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Aufgespießt: Kein Geld für Mode

(Helmut Harff / Chefredakteur) Angesichts der vielen Hundert Toten in Textilfabriken Bangladesh und Kambodscha gerät unser Kaufverhalten erneut in die Kritik. Wir als Verbraucher sollen darauf achten, wie und wo unsere Kleidung produziert werden. Wie wir das machen sollen, weiß allerdings niemand. Wie schwer das ist, zeigte H&M. Der Modekonzern zeigte sich unwissend darüber, wo überall seine Textilien produziert werden.

Sicherlich wollen wir alle, dass die Näher und Näherinnen überall auf der Welt von ihrer Arbeit auch leben können. Eine schöne Forderung, die wir jedoch nicht einmal im eigenen Land umsetzten können. Wie sollen wir als Verbraucher das dann in Billiglohn-Ländern dafür sorgen?

Kritisiert wird ebenfalls, dass wir unkontrolliert und zu preisbewusst - heißt zu billig - Kleidung kaufen. Zumindest scheint es zu stimmen, dass wir auch beim Kleidungskauf mehr auf den Preis als auf den Lohn der Menschen irgendwo auf der Welt achten. Doch kaufen wir zuviel? Aus Sicht unsere Vorfahren wäre das sicherlich so. Wir haben heute fast alle mehr Kleidung im Schrank, als wir auch wirklich benötigen. Doch wir leben heute zumeist auch nicht mit einer Familie in einem Zimmer mit dem Klo auf dem Hof oder der halben Treppe. Die Zeiten ändern sich.

Doch so schlimm, wie immer beschrieben, scheint es nicht zu sein. Männer geben pro Tag zumeist weniger als einen Euro aus. Das Frauen mit 49 Euro pro Monat deutlich mehr ausgeben, ist nicht verwunderlich. Erstaunlicher ist schon, dass nur 15 Prozent aller Deutschen im Monat mehr als 150 Euro für Kleidung ausgeben.

Glaubt man den Fachleuten, würde eine Verdopplung der Gehälter für Textilarbeiter in der zweiten und dritten Welt unsere monatlichen Ausgaben nur um 5 bis 15 Prozent steigern. Damit, so glaube ich, könnten wir alle leben.

Doch was ist nun die Quintessens aus all diesen Angaben? Sollen wir nur noch in Deutschland gefertigte Kleidung kaufen? Kaum, denn in der heimischen Textilindustrie werden zumeist auch keine ausreichenden Löhne gezahlt. Sollen wir weniger Kleidung kaufen? Wem soll das wo helfen? Sollen wir nur noch hochwertige Kleidung kaufen? Auch keine Lösung, denn die wird sehr häufig ebenfalls in Billiglohnländern gefertigt.

Was bleibt? Wir lassen uns unsere Sachen vom Maßschneider fertigen. Der weiß zumeist auch, wer seine Stoffe gefertigt hat. Doch das können sich die meisten hierzulande kaum leisten. Bleibt nur die eigene Nähmaschine und ein Nähkurs an der Volkshochschule. Das hätte zumindest den Vorteil, dass nicht jeder mit den gleichen Klamotten rumläuft.

Den Textilarbeitern in Bangladesh und Kambodscha ist damit sicherlich nicht geholfen.

 


Veröffentlicht am: 20.05.2013

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