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24.09.2017

 

 

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Brennende Leidenschaft für Gin Eva

Deutscher stellt Nobel-Gin auf Mallorca her

Eigentlich sind Stefan Winterling und seine spanische Frau Eva Maier Gómez Experten in Sachen Weinbau. Doch vor wenigen Jahren wurde eine brennende Leidenschaft in ihnen entfacht. Sie gründeten auf Mallorca eine Destillerie und stellen seit über einem Jahr Nobel-Gin in kleinen, exklusiven Mengen her. Ein klassischer London Gin, aber mit dem „Spirit von Mallorca“.

Palma de Mallorca. Die letzten hundert Meter der Fahrt führen über einen von Orangenbäumen gesäumten Weg durch die Zitrusplantage rund um die Finca Son Pos Nou. Die Früchte leuchten einladend. Es ist sonnig auf Mallorca. Die Zitrusplantage ist nicht weit entfernt von Palma, und doch taucht man in eine ganz andere Welt ein, jenseits der Geschäftigkeit der quirligen Inselhauptstadt. Stefan Winterling ist öfter hier. Er schätzt die Zitrusfrüchte von dieser Plantage als wichtige Ingredienzien für seinen Gin Eva. „Besonders geeignet für die Gin-Herstellung sind noch nicht ganz gereifte, grüne Zitrusfrüchte, denn in diesem Reifestadium haben die Schalen ein besonders ausgeprägtes Aroma“, verrät der Destillateur, der seit 2008 mit seiner Frau auf Mallorca lebt und arbeitet.

Gin mit mallorquinischem Wacholder


Wenn von „Mallorca Gin“ die Rede ist, soll das nämlich nicht nur ein Marketing-Gag sein. Stefan Winterling verwendet vielmehr zahlreiche  Gewürze und Früchte mallorquinischer Herkunft, wie etwa Wacholder aus den Dünen von Es Trenc. „Diese Wacholderbeeren sind leicht salzig, wie das Meer“, schwärmt Winterling. Dennoch: Etwa 90 Prozent der Wacholderbeeren kommen aus dem Piemont. Der mallorquinische Wacholder ist daher eher eine interessante Beimischung.

Die kleine Brennerei von Stefan Winterling und Eva Maier Gómez hat ihren Sitz in Llucmajor, einem 36.000 Einwohner zählenden Städtchen 15 Kilometer südöstlich des Flughafens von Palma. Llucmajor war im 20. Jahrhundert ein Zentrum des Schuhmacher-Handwerks, was der Gemeinde seinerzeit zu einem gewissen Wohlstand verhalf. In  Gin Eva’s Distillery im Gewerbegebiet von Llucmajor ist ebenfalls Handarbeit gefragt - bis hin zum Etikettieren und Versiegeln der Flaschen. 

Von Geisenheim nach Mallorca


Doch der Reihe nach: Zunächst gilt es, eine Geschichte zu erzählen. Es ist die Geschichte eines Winzersohns aus der Pfalz, der während seines Studiums in Geisenheim eine Spanierin kennenlernte. Nach ihrer Heirat ließen sich beide als Weinexperten auf Mallorca nieder und arbeiteten dort für verschiedene Weingüter als Oenologen. Irgendwann kam dem Paar dann die Idee, sozusagen im Nebenjob eigenen Gin zu brennen. Das war die Initialzündung für Gin Eva - den klassischen London Dry Gin mit dem „Spirit von Mallorca“. Weshalb aber gerade Gin?

Das hat vielleicht irgendwie mit dem neuen Standort Winterlings zu tun. Spanien erlebt seit einiger Zeit einen regelrechten Gin-Hype. Der typische Gin Tonic sei der absolute „King“ an spanischen Bars, berichtet Guiseppe Santamaria, Bar-Manager im Ohla Hotel Barcelona und World Class Best Bartender Spain 2012. „Sie finden endlose Arten der Zubereitung und viele Bars, die sich darauf spezialisiert haben. Und zwar überall in Spanien“. Stefan Winterling kann das durchaus nachvollziehen: „Spanien ist für mich das einzige Land Europas, in dem man einen ordentlichen Gin Tonic bekommt“. Auch in Deutschland gewinnt der Wacholderschnaps immer mehr Freunde, obgleich Vodka noch immer unangefochten auf Platz eins liegt.

