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Morgengruß von Helmut Harff: Einig Vaterland

Als die DDR den Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland beitrat, sprach man vollmundig von einer Wiedervereinigung und einig Vaterland. Was wahrscheinlich vielen Bundesbürgern alt kaum noch auffiel, machte mir sehr schnell Sorgen - die Kleinstaaterei in diesem Land. Noch immer haben wir kein einiges Vaterland, sonder viele Grenzen innerhalb der Republik Deutschland.

Das fiel mir gestern wieder ein, als ich in Frontal21 einen Bericht über den Hochwasserschutz in Deutschland sah. Da war die Rede davon, dass man in dem einen Bundesland die Deiche höher als in einem anderen baute. Während die einen so trockne Füße behielten, litten die anderen unter noch höheren Wasserständen. Zu hören war dann, dass Hochwasserschutz Ländersache sei. Das ist angesichts von Wasserläufen, die sich um Ländergrenzen nicht scheren, Schwachsinn zum Quadrat. Noch schlimmer: Dahinter steckt Methode. 16 Länderfürsten wachen eifersüchtig über ihre "Rechte". Ihnen ist dabei augenscheinlich völlig egal, wie die Menschen und die Natur unter ihren kleinstaatlichen Eifersüchteleien leiden.

Wenn Hochwasserschutz Ländersache ist, dann müssen die Länder auch für die Schäden aufkommen. Wieso sagt der Bund Hilfen zu, wenn man dort im Vorfeld überhaupt keine Chancen hat, die Hochwasserschäden so gering wie möglich zu halten?

Für mich gibt es nur eine Schlussfolgerung aus dem Desaster bei Hochwasserschutz, aber auch bei Länderhoheiten bei der Bildung, der Polizei, der Justiz und vielen anderen Bereichen: Die Macht der Länder und ihrer Territorialfürsten muss massiv beschnitten werden. Wozu brauchen wir eigentlich 16 Bundesländer mit ihren Ministerien und Hunderttausenden von Beamten und Mitarbeitern? Ist Deutschland so groß, dass man es nicht von seiner Hauptstadt aus regieren kann? Klar braucht es regionale Verwaltungsstrukturen und zumindest einiges ist regional viel sinnvoller zu entscheiden, aber eben nur einiges. Alles, was mehr als die Bevölkerung eines Bundeslandes betrifft, gehört in die Kompetenz des Bundes. Ich befürchte nur, dass es noch lange bis wir von einem einigen Vaterland reden können.

Übrigens: Die Liedzeile "Deutschland einig Vaterland" stammt aus der DDR-Nationalhymne. Kurz nach dem Willi Brand-Besuch in der DDR 1972 wurde die Hymne nicht mehr gesungen. Die Kleinstaaterei hatte wieder einmal gesiegt.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Da setzte ich weiter auf Regionalität und die Berliner Schrippe?

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Nervt Sie die Kleinstaaterei in Deutschland auch?

 


Veröffentlicht am: 12.06.2013

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