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23.03.2017

 

 

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Aufgespießt: Lust am Erfolg

Nieder mit den Pessimisten

(Helmut Harff / Chefredakteur) Es gibt Dinge, die entschuldigt die Deutsche Gesellschaft gern einmal. Ich denke an Steuerhinterziehung, Schaukeln in der sozialen Hängematte, Scheidungen, Kinder ohne Väter oder das Rauchverbot. Wir entschuldigen sogar Misserfolg und erschlichene Doktortitel. Ja, selbst offensichtliche Lügen werden entschuldigt.

Eines können wir Deutschen zumeist nicht entschuldigen: Erfolg. Klar, wir wollen erfolgreiche Menschen. Klar, wir wollen Olympiasieger und drei Fußball-Bundesligisten im Championsleague-Finale. Klar, wir hätten auch nichts dagegen, wenn jedes Jahr ein Deutscher einen Nobelpreis bekommen würde. Und doch, so viel Erfolg würde uns misstrauisch machen.

Wie kann der FC-Bayern schon Meister sein? Wie ist es möglich, dass die Rodler fast im Alleingang für die doch noch vorzeigbare Medaillenbilanz in Sotschi sorgten? Wie kann es sein, dass ein Zwanzigjähriger schon erfolgreicher Unternehmer und ein Anfang Dreißigjähriger schon Parteivorsitzender ist? Wie kann es gar sein, dass ein Kind so singen kann, wie wir es bei "The Voice Kids" beobachten können? Viele Fragezeichen!

Wir lieben diese Fragezeichen. Sie stehen wie eine Mauer vor der eigentlich ganz einfachen Antwort: Durch Leistung, durch ständiges Üben und Trainieren, durch den Drang, besser als andere zu sein. Erfolg fällt niemanden in den Schoß - selbst dem Talentiertesten nicht. Doch in unserem Land ist Talent schon suspekt, wenn nicht gar Teufelswerk.

Oh Gott, da hat jemand ein Talent und will daraus auch noch etwas machen. Da sei Gott oder wohl eher der Teufel vor. Gutmenschen behaupten dann, dass man Kinder nicht überfordern dürfe - dass man Kind Kind sein lassen soll. Genau diese Gutmenschen, diese Erfolgsverweigerer, diese "Ich-lebe-auch-ohne-Erfolg"-Menschen sind aber dann "ganz tief" enttäuscht, wenn es nicht für Olympiasiege oder Nobelpreise für Deutsche reicht. Da kommt mir häufig der kalte Kaffee hoch.

Ich bin fest der Überzeugung, dass man sich Erfolg erarbeiten kann, erarbeiten muss. Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass wir endlich eine Erfolgskultur benötigen. Wir müssen Erfolg zum Leitbild machen. Klar, Erfolg ist nicht immer in Medaillen oder Preisen messen. Dazu ist längst nicht jeder geboren. Doch wenn wir Erfolg wieder angemessen honorieren, wenn wir vor allem honorieren, dass jemand nach einer Niederlage wieder Aufsteht und einen neuen Anlauf nimmt, dann geht es mit dem Land auch wieder aufwärts?

Wie ich zu diesem Thema komme? Ich habe im Fernsehen einige Gespräche zur Entwicklung im Deutschen Eisschnelllauf verfolgt. Leider hörte ich da zwar einige kritische Anmerkungen, aber ansonsten waren nur Allgemeinplätze zu hören. Von Erfolgshunger, der geweckt und dann vor allem gestillt werden muss, kamen nur wenig. Es reicht nicht, dass auf zehn deutsche Nachwuchsläufer in den kleinen Niederlanden 100 kommen. Es reicht auch nicht, wenn man auf einer Pressekonferenz feststellt, dass nahezu alle Menschen in den baltischen Ländern englisch sprechen und es dort flächendeckend freies Internet gibt.

Wir müssen begreifen, dass wir international nur bestehen können, wenn wir erfolgreich sein wollen, wenn wir Erfolgreichen nacheifern und wenn wir Erfolg bejubeln - ohne ein "na ja" oder ewige Bedenken.

 


Veröffentlicht am: 23.03.2014

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