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Aufgespießt: Ein ganzes Leben

(Helmut Harff / Chefredakteur) Der Mensch stirbt. Das will man nicht wahr haben und doch, fast jeder muss sich irgendwann der Situation stellen, dass ein Angehöriger verstorben ist. Dann kommt neben der Trauer und den Behördengängen meist noch eines auf die Hinterbliebenen zu - den Nachlass zu ordnen.

Wohl die wenigsten Menschen bereiten Ihren Abgang so akribisch vor, dass die Hinterbliebenen alles in bester Ordnung vorfinden. In den meisten Fällen geht es ans Aus- und Aufräumen und ans Sortieren. Das ist eine Entdeckungsreise in das Leben des Verstorbenen, aber auch eine in die eigene Vergangenheit. Da tauchen Dinge auf, die man selber einmal geschenkt hat, da sind Bücher, die man einst verschlungen hat, da sind Kinderzeichnungen, die über Jahrzehnte aufbewahrt wurden. Da tauchen aber auch viele Dinge auf, die ein neues, so nicht bekanntes Licht auf seinen ehemaligen Besitzer werfen.

Egal, ob die Dinge schon geordnet vorliegen oder die Erben auf Entdeckungsreise gehen müssen, immer steht die Frage, was machen mit dem Nachlass. Die Frage stellt sich vor allem dann, wenn der Verstorbene Hobbys und Leidenschaften hatte. Er hatte viel Zeit, Geld und Herzblut in seine Vorlieben investiert. Doch was damit machen, wenn niemand diese Interessen teilte? Gut, wenn man Menschen findet, denen man damit noch eine Freude machen kann. Gut für die Erben auch, wenn man einiges davon verkaufen lässt.

Mir stellt sich da die Frage, was bleibt von so einem Leben, das nach außen hin relativ unspektakulär verlaufen ist? Nicht viel, als die Erinnerung, nicht mehr als der Eindruck, den man auf einzelne Menschen gemacht hat. Doch wenn viele Dinge, die einem so sehr viel bedeutet haben, zum Schluss in der Mülltonne landen, machen die dann überhaupt Sinn? Macht es Sinn, große Teile seines Lebens mit Hobbys und Leidenschaften zu beschäftigen, dafür Zeit und Geld zu investieren, wenn zum Schluss niemand davon etwas wissen will?

Ja, denn das macht unser Leben ja erst lebenswert. Hobbys und Leidenschaften hat man in der Regel nicht, um der Nachwelt eine neue Richtung zu geben. Hobbys und Leidenschaften hat man, um etwas für sich selber sinnvolles zu tun. Diese Dinge machen Spaß, erweitern den Horizont und stärken unsere Individualität. Allerdings sollte man sich auch darüber im Klaren sein, dass nach dem Ableben die Angehörigen mit den eigenen Leidenschaften nur begrenzt etwas anfangen können.

Ich finde es keinen Verrat an dem Verstorbenen, wenn die Hinterbliebenen Dinge auch wegwerfen, die für ihren einstigen Besitzer von hohem ideellen Wert waren. Gleiches gilt für den Verkauf solcher Dinge. Man behält den Angehörigen nicht besser in Erinnerung, wenn man alles von ihm aufhebt.

Lebt er nicht im Herzen der Lebenden, bleibt gar nicht von ihm. Das wäre dann wirklich verdammt traurig.

 


Veröffentlicht am: 25.02.2013

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