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Morgengruß von Helmut Harff: Merkwürdige Frage

Europas Sendeanstalten haben eine merkwürdige Frage an ihre Zuschauer und Zuhörer gestellt. Sie wollen wissen, wofür die Menschen ihr Leben geben würden. Hintergrund ist der Beginn des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren.

Im Prinzip ist die Frage sogar verständlich, denn in Europa zogen Millionen von jungen Menschen mit Hurra und voller Enthusiasmus in einen Krieg, von dem man meinte, dass so ein Massaker nicht mehr möglich sei. Unter den jubelnden Massen waren nicht nur Nationalisten, sondern Männer, die sich im zivilen Leben gern als Weltbürger bezeichnet hätten. Viele, sehr viele kehrten aus dem 1. Weltkrieg nicht zurück.

Ich habe mich sowohl mit Blick auf den ersten, aber auch auf den zweiten Weltkrieg gefragt, was die Menschen nicht nur in Deutschland dazu bewogen hat, jubelnd in den Tod zu ziehen. Ich habe und werde es wohl nicht verstehen.

Ich verstehe aber auch die Frage der Sendeanstalten nicht wirklich. Klar gibt es Situationen, in denen man sein Leben in Gefahr bringt, um anderen zu helfen. Ich habe jedoch den Eindruck, dass wir unser Leben heute eher durch eigen Leichtsinn, durch Unüberlegtheit oder für den ultimativen Kick in Gefahr bringen. Wir fahren dem Rad bei rot über die Kreuzung, wir rasen mit dem Auto ohne zu bremsen in eine Nebelwand, wir wagen uns mit dem Mountainbike ohne ausreichenden Schutz auf einen Trail oder stürzen uns nach einigen Schnäpsen die Skipiste hinunter. Dabei sterben vermutlich mehr Deutsche, als in Kriegs- oder bei Rettungseinsätzen.

Wofür würden Sie ihr Leben geben, lautet die Frage, die wohl kaum jemand ehrlich beantworten kann, bevor er in eine entsprechende Situation gerät, bei der genau diese Frage steht. Klar antworten die Menschen, dass sie für ihre Kinder, manchmal auch für ihre Familie ihr Leben geben würden. Doch würden wir das wirklich? Diese Frage kann man wohl kaum vorab beantworten. Doch was soll dann die Frage?

Ich hoffe nur, dass die meisten Menschen nicht mehr bereit sind, ihr Leben für ihr Land, für eine Idee oder einen Führer zu opfern. Wer das tut, der muss ja eigentlich auch bereit sein, fremde Leben zu opfern. Schließlich zogen die jungen Männer 1914 in einen Krieg, bei dem es darum ging, den Gegner zu besiegen. Das heißt nichts anderes, als ihn zu vernichten, ihn zu töten.

Vielleicht sollte man eher fragen, unter welchen Prämissen die Menschen heute bereit wären, einem anderen das Leben zu nehmen. So hat wohl auch ein Zuhörer bei Deutschland Radio Kultur die Frage, wofür er sein Leben geben würde, beantwortet. Er wäre bereit, sein Leben zu geben, wenn er zuvor einen Tierquäler töten könnte. Darüber will ich gar nicht weiter nachdenken. Da bleibt mir mein Frühstücksbrötchen im Hals stecken.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und möglichst wenige solcher Fragen.

 


Veröffentlicht am: 03.12.2013

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