Startseite  

21.10.2017

 

 

Werbung

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Morgengruß von Helmut Harff: Rücktritte

Wissen Sie, was heute vor einem Jahr die Nachrichten bestimmt hat? Ich hatte es auch nicht mehr auf dem Schirm, aber Radio hören bildet ja: Es war der Rücktritt des damaligen Bundespräsidenten Christian Wulf. Ja, dass ist erst ein Jahr her. Das war beileibe nicht der erste und mit Sicherheit nicht der letzt Rücktritt.

Noch in Erinnerung sind sicherlich die Rücktritte der Minister Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg und Annette Schavan. Warum die beiden Politiker zurück getreten sind, verstehe ich weniger. Abschreiben gehört doch zu ihrem täglichen Geschäft. Zumindest dann, wenn in Gesetzestexte ganze Passagen per Copy and Paste in die Ministervorlagen eingeführt. Hier, wie bei den Doktorarbeiten, kann man schon einmal die Quellennennung vergessen. Doch deshalb zurück treten?

Um Rücktritte geht es auch im Dauerstreit beim Suhrkamp Verlag. Hier wollen sich Ulla Unseld-Berkevicz und Miteigentümer Hans Barlach per Gericht davon überzeugen, sich zurück zu ziehen.

Der wohl weitweit mit größter Aufmerksamkeit beachtete Rücktritt eines Deutschen war der von Joseph Aloisius Ratzinger, seit 2005 bekannt als Papst Benedikt XVI. Der Bischof von Rom und Oberhaupt der katholischen Christen sieht sich nicht mehr in der Lage sein Petrusamt auszuüben. Eine ungewöhnliche, aber auch mutige Entscheidung.

Diverse Rücktritte, die zeigen, dass wir auf solche Entscheidungen - ob erzwungen oder freiwillig - völlig unterschiedlich reagieren. Häufig werden sie gefordert, immer wieder auch erwartet. Andere lösen Erstaunen, ja Verwunderung aus. Es gibt aber auch viele Fälle, in den wir auf einen Rücktritt hoffen.

Verwunderlich ist auch, wie schnell Menschen nach ihrem Rücktritt aus unserem (medialen) Bewusstsein verschwinden. Ich hätte behauptet, der Wulf-Rücktritt liegt schon länger als ein Jahr zurück. An den Freiherren kann ich mich noch gut erinnern, Frau Schavan muss ich gar nicht erst vergessen. Der alte Mann in Rom wird auch in der Geschichte versinken. Rücktritte berühren uns vielleicht deshalb so merkwürdig, weil wir irgendwie doch Mitleid mit den Menschen haben, die da mehr oder weniger in der Versenkung verschwinden. Das wollen wir nicht erleben.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Von diesem Ritual trete ich nicht zurück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Genießen Sie das Wochenende. Irgendwann tritt das matschige Wetter, wie wir es gerade in Berlin haben, zurück.

 


Veröffentlicht am: 16.02.2013

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite
| Geld & Genuss
| geniesserinnen.de
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2017 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit