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Morgengruß von Helmut Harff: Kinder

Als Altersversorgung sind sie eher ungeeignet

Ich habe den Eindruck, dass wir zum Thema Kind häufig eine eher merkwürdige Einstellung haben. Jahrtausende waren Kinder, kaum das sie laufen konnten, billige und notwenige mitarbeitende Familienangehörige. Später waren sie die Altersversicherung ihrer Eltern.

Ich habe den Eindruck, dass wir zum Thema Kind häufig eine eher merkwürdige Einstellung haben. Jahrtausende waren Kinder, kaum das sie laufen konnten, billige und notwenige mitarbeitende Familienangehörige. Später waren sie die Altersversicherung ihrer Eltern.

Dann wollte man sie sehr schnell zu kleinen Erwachsenen machen. Die Mädchen bekamen Kleider wie ihre Mütter, die Jungs steckte man bevorzugt in uniformähnliche Kleidung. Noch etwas später wurden die Mütter für viele Kinder belohnt - mit Orden und materiellen Vorteilen. Das eine Regime brauchte Kanonenfutter, das andere vor allem viele schaffende Hände. Doch egal wie die Vorzeichen waren, Kinder mussten funktionieren. Sie wurden wie die Muschkoten gedrillt.

Dann kam die 180-Grad-Wende: Die lieben Kleinen sollten so lange wie möglich Kind bleiben - was immer das heißen mag. Man diskutierte schon im Kreissaal mit dem Nachwuchs darüber, was die richtige Windel sei. Das Ergebnis waren kleine Tyrannen und Egoisten. Zumindest letzteres sind viele geblieben. Sie wollen als Erwachsene ihr Leben leben, wollen sich - wie schon als Kind gelernt - selber verwirklichen. Da stört Familie, da stören Kinder.

Das Ergebnis konnte man schnell sehen oder vielmehr nicht sehen: Es gab immer weniger Kinder. Die galten als Karrierekiller und Kostenfaktor. Kinder wurden zum Luxusgut für die Begüterten. Die auf der anderen Seite der Gesellschaft standen, sahen in den Kindern wieder das, was sie schon vor Jahrhunderten waren - die (Mit)ernährer der Familie. Kinder bedeutete Kindergeld und weitere Zuwendungen. Kinder bedeute auch, nicht arbeiten zu  müssen. Man hatte (und hat) ja Kinder aufzuziehen.

Und nun? Nun fehlen uns als Gesellschaft Kinder. Wir stellen mit Erschrecken fest, dass da immer weniger Menschen sind, die einmal unsere Rente erwirtschaften werden. Was macht man, um die selbst herangezogenen Egoisten für mehr Kinder zu begeistern? Man schafft wieder materielle Anreize. Wer heute viele Kinder in die Welt setzt, soll als Rentner dafür belohnt werden. Der Einzug ins finanziell gut gepolsterte Rentenalter soll mit Einschränkungen  davor - siehe Karrierekiller und Kostenfaktor - erkauft werden. Eine Heilsverkündung, die an die der Kirche - Stichwort Paradies - erinnert. Wer keine Kinder bekommt oder bekommen kann, kommt als Rentner ins Fegefeuer, heute Grundsicherung genannt.

Doch hier irrt man aus meiner Sicht gewaltig. Wer in dieser Zeit drei Kinder aufzieht, wird - gleiche Karrierestartbedingungen vorausgesetzt - mit großer Wahrscheinlichkeit im Alter dennoch schlechter da stehen, als kinderloser Zeitgenossen. Kinder sind als Altersvorsorge in der heutigen Zeit irgendwie nicht das richtige Mittel. Man sollte eher über eine gänzlich andere Altersabsicherung nachdenken. Dann können Menschen ohne Furcht vor einem Alter in nicht so guten Verhältnissen Kinder mit Freude bekommen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück und etwas Sorgen über meine zukünftige Rente.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. 

 


Veröffentlicht am: 29.01.2014

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