Startseite  

27.03.2017

 

 

Werbung

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Heil Hitler, Herr Lehrer!

Das Mädchen Eva erlebt 1933, wie ihre Mutter den Vater verläßt und die Arbeit als Lehrerin verliert; sie ist Halbjüdin. Der Vater, langjähriges SA-Mitglied, zerstört mit seiner judenfeindlichen Polemik
die Ehe. „Arische“ Lehrerkollegen und die jüdische Großmutter helfen der allein stehenden Frau mit zwei Kindern, über die Runden zu kommen.


1935 erlebt Eva bei einer Schulfeier bewußt ihre Zwitterstellung. An diesem Tag sollen die Schülerinnen aus Anlaß der „Heimkehr“ des Saarlandes ins Deutsche Reich ihre BDM-Uniform tragen. Doch als „Vierteljüdin“ darf Eva nicht im BDM sein. In ihrer Zivilkleidung sieht sie sich einem Heer von Uniformträgerinnen gegenüber. Als sich ihr eine neue Schülerin, ebenfalls in Zivil, vorstellt und erklärt, sie sei „Halbjüdin“, antwortet Eva ihr dennoch stolz-abweisend: „Ich bin’s nur zum Viertel“.

Mit diesen Erinnerungen beginnt ein bewegendes Zeitdokument, das dem Leser die Jahre 1933 bis 1939 in Deutschland nahebringt. 50 Zeitzeugen erzählen ungeschminkt, wie Kinder damals lebten, wie ihr Schulalltag aussah und was sie spielten. Das Buch zeigt beklemmend auch die Gratwanderungen der Eltern, wenn sie die Fragen ihrer Kinder beantworten mußten. Das Mädchen Ursula entwickelt sich gegen den Widerstand des Vaters zum begeisterten BDM-Mädel. Ihr Vater, als Lehrer und Nicht-Parteimitglied in schwieriger Lage, versucht, ihr die Wahrheit über die Juden zu sagen und verpflichtet sie dann: „Also, abgemacht, du schweigst darüber“.

Der Junge Oskar erfährt erst spät die Wahrheit über den Tod seines Vaters. Der Lokführer war als überzeugter Katholik ein entschiedener Hitler-Gegner. Im April 1933 artet ein Streitgespräch mit seinem Heizer, einem ortsprominenten Nazi und SA-Mann, in eine Schlägerei aus. Der Heizer schlägt ihn mit einer Eisenstange nieder, der Vater stirbt daran. Der Hausarzt notiert als Todesursache „Lungenentzündung“. So schützt er die Familie vor Scherereien mit der SA. Die Mutter zieht mit den Kindern nach Ostpreußen und schweigt lange.

Immer wieder verschwinden jüdische Klassenkameraden, Nachbarn und auch die eigenen Väter ohne Ankündigung. „Lassen Sie endlich das Kind los! Sie wissen genau, warum wir Sie holen.“ Wird der jüdische Vater des Mädchens Margit dabei angeherrscht. Der Vater von Hans Wagner meldet sich nach der Entlassung aus dem KZ Börgermoor im Oktober 1933 „zurück von der Moorkur“; doch er ist schlohweiß, dürr und krank geworden. Die Erinnerungen der Zeitzeugen sind wichtig und kostbar. Mit den Einblicken in die persönlichen Schicksale läßt sich die Zeit gut begreifen; auch junge Leser werden gefesselt und betroffen sein.

Die Texte des Buches sind von Fotos der Autoren und von einer elfseitigen Chronologie begleitet.

Heil Hitler, Herr Lehrer!

Zeitgut Verlag, Berlin
Band 13, Reihe Zeitgut
Preis: 12,90 Euro
ISBN 978-3-933336-12-5

 


Veröffentlicht am: 02.03.2013

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

Logo yorxs

 

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| Geld & Genuss
| gentleman today
| Frauenfinanzseite
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| geniesserinnen.de
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2017 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit