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Morgengruß von Helmut Harff: Kirchenpost

Vor einigen Tagen flatterte mir ein Brief ins Haus, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Er stammte von meiner Kirchengemeinde. Darin war eine Einladung zur Gemeindesitzung. Das ist nichts ungewöhnliches und doch überraschte es mich.

Ich wurde in der DDR erst in fortgeschrittenem Alter getauft. Mein Schritt in die evangelische Kirche war also ein ganz bewusster. Ich fand eine geistige und wohl auch ideologische Heimat in der Kirche, die für mich auch Kirche im Sozialismus war. Das heißt nicht, dass es eine sozialistische oder staatsnahe Kirche war. Sie stellte sich im Diskurs der Meinung der herrschenden SED und brach so deren eingefordertes Meinungsmonopol.

Die evangelische Kirche in der DDR gab Antworten auf meine Fragen und die waren anders als die offiziellen. Die Kirche, mein Pfarrer und die Gemeinde hatten etwas zu sagen. Man wollte - und tat es auch - etwas bewegen. Nicht das Geld - das kam dankenswerter Weise aus dem Westen - war das Hauptthema. Es waren die Menschen, es waren die Wehrdienstverweigerer, die Ausreisewilligen, die nicht Systemkonformen, es waren die, die ihren Glauben leben wollten und sich dennoch als Teil der DDR-Gesellschaft sahen.

Höre ich heute etwas von der evangelischen Kirche? So gut wie nichts. Hat die evangelische Kirche nichts mehr zu sagen? Ich höre nichts zu den gesellschaftliche Problemen in unserer globalisierten Welt. Wenn es in der Öffentlichkeit um Kirche geht, dann um die katholische. Doch auch da geht es weniger um die Menschen, sieht man einmal von den Missbrauchsopfern ab. Doch auch mit denen tut man sich schwer.

Kirche in Deutschland schmort im eigenen Saft. Sie hat viel Kredit verspielt. Kein Wunder, wenn es immer nur um Geld, den fragwürdigen Umgang mit Mitarbeitern, dem Rücktritt und der Wahl eines neuen Papstes geht. Wo bleibt der Mensch?

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Auch an diesem Sonntag werde ich nicht zum Gottesdienst gehen. Vielleicht versäume ich ja etwas. Abgeholt werde ich von der Institution mit einer Einladung zu einer Versammlung sicherlich nicht.

Ihnen wünsche ich ein schönes Frühstück. Gehen Sie noch jeden Sonntag in die Kirche?

 


Veröffentlicht am: 24.03.2013

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