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Aufgespießt: Von wegen NSA

Der Böse ist immer der...

(Helmut Harff / Chefredakteur) Da warnen uns die Datenschützer und sonstige Gutmenschen vor den bösen Geheimdienstlern aus den USA, Großbritannien oder Frankreich. Da ist sogar die Kanzlerin über die Datensammelwut der NSA wenig amüsiert. Und was ist mit ihrem Kfz-Mechaniker?

Ja, Sie lesen richtig, die Datenausspäher sitzen nicht auf dem Dach der US-Botschaft in Berlin, sondern in den Kfz-Werkstätten der Republik. Nein, ich habe nicht getrunken, auch wenn der Goslar-Kolleg wie jedes von einem Weinseminar begleitet wurde. Thema des hochkarätig besetzten Kollegs war "Freiheit oder Freigang? Entwickelt sich Datenmissbrauch aus Fahrzeugmanagement zu elektronischen Fesseln?".

Die Antwort ist ein klares JA. Schon heute sammeln die rollenden Computer - noch immer Auto genannt - unzählige Daten und speichern diese. Klar, alles dient nur zur Sicherheit und Komfort. Ebenso klar ist aber auch, dass der Mechaniker in der Autowerkstatt all diese Daten auslesen kann. Er erfährt so ganz nebenbei, wann der Autofahrer wo war, wann er wo geparkt hat und noch einiges mehr. Eifersüchtige Partner müssen heutzutage nur noch den Mechaniker bestechen, um zu erfahren, wo die bessere Hälfte wirklich war.

Doch es kommt noch viel schlimmer. Die EU will noch dieses Jahr das sogenannte "eCall" einführen. Ziel ist es, dass über dieses System Unfälle direkt vom Auto an die Polizei und Rettungsdienste gemeldet werden. So weit so gut. Dieses System soll und kann Leben retten. Doch was kann das System noch? Darauf gab es in Goslar nur schwammige Antworten. Doch in den Gesprächen wurde schnell klar: Alle gehen davon aus, dass man mit diesem System dem Autofahrer eine elektronische Fußfessel anlegt.

Ich habe ja nichts zu verbergen, werden einige einwerfen. Haben Sie nicht? Was, wenn die Ordnungsbehörden jedes Mal informiert werden, wenn man zu schnell gefahren ist oder mal im Parkverbot stand? Bekommt man dann automatisch ein Knöllchen - vielleicht gleich per Mail auf das hoffentlich mit einer Freisprechanlage verbundene Handy? Wird das Bußgeld gleich mit der nächsten Tankrechnung abgezogen?

Wer erfährt, wann der Autofahrer wo und wie lange gestanden hat. Kann man zukünftig unter Zuhilfenahme der Kreditkartenabrechnung und der Handydaten ein absolut exaktes Bewegungs-, Verhaltens- und Kaufprofil jedes Kraftfahrers erstellen? Was meinte ein Diskussionsteilnehmer? Zur Freundin nur noch mit Rad oder Bus!

Man will sich eigentlich gar nicht ausmalen, wenn professionelle Datensammler wie Google entsprechende Zulieferer übernehmen und so die volle Kontrolle über unsere Daten erhalten. Sie bekommen dann sicherlich gleich auf der Fahrt zur Mama den Laden angezeigt, wo die ihre Lieblingsblumen kauft. Es geht allerdings auch schlimmer. Oder wie finden Sie es, wenn auf der Fahrt mit der Familie plötzlich zu lesen ist, dass Marie-Clair in gerade für sie frei ist?

Auch nicht gerade prickelnd ist die Vorstellung, dass Hacker sich in die Kommunikation unseres Autos mit wem auch immer einschleichen und dort ihr Unwesen treiben. Wie man damit umgehen soll und will - erfahren habe ich es nicht.

Nicht nur bei mir, sondern bei vielen Teilnehmern am Goslar-Kolleg der HUK-Coburg bleib ein mehr als mulmiges Gefühl zurück. Der eine oder andere überlegte, ob er nicht auf einen Oldtimer umsteigen sollte.

Wenn das die Zukunft der automobilen Freiheit ist, dann vielen Dank!

 


Veröffentlicht am: 02.02.2014

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