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23.09.2017

 

 

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Die Geschichte der Vertreibung

Neue Dauerausstellung in Geretsried

Kälte. Dunkelheit. Nur einzelne Löcher in den Bretterwänden. Der Durchgang, den Besucher des Geretsrieder Stadtmuseums passieren, macht das Thema der Vertreibung körperlich spürbar – und sensibilisiert. Ein Aspekt, der den Verantwortlichen des neu eröffneten Museums besonders wichtig ist.

„Die Geschichte der Heimatvertriebenen soll auch zukünftigen Generationen im Gedächtnis bleiben“, erklärt Anita Zwicknagl, die die Dauerausstellung konzipiert hat. Durch die Menschen aus dem Sudetenland, Donauschwaben, Schlesien und Siebenbürgen, die nach dem Zweiten Weltkrieg ins Tölzer Land kamen, entwickelte sich Geretsried zur größten Stadt im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Das Museum ist Dienstag und Mittwoch sowie Freitag bis Sonntag von 14 bis 16 Uhr und Donnerstag von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Dunkel gehaltene Räume in Rot und Schwarz informieren zunächst über Geretsried als Rüstungsstandort und das Schicksal tausender Zwangsarbeiter. Mit dem Ende des Krieges rücken dann die Vertriebenen in den Fokus der Ausstellung. An verschiedenen Multimedia-Stationen wird die Historie durch Filmausschnitte und Kommentare von Zeitzeugen lebendig. Ein schmaler, kalt gehaltener Durchgang erinnert an die unmenschlichen Transporte der Heimatvertriebenen. „Statt langer Texte setzen wir auf die Stimulation der Sinne, wodurch der Museumsbesuch zu einer nachhaltigen Erfahrung wird“, betont Anita Zwicknagl.

Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels. Zwei helle Räume zeigen Kultur und Traditionen der Vertriebenen, die heute längst zu einem festen Bestandteil in der neuen Heimat geworden sind. Wie das Urzelbrauchtum, das bunte Faschingstreiben aus Siebenbürgen, das jedes Jahr mit der Erstürmung des Rathauses und Tanzveranstaltungen gefeiert wird. Aber auch die Sudetendeutschen brachten ein Stück aus ihren Herkunftsgebieten mit. Wie einige Musikinstrumentenbauer, die sich in Geretsried ansiedelten und heute noch Blechblasinstrumente und handgefertigte Schallstücke für Trompeten, Hörner und Posaunen anfertigen. Musiker aus der ganzen Welt zählen zu ihren Kunden, von der Staatsoper Paris über berühmte Orchesterbläser aus New York bis zum Münchner Rundfunkorchester. „Die Heimatvertriebenen brachten viel Wissen und Können mit, das sie in der Nachkriegszeit in den Wiederaufbau steckten“, sagt Anita Zwicknagl, die auf Anfrage auch Führungen durch die Ausstellung anbietet.

Das Tölzer Land

Das Tölzer Land repräsentiert als Tourismusmarke die 21 Städte und Gemeinden des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen. Die Region erstreckt sich südlich von München bis zur Tiroler Grenze. Der Starnberger See im Westen, Kochel- und Walchensee im Süden und der Sylvenstein-Stausee im Osten bieten zahlreiche Erholungsmöglichkeiten – ebenso wie Isar und Loisach, die sich als blaue Bänder durch die Bilderbuchlandschaft schlängeln. Der höchste Gipfel ist der Schafreuter (2101 m). Bergbahnen führen sommers wie winters auf den Herzogstand (1731 m) am Walchensee, auf das Brauneck (1555 m) in Lenggries und auf den Blomberg (1248 m), den Hausberg von Bad Tölz.

Tölzer Land Tourismus
Prof.-Max-Lange-Platz 1
83646 Bad Tölz
Tel.: 08041 / 505206
info@toelzer-land.de
www.toelzer-land.de

Foto: Stadt Geretsried, Helmut Reichelt

 


Veröffentlicht am: 18.02.2014

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