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Aufgespießt: Was der Bauer nicht kennt...

(Helmut Harff / Chefredakteur) ... frisst er nicht, weiß der Volksmund. Der meint auch, das Hans nicht mehr lernt, was Hänschen nicht lernte. Wir alle wissen, dass da so einiges wahr ist. Ich meine, dass das vor allem für den kulinarischen Genuss gilt.

Wir kennen viele Mitmenschen, die nur dahin in Urlaub fahren, wo es in den Gaststätten genau das angeboten bekommen, was sie auch zu Hause essen. Das heißt nicht immer, dass man Schnitzel, Kartoffelsuppe oder Pommes rot/weiß im Ausland erwartet. Doch wenn es in der Türkei keinen Döner oder in Italien keine Pizza Hawaii gibt, ist die Enttäuschung besonders groß. Das der Döner deutscher Machart nicht aus der Türkei kommt, wissen diese "Foodtouristen" nicht. Klar ist ihnen auch nicht bewusst, dass bei einem italienischen Pizzabäcker bei dem Gedanken an eine Pizza Hawaii der Magen umdreht.

Doch auch in der Heimat gilt der Spruch vom Bauern, der nur bekanntes isst. wer hier mit Fastfood oder schlechtem Kantinenfutter aufgewachsen ist, der macht um selbst gemachte Bratkartoffeln oder - wie unser Rezept der Woche - um eine Schlachteplatte einen großen Bogen. Neue Obstsorten oder unbekanntes Gemüse kommt bei solchen Ignoranten sicherlich nicht in den Einkaufkorb.

Wir Genießer sind da gaaaanz anders. Wir sind selbstverständlich offen für neue Genüsse. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Rezepten, nach neuen Geschmacksoffenbarungen? Sind wir das wirklich? Ich will ja niemand zu nahe treten, aber ich bin mir da alles andere als sicher. Klar, wenn ein Sternekoch einen Schokoweihnachtsmann mit vergoldetem Kaviar füllt oder gerüffelte Lebkuchen möglichst teuer anpreist, dann sind die Genießer sofort dabei. Doch wie stehen die Gourmets zu traditionellen und auch so zubereiteten Gerichten wie Schlachteplatte, Wirsingkohl-Eintopf oder schlichter Kartoffelsalat? Dann wird zumindest über die mangelnde Raffinesse solcher Gerichte die Nase gerümpft. Was der Bauer nicht kennt...

Gleiches gilt in vielen Fällen für traditionelle Gerichte fremder Küchen. Ein bayrischer Gourmet, der Labskaus genießt, ist nicht selten anzutreffen. Das gilt auch für Gerichte wie Fischsuppen, auf denen die Fischaugen schwimmen oder gegrillte Insekten oder Gerichten aus Algen. Doch es muss gar nicht so exotisch sein. man beobachte nur einmal, wie schwer es neue Weine haben, sich ihre Nische im Markt zu erobern. Merkwürdiger weise haben es da neue Biere deutlich einfacher. Liegt das daran, dass die schon mehrfach bemühten Bauern - Entschuldigung dafür - schon seit Jahrhunderten die unterschiedlichsten Biere getrunken haben?

Ich finde, egal ob "Otto Normalverbraucher" oder Gourmet, wir sollten alle immer und überall offen sein für alte und neue Genüsse. Nichts ist langweiliger, als tagein, tagaus das Gleiche zu essen und zu trinken. Schließlich haben die meisten Bauern längst gelernt, dass auch der Nachbar sehr leckeres auf den Tisch bringt und kostet gern. Klar schmeckt einem nicht alles. Doch das weiß man erst, wenn man vorurteilslos probiert hat. Das gilt für die Schlachteplatte genau wie für den Kaviar-Weihnachtsmann.

 


Veröffentlicht am: 04.11.2013

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