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Morgengruß von Helmut Harff: Enteignung

Was machen Sie, wenn Ihnen jemand Geld stiehlt? Wenn es Ihnen möglich ist, stellen Sie den Dieb und fordern das Geld zurück. Auch klar: Sie gehen zur Polizei und zeigen denjenigen an. Haben Sie gestern schon Ihr Geld zurück gefordert? Waren Sie schon bei der Polizei oder beim Anwalt?

Nein? Warum nicht? Seit gestern - eigentlich nicht erst seit gestern - wird Ihnen systematisch Geld gestohlen. Die Diebe sitzen in Frankfurt/Main in schönen Büros und beziehen Top-Gehälter. Es sind Diebe in Nadelstreifen. Sie arbeiten bei der EZB, bei der Europäischen Zentralbank. Deren Chefs haben gestern den Leitzins auf 0,25 Prozent gesenkt. Wem das nützt? Sehen Sie sich einmal die gestrige Entwicklung des Börsen-Leitindex Dax an. Dort jubelte man.

Wer jubelt noch? Die, die Zinsen für Kredite zahlen müssen? Ich glaube kaum. Zumindest wurden Zinssenkungen bisher nur sehr ungern von den Kreditinstituten an die Kreditnehmer weiter geleitet. Ja, Kredite sind so günstig wie seit langem nicht mehr. Das heißt aber nicht, dass sie noch immer viel zu teuer sind, betrachtet man mal den kaum noch nennenswerten Leitzinssatz von 0,25 Prozent.

Allerdings sind Banken und Versicherungen ganz schnell dabei, wenn es darum geht, die Zinsen auf Sparguthaben und andere Geldanlagen zu senken. Die lagen schon zumeist unter der Inflationsrate. Nun werden die Zinsen noch weiter sinken. Das heißt, wir alle, die Geld irgendwie einer Bank anvertrauen, die Lebensversicherungen oder ähnliche Geldanlagen haben, werden jeden Tag ärmer. Ich hörte heute die Zahl von 50 Milliarden Euro, die Sparer in Deutschland in diesem Jahr verlieren werden.

Hallo, das sind - wenn ich richtig gerechnet habe - bei rund 80 Millionen Deutschen 625 Euro. Man stelle sich vor, uns raubt jemand 625 Euro. Wir würden uns nicht nur aufregen. Und was machen wir, wenn der Staat uns beraubt? Gehen wir auf die Straße, stürmen oder verklagen wir wenigstens die EZB, machen wir Revolution?

Nein, wir sitzen brav in unserem in unserem Auto und veranstalten nicht einmal ein Hupkonzert. Vielleicht freuen wir uns ja, dass wir uns ein viel zu großes Auto dank des niedrigen Zinssatzes kaufen konnten. Das Geld wird ja ohnehin immer weniger Wert. Vielleicht hoffen wir ja auch darauf, dass unser Chef dank des billigen Geldes investiert und uns nicht entlassen muss.

Das wäre ja wenigstens ein positiver Effekt der Zinssenkung. Doch die schleichende Enteignung der Sparer bleibt.

Irgendwie habe ich gar keine Lust auf Frühstück. Ich befürchte, mir bleibt jeder Bissen im Hals stecken.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Vielleicht haben Sie ja eine Idee, wie Sie ihr sauer verdientes Geld vor der Enteignung bewahren können.

 


Veröffentlicht am: 08.11.2013

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