Auf die Mazerationszeit kommt es an

Wer in einem Land anspruchsvoller Gin-Genießer reüssieren möchte, muss Top-Qualitäten bieten. Stefan Winterling, der sich in seinem Hauptjob nach wie vor um mallorquinischen Wein kümmert, investierte daher viel Zeit und Geduld in die Suche nach den nötigen Ingredienzien und in die Komposition der Aromen, die ein hochwertiges Destillat ausmachen. „Anfangs war ich vielleicht etwas übermotiviert. Ich dachte, je mehr Botanicals ich für meinen Gin verwende, desto besser wird das Ergebnis“. Doch das Resultat stellte Winterling nicht zufrieden. Schnell kam er zu der Erkenntnis, dass mehr Botanicals eben nicht automatisch mehr Qualität bedeuten. Der Destillateur überarbeitete seine Rezeptur und verwendet für Gin Eva seither etwa zwanzig Früchte und Gewürze. Eine wichtige Rolle spielen neben dem obligatorischen Wacholder vor allem Zitrusfrüchte, Lavendel, Rosmarin, Koreander, Engelwurz, Kardamon und sogar etwas Hopfen. Dafür verzichtet Winterling seit einiger Zeit auf Pfeffer.

„Wichtiger als eine möglichst große Zahl von Botanicals ist die Mazerationszeit“, weiß Stefan Winterling. Je länger die Botanicals im Basis-Alkohol verbleiben, desto mehr Aromastoffe können sich lösen. Den Basis-Alkohol – ein Getreidebrand mit 96 %vol. - bezieht Winterling aus Barcelona. Er wird zum größten Teil zu Gin mit 45 %vol. weiterverarbeitet. Ein kleiner Teil des Alkohols wird in Eva’s Distillery noch einmal gebrannt und kommt als Vodka Felipe  auf den Markt.

„Nach der Mazeration wird der Gin im One-Shot-Verfahren destilliert“. erklärt Stefan Winterling. „Dabei wird sehr schonend und bei besonders niedrigen Temperaturen gebrannt. Der Alkohol wird über eine Feinbrennerkolonne mit sieben Kochböden geleitet, was den Gin besonders weich und rund macht“.

Etikett als Hommage an Grand Dame des guten Geschmacks

Der frisch destillierte Gin weist einen Alkoholgehalt von mehr als 80 %vol. auf. Um ihn auf Trinkstärke zu bringen, wird er anschließend mit Quellwasser aus dem Tramuantanagebirge verdünnt. Pro Destillation können lediglich 50 Flaschen erzeugt werden. Bevor diese aber ihre Reise zu den Gin-Genießern vor allem in Spanien und Deutschland antreten, wird noch von Hand ein ganz besonderes Etikett aufgeklebt. „Auf dem Etikett ist ein Bild von Elvira Alsina, der Großmutter meiner Frau Eva. Sie gilt als Grand Dame des guten Geschmacks“, sagt Stefan Winterling.

Seit der Lancierung von Gin Eva ist jetzt mehr als ein Jahr vergangen. Zu früh, um eine Art Zwischenbilanz zu ziehen. Aber immerhin Anlass genug, nach den ersten Erfolgen optimistisch in die Zukunft zu blicken. Über 2000 Flaschen Gin Eva wurden im ersten Jahr verkauft – teils direkt in Spanien, teils in Deutschland. Den Vertrieb in der Bundesrepublik hat das elterliche Sekt- und Weingut Winterling in Niederkirchen bei Deidesheim (Pfalz) übernommen.

„Die sehr positive Resonanz der Kunden und zunehmend auch in der Fachpresse ist ein schöner Lohn für unsere lange Tüftelei. Wir wollen die Verkaufszahlen in den nächsten Monaten und Jahren natürlich deutlich steigern. Dennoch werden wir niemals zu einem Mengenproduzenten. Wir wollen unseren Manufaktur-Charakter beibehalten, und wir wollen einen Gin brennen, der so facettenreich ist wie seine Provenienz“, verspricht Stefan Winterling.

Eva’s Distillery

Son Fosquet 17, local 14
07620 Lucmajor
info@evasdestillery.com
www.evasdistillery.com

 


Veröffentlicht am: 26.01.2014

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