und die CulinARy MiSfiTS nicht hinnehmen.

In der Diskussion um den Umgang mit dem Misfits-Gemüse kam ich mir mächtig alt vor. Es wurde immer an die augenscheinlich lange zurückliegenden Zeiten erinnert, als man mit den Misfits-Gemüse noch anders umging, es genau wie gerade gewachsenes verarbeitete. Das war in meiner Kindheit selbstverständlich. Besonders skurril geformte Möhren, Kartoffeln oder Tomaten stellten die Gemüsehändler ins Schaufenster und wir Kinder hatten unseren Spaß daran.

Irgendwie war die Diskussion um diese "missgestalteten" Gemüse aber die um des Kaisers Bart. Denn wie ich erfuhr, kommen solche Abweichungen angesichts von auf EU-Normen hin gezüchtetem Saatgut so gut wie nicht mehr vor. Nur noch alte Sorten sorgen für normfreies Gemüse. Sollte solches doch anfallen, so sollte man es einfach billiger abgeben. Dann freuen sich die Wenigverdiener in diesem Land über preiswerte Vitamine.

Nun mache ich mir erst einmal mein Frühstück. Misfits kommen dabei kaum vor. Höchstens mein selbst gebackenes Brot ist nicht ganz normgerecht.

Ihnen wünsche ich ein schönes Frühstück - gern auch mit einer dreibeinigen Karotte oder einer Tomate mit Nase.

 


Veröffentlicht am: 09.11.2012

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