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Trendforscher Jánszky: „Das gedruckte Buch wird ein Luxusartikel“

Die Frankfurter Buchmesse ist dieser Tage wieder in aller Munde. Während Buchliebhaber die Endlichkeit des gedruckten Buches nicht wahrhaben wollen, machen andere mit digitalen Geschäftsmodellen zweistellige Umsatzsprünge. Diese Entwicklung wird noch viel rasanter.

Der Leipziger Trendforscher Sven Gábor Jánszky sagt im aktuellen Interview, dass den Verlagen dasselbe Schicksal wie die Musikindustrie ereilen wird, das ein gedrucktes Buch zum Luxusartikel und bei unseren Kindern kaum noch eine Rolle spielen wird.

Herr Jánszky, pünktlich zur Frankfurter Buchmesse taucht erneut die Frage auf, wie lange es gedruckte Bücher überhaupt noch geben wird. Der Anteil von eBooks wächst zwar rasant, liegt aber noch immer im einstelligen Prozentbereich. Ist das Ende des gedruckten Buches also doch nicht so nah?
Sven Gábor Jánszky:
Der Anfang vom Ende ist doch bereits eingeläutet. Richtig rapide bergab wird es in wenigen Jahren gehen. Dann werden IT-Unternehmen beginnen, Tablets zum Lesen lernen an Schulkinder zu verschenken.

Warum sollten sie das tun?
Sven Gábor Jánszky:
Das ist ganz einfach. IT-Unternehmen werden alles daran setzen, mit ihrem Betriebssystem den Markt zu beherrschen. Bei einer Vielzahl von Geräten wird künftig die Wahl des Betriebssystems sozusagen eine Entscheidung fürs Leben. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis Microsoft, Google, Apple oder Amazon beginnen, Einstiegsgeräte zu verschenken. Unsere Kinder werden nicht mit gedruckten Büchern, sondern mit Tablets und deren digitalen Inhalten aufwachsen.

Also ist es alles eine Frage der Erziehung?
Sven Gábor Jánszky:
Natürlich. Sie und ich haben noch dieses romantische Gefühl beim Rascheln von Papier. Das kommt daher, dass unsere Generation damals noch Lesen auf gedrucktem Papier gelernt hat. Wir haben uns die Welt erschlossen und das unbewusst mit Papierseiten verbunden. Unsere Kinder oder Enkel werden dieses romantische Gefühl beim Berühren irgendwelcher Displays haben.

Romantik hin oder her, gedruckte Bücher werden doch nicht ernsthaft völlig verschwinden.
Sven Gábor Jánszky:
Zumindest nicht in den nächsten zehn Jahren. Da werden wir Alten immer noch lieber gedruckte Bücher lesen. Aber die werden richtig teuer sein. Der Markt wird sich zu einem Premium-Markt entwickeln, das gedruckte Buch wird sozusagen zum Luxusartikel.

Wie wird so ein digitales Buch aussehen, vielleicht an Ihrem Beispiel mit dem Lehrbuch erklärt?
Sven Gábor Jánszky:
Das Lehrbuch ist kein einheitlicher Text mehr mit Anfang und Ende. Es setzt sich aus hunderten von Einzeltexten zusammen, die in jeder Situation neu und individuell zusammengestellt und genau dort eingeblendet werden, wo es der Schüler braucht. Man sieht, wer zur selben Zeit den Text liest und kann direkt mit diesen Personen kommunizieren. Es wird also deutlich interaktiver.

Und wie wird es den Verlagen in der digitalen Welt ergehen?
Sven Gábor Jánszky:
Wenn sie nicht bald beginnen, ihr eigenes Geschäftsmodell anzugreifen, wird es so kommen, wie schon zuvor in der Musikindustrie. Die Verlage verlieren die Kontrolle über ihr Trägermedium. Sie verlieren womöglich die Hälfte ihres Umsatzes und die Hälfte ihrer Mitarbeiter. Die innovativen Verlage werden überleben, künftig aber sozusagen als 360-Grad-Manager für ihre Autoren tätig sein. Sie verdienen ihr Geld dann hauptsächlich durch Lesungen, Vorträge und Live-Auftritte der Autoren.  

 


Veröffentlicht am: 14.10.2013

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