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De Olifant Thomas im Gespräch mit Tinus Vinke

Sie kennen das sicher: Ab und an wird man ein wenig nostalgisch. Man schwelgt in lang vergessenen Erinnerungen und spricht über »die gute alte Zeit«. Diese Stimmung beschlich mich kürzlich. Wen könnte ich mir da Besseres als Gesprächspartner wünschen, als unseren dienstältesten Mitarbeiter Tinus Vinke (Foto) – geboren am 02. November 1926 in Kampen!

Bei einem »lekker Kopje Koffie« und einer Corona der Vintage-Sumatra-Linie plauderten wir ein wenig. So entstand folgendes Gespräch:

Tinus, wann bist Du eigentlich zum ersten Mal in Kontakt mit Tabak und Zigarren getreten?
TINUS:
Oh, das war schon sehr früh – mein Vater hatte selbst eine Zigarren-Manufaktur in Kampen. Er war ein absoluter Fachmann und viele Fabrikanten aus der Stadt holten sich Ratschläge bei ihm. Die Fabrik nannte sich »Viro«. Dort begann ich bereits mit 13 Jahren eine Lehre. Im Grunde wollte ich viel lieber Seemann werden und noch länger zur Schule gehen. Die Zeiten waren aber sehr schlecht und jeder musste zum Einkommen der Familie beitragen.

Wie muss man sich so eine Ausbildung zum Zigarrenroller vorstellen?
TINUS:
Eine Ausbildung im heutigen Sinne war es nicht. Man bekam einen Tisch neben einem Zigarrenroller zugewiesen und begann sogenannte »Wikkel«, also die Vorstufe der Zigarren, zu rollen. Sobald man diesen Schritt perfekt beherrschte, durfte man die Wikkel mit Deckblättern versehen.

War es ein gut bezahlter Job?
TINUS (lacht und winkt ab):
Nein, absolut nicht – als Lehrling verdiente ich 3,50 Gulden für 1.000 Wikkel; als ich ausgelernt hatte, waren es 6,85 Gulden für 1.000 Zigarren. Die Woche hatte 48–55 Arbeitsstunden und ich kam auf ungefähr 2.400 Zigarren, das heißt, ich verdiente ca. 16 Gulden (= ca. 7,20 €) in der Woche. Jeden Samstag musste ich an meine Mutter 12 Gulden Kostgeld bezahlen. Thomas, da kannst Du Dir ausrechnen, dass nichts für ein »Biertje« oder einen »Borrel« (Schnaps) blieb.

Was hat Dir besonders gut an dem Beruf gefallen?
TINUS:
Sehr gern habe ich das Sumatra-Sandblatt verarbeitet – es ist im Vergleich zum Brasil-Deckblatt oder anderen Deckblättern sehr weich und zart. Es schmiegt sich fast von selbst an die Zigarre.

An der Zusammensetzung des klassischen holländischen Shortfillers hat sich ja bis heute nichts geändert, aber war das Werkzeug der Zigarrenmeister stets gleich?
TINUS:
Nein, bis in die 30er Jahre wurden abgerundete Messer zum Zuschneiden des Tabaks verwendet. Da hier in der Stadt ja die Zigarrenindustrie blühte, war es dann auch ein Kampener Fabrikant mit Namen »van den Berg«, der unser »Radje« (kleines Metallrädchen) entwickelte. So konnte der Tabak viel präziser zugeschnitten werden.

Was hast Du gemacht, als die handgefertigten Zigarren von der maschinellen Produktion übernommen wurden?
TINUS:
Ab Mitte der 70er Jahre habe ich für diverse Zigarren-Manufakturen gearbeitet und in Fachgeschäften dieses alte Handwerk demonstriert. 9 Jahre habe ich auf diese Art und Weise auch Deutschland bereist.

Was ist Dir von dieser Zeit besonders in Erinnerung geblieben?
TINUS:
Das Publikum war stets sehr interessiert und aufmerksam. Das habe ich immer als besondere Anerkennung für unseren Beruf und unsere Zigarren empfunden.

1996 konnten wir Dich für unsere Fabrik gewinnen; was gefällt Dir an dieser Tätigkeit?
TINUS (lacht sehr herzlich):
All die mooie Vrouwen tuurlijk – all die schönen Frauen natürlich! Nein, es ist auch die Tatsache, dass ich noch immer für dieses Handwerk lebe. Ich bin dankbar, dass ich die Tradition an unsere drei Zigarrenrollerinnen weitergeben konnte und die vielen netten Besucher begrüßen darf.

Nun liebe Leser, nicht ohne Grund haben wir unsere Serie »EMOTION – Kreation der Leidenschaft« genannt. Wenn man mit 86 Jahren noch so für die Zigarre schwärmt, muss es doch etwas ganz Besonderes sein. Ja, und besonders sind sie zweifelsohne, unsere limitierten Vintage-Sumatra- sowie Bahia-Brasil-Modelle. Schwelgen Sie doch auch in schönen Erinnerungen wie Tinus und ich und gönnen Sie sich dabei ein schönes Modell aus dieser Serie.

Herzlichst,

Thomas Klaphake

 


Veröffentlicht am: 15.03.2013

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