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26.05.2017

 

 

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Aufgespießt: Reise-Gutmenschen

Ein Thema auf der ITB war das richtige Reisen

(Helmut Harff / Chefredakteur) In Berlin hat am Sonntag die Internationale Tourismusbörse, die ITB, ihre Pforten geschlossen. Tausende Pressevertreter, Fachbesucher und Reiselustige bevölkerten die Messehallen unter dem altehrwürdigen Funkturm. Ein Thema war, wie man zukünftig reisen wird.

Das Thema war vor allem das der ewigen Pessimisten und Warner sowie der Gutmenschen. Begriffe wie nachhaltiger Tourismus, ökologischer Fußabdruck, Regionalität, Drittweltländer, angemessene Bezahlung, Diktaturen, Reisewarnungen, Heimat und, und, und bestimmten die Diskussionen.

Eines ist klar, hätten unsere Vorfahren nicht das Wandergen schon gehabt, wäre die Menschheit längst ausgestorben. Wir begeben uns vor allem auf die Wanderung, wenn es in unserer Heimat nicht mehr genügend zu essen gibt. Eine andere Triebfeder für unsere Reiselust ist unsere Neugier. Wir wollen wissen, was da hinter dem Horizont ist. Vielleicht ist es da besser als hier, vielleicht droht von da auch Gefahr. Doch egal, wir wollen da hin, wollen selber sehen, wie es dort ist.

Nun haben sich die Zeichen geändert. Wir sind nicht mehr zu Fuß oder mit Pferd und Wagen unterwegs. Obwohl, so ganz stimmt das nicht. Aber mehrheitlich fliegen oder fahren wir mit Auto, Bahn oder Schiff. Das kann ökologisch nicht ganz unbedenklich sein. Gutmenschen und Pessimisten würden sogar sagen, dass diese Art von Tourismus ein ökologisches Desaster ist.

Doch was ist der Gegenentwurf? Befestigte Rad- und Wanderwege, an jeder Kreuzung Schutzhütten, Wegmarkierungen ohne Ende, Pfade in die absolut abgelegenen Gegenden. Das alles für Reisende, die sich ökologisch korrekt verhalten wollen. Doch ist dem so? Wer wandern will nimmt den Rucksack nebst Kocher und Luftmatratze, das Smartphone mit der Wanderrouten-App und los geht es. Wieso müssen da Wege befestigt und überall Hütten errichtet werden? Wieso brauchen Radler ein weltweit ausgebautes Netz von Radwegen?

Die Antwort liegt nicht gleich auf der Hand, ist aber einleuchtend. Es gibt einen Gutmenschen-Massentourismus. Im Gegensatz zu den Club- oder Hotelburgenreisende, die mit großen Jets, Bussen oder ganzen Zügen zum Urlaubsort gekarrt und dort kaserniert werden, fahren die Gutmenschen-Touristen alle allein durch die Gegend. Sie wollen individuelle Pisten, Unterkünfte und gastronomische Angebote. Individual-Tourismus ist längst nicht so ökologisch, wie ihre Protagonisten so gern behaupten. Das war zumindest der Tenor auf einigen Veranstaltungen während der ITB.

Klar wurde allerdings auch, dass der Tourismus einerseits Probleme verursacht, deren Beseitigung auch (und vor allem) unser Problem ist. Ebenso klar ist auch, dass ganze Länder vom Tourismus abhängig sind. Man denke nur an die Probleme in Ägypten. Hier sind 14 Millionen Arbeitsplätze vom funktionierenden Tourismus abhängig. Das Schlimme: Der Tourismus ist faktisch zum Erliegen gekommen. Anders das Bild im noch mehr vom Tourismus abhängigen Griechenland. Hier erholt sich die auch für den Staatshaushalt wichtige Tourismusbranche wieder.

Gutmenschen und andere Bedenkenträger sollten einmal darüber nachdenken, ob gut gemeint auch gut gemacht ist. Nicht jeder, der auf einem Carbon-E-Bike über hervorragende asphaltierte Pisten von einem zum anderen Luxushotel radelt, ist ein ökologisch korrekt Reisender.

 


Veröffentlicht am: 10.03.2014

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