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„Vinitiative“ stellt erste Spitzen-Cuvée vor

Die Idee reifte bei einem Glas Lauffener. Einen Wein auf die Spitze treiben wollten 18 junge Weingärtner, als sie im Sommer 2007 davon träumten, durch eine in Baden-Württemberg vom Weinberg bis in die Flasche bisher einmalige Qualitätsoffensive eine Rotwein-Cuvée im internationalen Stil zu schaffen.

Einige Monate später war das Unternehmen „Vinitiative“ gegründet, wobei sich deren Mitglieder von Anfang an konsequent und bedingungslos auf das höchst mögliche Niveau eingeschworen haben. „Wir Jungwinzer wollten zeigen, dass wir mehr können als gute Qualitätsweine für Literflaschen zu produzieren“, erklärt Heiko Höllmüller, der die Gruppe  - Winzer, Küfer, Techniker, Meister, Önologen, Agrar- und Weinwirtschaftler sowie Marketingfachleute - vor drei Jahren mit auf den Weg gebracht hat.

Inzwischen ist das erste Produkt des auf 22 Mitglieder im Alter von 19 bis 35 Jahren gewachsenen Jungwinzer-Projekts in der Hölderlinstadt auf dem Markt: Die Rotwein-Cuvée 2008, von Kellermeister Michael Böhm und der „Vinitiative“ nach 20 Monaten Reifezeit im neuen Barrique zusammengestellt aus den neun Rebsorten Schwarzriesling, Lemberger, Dornfelder, Spätburgunder, Cabernet Cubin, Cabernet Dorsa, Cabernet Mitos, Rehberger und Merlot. „Intensiv im Duft, komplex im Körper, kräftig strukturiert und doch weich“, beschreibt Michael Böhm den Premiumwein und erklärt: „Der beste Wein, den ich je im Keller hatte.“

Hohes Lob erntete die „Vinitiative“-Cuvée bereits von einem Fachmann. „Der ist optimal gelungen“, beurteilte Richard Drautz während einer Verkostung den Wein. Der renommierte Weingärtner aus Heilbronn (Mitglied VDP, Barrique-Forum und HADES-Gruppe) und Staatssekretär im baden-württembergischen Wirtschaftsministerium würdigte das erste Produkt der Lauffener Jungwinzer mit den Worten: „Da werden einige vor Neid erblassen. Aber Neid ist die ehrlichste Form der Anerkennung.“

Diesen Respekt hat sich die Gruppe wahrlich verdient. Naturnahe, schonende und gleichsam sorgfältige Weinbergsarbeit ist für die junge Winzergeneration geradezu eine Passion. Behutsamer Rebschnitt sowie eine Sorten und Lagen angepasste frühzeitige Entblätterung und Halbierung sind das handwerkliche Rüstzeug für das Wachsen und Werden der Trauben. Auch die perfekte Aromareife überlassen die Jungwinzer und Jungwinzerinnen nicht dem Zufall. Da ist es ein Muss, dass im Herbst die Beeren vor Ort im Weinberg täglich unter die Lupe genommen und probiert werden, schließlich bestimmt der Geschmack und nicht die Oechsle-Grade den optimalen Lesezeitpunkt, der wesentlich später liegt als die normale Ernte.

„Am Ende kennen wir fast jede Traube persönlich“, berichtet Heiko Schneider. Notfalls arbeiten die Jungwinzer auch mit der Pinzette, um faulige Beeren von der Traube zu zupfen. „Die Trauben der Vinitiative haben Pflegestufe II erfahren“, beschreibt Uwe Schöttle, Geschäftsführer der Lauffener Weingärtner, die Rund-um-die-Uhr-Betreuung.

Jedes Mitglied der Vinitiative hat eine Weinbergfläche von 10 Ar in das Projekt eingebracht, wobei alte Rebanlagen Voraussetzung sind. Bei einem festgelegten Stockertrag von 800 Gramm bis 1,2 Kilogramm Trauben wurde das gesetzte Ziel von 50 kg/Ar teilweise bis auf unglaubliche 30 bis 35 kg/Ar unterschritten – auf ein Viertel des gesetzlich erlaubten Ertrags. „Diese Ertragsreduzierung entspricht Weingütern wie den Chateaus Petrus oder Rothschild“, erklärt Ulrich Maile, Vorstandsvorsitzender der Lauffener WG.

Zwar entsteht Qualität nach den Worten von Julia Höllmüller „zu 95 Prozent im Weinberg“; doch die konsequente Qualitätsoffensive ist mit der schonenden Handlese nicht beendet. Auch bei der Anlieferung und im Keller werden die Trauben so vorsichtig behandelt wie rohe Eier. Das vollreife und zu absolut 100 Prozent gesunde Lesegut erfährt eine höchst sensible Verarbeitung in allen Arbeitsschritten. Die Beeren, in Kleingebinden angeliefert, kommen über eine spezielle Hebe- bzw. Falltechnik und völlig ohne Einsatz von Pumpen in die Maischegärung in Holzbütten.

Kellermeister Michael Böhm lagert die Fraktionen zunächst eine Woche lang kühl, dann gären die Trauben bis zu drei Wochen auf der Maische. Erst nach mindestens einer weiteren Woche kommt der Wein für 20 Monate in die kleinen Eichenfässer, deren unterschiedliche Herkunft aus Deutschland, Frankreich, Österreich und Ungarn mit der differenzierten Röstung für verschiedene Aromen sorgt. Für die knapp 4000 Flaschen des Jahrgangs 2008 sind von den 22, jeweils 225 Liter fassenden Barriques, 14 für die Cuvée mit einem unglaublichen Potenzial ausgewählt worden. „Wir haben immer wieder verschiedene Zusammensetzungen probiert, bis wir glaubten, das Optimale gefunden zu haben“, sagt Uwe Hirschmüller.

Die Rotwein-Cuvée 2008 der Vinitiative Lauffen duftet intensiv nach dunklen Beeren wie Cassis und Schwarzkirschen, assistiert von einer leicht pfeffrigen Note. Tiefdunkel und prächtig schimmert der Wein im Glas. Die Fruchtaromen korrespondieren mit einem Hauch von Vanille und sanften Röstungen edlen Holzes. Am Gaumen überzeugt die Spitzen-Cuvée durch Saftigkeit, Substanz und Schmelz sowie mit einer harmonischen Säure.

Lauffener Vinitiative, Rotwein-Cuvée 2008:
Ausbauart: trocken
Bodenart: skelettreiche Kalkstein-Verwitterungsböden
Inhalt: 0,75 Liter
Analyse: 13,9 % Vol. Alkohol, 0,6g/l Restzucker, 5,2 g/l Säure
Preis: 30,00 Euro

 


Veröffentlicht am: 21.10.2013

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