Startseite  

27.05.2017

 

 

Werbung

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Morgengruß von Helmut Harff: Bahnsachen

Hat die Bahn eine Kooperation mit den Buchhandlungen

Fahre ich Zug, habe ich diverse Lieblingsbeschäftigungen. Meistens arbeite ich. Habe ich dazu keine Lust, spiele ich auf meinem Notebook oder ich beobachte meine Mitfahrer. Vielfach mache ich auch das, was die meisten mache – lesen.

Ich sah nun mal genauer hin, was meine Mitreisenden so treiben und stellte fest, dass Lesen augenscheinlich die Lieblingsbeschäftigung ist. Mein mitreisender Kollege hatte dann auch gleich noch eine Begründung für die zahlreichen Verspätungen parat. Nach seiner Auffassung will die Bahn so die Zeit verlängern, die man zum Lesen hat. Lesen hat auch umgekehrt den Vorteil, dass man von der Verspätung erst am Zielbahnhof wirklich etwas mitbekommt. Na, ja, vielleicht hat die Bahn ja wirklich einen Bildungsauftrag. Vielleicht kauft Bahnchef Gruber ja auch demnächst den Weltbildverlag. Dann kann er auch gleich seine Bücher in der Bahn verkaufen. Platz in nicht funktionierenden Speisewagen hat er ja genug.

Ja, und da bin ich wieder bei den Lieblingsbeschäftigungen der Bahnreisenden oder von reisenden überhaupt: essen. Kaum ein Reisender, so mein Eindruck, der nicht irgendwann etwas Essbares aus seinem Gepäck zaubert. Dagegen ist der Speisewagen – so vorhanden und geöffnet – meist relativ leer. Auch hierfür ist die Bahn verantwortlich, denn leider kommt es immer wieder vor, dass die Versorgung durch die Bahn nur unzureichend funktioniert. Der kluge Reisende ist wie zu Zeiten der Postkutschen Selbstversorger.

Das geht alle diejenigen kaum etwas an, die einfach die Bahnfahrt für ein Schläfchen zu nutzen. Das ist, scheint es, für viele Menschen der Grund für eine Fahrt mit der Bahn zu sein. Als Autofahrer wäre das auch kontraproduktiv. Dagegen nerven die Dauertelefonierer ihre Mitreisenden, ob die müden, die arbeitenden als auch die essenden mit ihrem häufig lautstarken Mitteilungsbedürfnis.

Wesentlich leiser sind die Reisenden, die gern den Blickkontakt zu Mitreisenden – zumeist zu einem ganz bestimmten Mitreisenden des anderen Geschlechts – aufnehmen. Flirten ist eine Beschäftigung, zu der man in der Bahn hervorragend Zeit und Gelegenheit hat. Da hat der Autofahrer, aber auch der Flieger schlechte Karten. Bahnfahren ist Flirtzeit. Mich würde mal interessieren, wie viele Pärchen sich im Zug gefunden haben. Hier schließt sich übrigens der Kreislauf. Man kommt schnell mit jemand ins Gespräch, wenn man ihn nach dem Buch fragt, was er gerade liest. Ja, wer da gerade fürchterlich flirtet, dem kann die Verspätung gar nicht lange genug dauern.

Ich gehe jetzt nicht in den Speisewagen, sondern in meinem Hotel „Roomers“ in Frankfurt/Main frühstücken. Das geht hier am Wochenende bis 13 Uhr.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück und demnächst eine entspannte Bahnfahrt mit einem Buch, etwas zu essen, einem Kuschelkissen und interessanten Mitreisenden.

 


Veröffentlicht am: 22.02.2014

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite
| Geld & Genuss
| geniesserinnen.de
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2017 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit