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Goodbye Paradise – Landschaft nach 2000

Martin Denker, „CandylandTV“ (2008), Fotografie/Diasec-Technik, 188 x 248 cm, Sammlung Haas, Berlin

In Kooperation zwischen der Kunsthalle Osnabrück und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt findet zum Jahresschwerpunktthema der Kunsthalle Osnabrück „Kunst und Landschaft“ die Doppelausstellung „Good-bye Paradise – Landschaft nach 2000/Franz Hecker, Natur und Traum“ statt. Die Schau wird am 25. Oktober 2013, 18 Uhr, eröffnet und in der Kunsthalle Osnabrück vom 27. Oktober bis 30. März und in der  Deutschen Bundesstiftung Umwelt vom 27. Oktober bis 26. Januar gezeigt.

Die Ausstellung präsentiert unter dem Titel „Landschaft nach 2000“ Landschaftsbilder und -installationen von internationalen Künstlerinnen und Künstlern aus den Jahren 2000 bis 2013. Dieser Ausstellung ist eine Schau mit Landschaftsgemälden und -radierungen des Osnabrücker Impressionisten Franz Hecker (1870 – 1944), die den Titel „Natur und Traum“ trägt, gegenüber gestellt.

Landschaft nach 2000


Daniel Richter, „Junas“ (2000), Öl auf Leinwand, 210 x 300 cm, Sammlung Haas, Berlin

Die Landschaft hat sich seit den 1970er Jahren (wieder) zu einer der interessantesten Gattungen der Bildenden Kunst entwickelt. Die Vielfalt ihrer Themen und die teils ironischen, teils provokanten Kommentare zeitgenössischer Künstler in Bezug zum heutigen Umgang mit Natur beziehungsweise Lebensraum überrascht. Heute spiegelt das Land-schaftsgenre einerseits eine Rückbesinnung auf die ehemalige Balance zwischen Mensch und Natur wider, andererseits kündet es von extre-men gesellschaftspolitischen Verwerfungen. So sehen es die Künstler: Landschaft ist Sehnsuchtsort, Konstrukt und Utopie oder kitschig-romantischer Schauplatz medialer Inszenierung der Werbe- oder Tou-rismusindustrie oder auch von Profitdenken geprägte und bis zur Ödnis geschundene einstige Idylle.

Wohl auch auf Grund von Umweltdesastern und eines bedrohlichen Artensterbens sind ein Umdenken und der Versuch einer neuen Sinnstiftung in den Konzepten der aus Europa, Asien und den USA stammenden Künstler der Ausstellung erkennbar. Und natürlich reagieren die zeitgenössischen Künstler auch auf ihre Vorgänger, beispielsweise den Landschaftsmalern des Goldenen Zeitalters der Niederlande oder den Romantikern. In der (digitalen) Auseinandersetzung Hiroyuko Masuyamas mit den alten Meistern der Landschaftsdarstellung spiegelt sich beispielsweise die lange Tradition des Genres.

Folgende Künstler sind in der Ausstellung vertreten: Tim Beeby, Nicole Bianchet, Herbert Brandl, Martin Dammann, Martin Denker, Slawomir Elsner, Rainer Fetting, Marianna Gartner, Franz Gertsch, Kerstin Grimm, Julius Grünewald, Joseas R. Helmes, Uwe Hennecken, Chris Hipkiss, Leiko Ikemura, Richard Jordan, Anselm Kiefer, Gustav Kluge, Stefan Mannel, Hiroyuki Masoyama, Jakob Mattner, Mariele Neudecker, Heribert C. Ottersbach, Ged Quinn, Tal R, Felix Rehfeld, Daniel Richter, Emma Stibbon, Dimitris Tzamouranis, René Wirths, Kailiang Yang.

In der Einführung zur Ausstellung „Landschaft nach 2000“ wird die Entwicklung der Landschaftsmalerei mit Arbeiten von Jackob Philipp Ha-ckert aus dem 18. Jhdt. sowie Werken von Odilon Redon, George Michel, Erich Heckel und Werner Heldt skizziert.

Franz Hecker, Natur und Traum

Franz Hecker: „Winterabend“ (1900), Öl  auf Leinwand, 56 x 90 cm, Privatbesitz

Die Ausstellung will mit aktuellen Erkenntnissen zum Werk und zum Schaffen von Franz Hecker neue Aufmerksamkeit auf einen Künstler lenken, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den zentralen Künstlergestalten in der Region Osnabrück zählte. Hecker studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie und in Paris. Die Qualität seiner Malerei und Radierkunst sowie die Verbindung zu Worpsweder Künstlern und zahlreiche Ankäufe von Museen, Kunstvereinen und Privatkunden verschafften ihm schon früh einen überregionalen Bekanntheitsgrad. Was seine weit verbreiteten Radierungen anbelangt, so gehörte Franz Hecker zu den Spitzenkünstlern dieses Genres in Deutschland.

Sein Hauptaugenmerk galt der Landschaftsmalerei. Hecker schuf zahlreiche Gemälde auf seinen Reisen innerhalb Deutschlands und Europas und konzentrierte sich ab circa 1910 ganz auf die nordwestdeutsche Region zwischen Nordsee und dem Münsterland. 1944 verlieh ihm die Stadt Osnabrück die Möser-Medaille. Die Ausstellung konzentriert sich ausschließlich auf die Landschaftsbilder des Künstlers und zeigt Heckers Werk erstmals vor dem Hintergrund der politischen und kulturgeschichtlichen Entwicklung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Franz Heckers Landschaftsinszenierungen sind immer auch Resonanz-raum für Sehnsüchte und religiöse Empfindungen. Auch wenn in Heckers Bildern nur ausnahmsweise Industrielandschaften zu sehen sind, so ist sein Werk doch auch eine Reaktion auf Sinnentleerung in Zeiten technokratischer Umwälzungen. Die Osnabrücker Ausstellung führt zahlreiche, zum Teil noch nie ausgestellte Bilder von Franz Hecker aus Museums- und Privatbesitz zusammen.

Franz Hecker: „Fabrik“ (1936), Öl auf Leinwand, 67,5 x 98 cm, Privatbesitz

Drei Osnabrücker Künstler – Werner Kavermann, Uwe Lewandowski und Hiltrud Schäfer - reagieren in einem Dialog mit Malerei, Fotografie und Installationskunst auf die Bildwelt von Franz Hecker und machen deutlich, was sie mit dem historischen Landschaftsgenre verbindet und was sie formal und inhaltlich unterscheidet.

Öffnungszeiten der Kunsthalle Osnabrück und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt:
Dienstag 13 bis 18 Uhr; Mittwoch bis Freitag 11 bis 18 Uhr, jeden zweiten Don-nerstag im Monat: 11 bis 20 Uhr; Samstag/Sonntag 10 bis 18 Uhr.

Kunsthalle Osnabrück
Hasemauer 1
49074 Osnabrück
Tel. 0541/323-2190
E-Mail: kunsthalle@osnabrueck.de
www.osnabrueck.de/kunsthalle

Deutsche Bundesstiftung Umwelt / Zentrum für Umweltkommunikation
An der Bornau 2
49090 Osnabrück

 


Veröffentlicht am: 05.08.2013

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