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Morgengruß von Helmut Harff: Wagner wohin man hört

Gestern war es soweit. Auf den Tag genau vor 200 Jahren wurde der Komponist Richard Wagner in Leipzig geboren. Wohl kaum ein Komponist der jüngeren Geschichte ist so umstritten wie der Jubilar. Auf der einen Seite gilt er als genialer Komponist, als Erneuerer der Oper. Andererseits sorgen seine antisemitischen Äußerungen, die im 19. Jahrhundert weit verbreitet waren, bis heute für Aufregung.

Diese Aufregung überschattet alle Ehrungen für den Komponisten des "Ring der Nibelungen" und des "Meistersingers von Nürnberg". Kein Wunder will man meinen, haben doch die Nazis, allen voran Hitler, Richard Wagner zu ihrem musikalischen Idol erhoben. Dafür kann der Komponist des "Fliegenden Holländer" allerdings nichts. Dennoch arbeiten sich Wagneraner und ihre Wiederparts vor allem an seinen antijüdischen Äußerungen ab, die wirklich verdammenswert sind.

Doch taugt der 200. Geburtstag des Komponisten dazu, uns wieder mit dem Antisemitismus, mit unserem politisch korrekten Umgang mit dem Judentum auseinander zu setzten? Jein, meine ich. Wenn wir Wagners Einlassungen dazu nutzen, uns mit dem Verhältnis der Deutschen zum Judentum weit vor dem Holocaust auseinander zu setzen, sage ich ja. Wenn wir deshalb Wagner boykottieren, meine ich nein. Wer fordert, Wagnerstraßen und -plätze umzubenennen, schießt meiner Meinung nach weit über das Ziel hinaus.

Wer hat sich eigentlich mit möglichen "Leichen im Keller" von anderen Künstlern der Wagner-Zeit oder weit davor beschäftigt? Waren andere Künstler frei von Äußerungen und Taten, für die man sie zumindest heute verdammen würde? Sind alle, die wir heute mit Straßennamen und Denkmalen ehren nur mustergültige Menschen gewesen? Wenn wir da mal sehr genau hinsehen, müssten wir unsere Straßen nur noch nach Blümchen benennen oder nummerieren.

Ja, Wagner hat unsägliche Sachen von sich gegeben. Doch deshalb taugt er noch lange nicht dafür, sich heute als politisch überaus korrekter Zeitgenosse profilieren zu wollen. Das ist kein guter Umgang mit unser Vergangenheit.
 
Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Übrigens: Bei mir läuft gerade das Lied des Beckmesser aus den "Meistersingern von Nürnberg". Zufälle gibt es.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück - vielleicht mit dem Walkürenritt. 

 


Veröffentlicht am: 23.05.2013

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