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27.03.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Merkwürdige Kirche

Keinen Kölner Dom, keinen Petersdom mehr...

Ich wundere mich nicht erst seit der angeblichen Affäre um den nunmehr zurückgetreten wordenen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Wieso will die Papstkirche - vor allem die in Deutschland unbedingt dem Zeitgeist Folge leisten? Wer eine andere christliche als die katholische Kirche als eine spirituelle Heimat möchte, dem stehen doch die Türen vieler anderer Gemeinschaften, von der evangelischen Kirche bis zu den Zeugen Jehovas offen.

Noch weniger verstehe ich die Aufregung um den - zugegeben teuren - Bischofspalast in Limburg. Was hat der Mann anderes gemacht, als die Kirche es seit vielen Jahrhunderten macht? Er hat einen Prunkbau errichtet. Na ja, was neidische Kleingeister als Prunkbau bezeichnen. Man stelle sich einmal vor, unsere Vorfahren hätten ähnlich auf die Bautätigkeit von Kirche, Adel und Bürgertum reagiert. Dann gäbe es keinen Petersdom, keine Papstresidenz in Castel Gandolfo, keinen Kölner Dom, kein erzbischhöfliches Palais in Prag. Was wären heutige Museen ohne die Prunksucht von Kirchenfürsten, ohne die religiösen Bilder von Tizian, El Greco, Dürer, Chagall und wie all die Meister sonst heißen?

Ohne die Prunksucht der Kirche hätte es die abendländische Kunst, auf die wir uns im Westen nicht ohne Grund und mit viel Stolz so viel einbilden, nicht gegeben. Und man stelle sich einmal vor, wie teuer, wie aufwändig die früheren Kirchenbauten und Wohnhäuser der Kirchenoberen im Vergleich zu den Behausungen der Menschen vor Tausend oder fünfhundert Jahren waren. Damals waren zweistöckige Häuser der pure Luxus - wie heute eine Villa am Comer See. Wäre Franz-Peter Tebartz-van Elst wie seine Vorgänger, dann wäre der Bischofssitz das größte, höchste, schönste und teuerste Gebäude in Limburg und weit darüber hinaus. Ich kenne die Stadt nicht, befürchte aber, dass die Residenzen von Banken und Versicherungen sicherlich der kirchlichen Residenz in nichts nachstehen, wenn sie nicht noch üppiger ausgefallen sind.

Ja, die Kirche soll sich für die Armen einsetzten. Ja, die Kirche soll und muss auf ihre Finanzen achten. Aber, die Kirche ist eines der reichsten Unternehmen mit riesigen Ländereien, mit riesigen Mengen an Gold und Edelsteinen in ihrem Besitz, mit in ihrem Wert nicht zu beziffernden Kunstschätzen, Gebäuden und anderen wertvollen Gütern. Wenn man Armut bekämpfen will, wozu setzt man diesem schnöden Mamon nicht dazu ein?

Ich finde, Kirche und gerade die katholische, muss auch Präsenz, städtebaulich Präsenz zeigen. Muslimische Glaubensgemeinschaften machen uns das gerade vor und errichten Land auf, Land ab Moscheen. Warum auch nicht.

Aber, warum setzt die Kirche nichts dagegen? Weil wir weniger glauben und dafür lieber neidisch sind? Weil wir keine sichtbaren Äußerungen unseres Glaubens mehr wollen? Weil uns peinlich ist, als gläubiger Mensch, als Christ "geoutet" zu werden? Ist das der Grund, dass wir Kirchen, das wir kirchliche Gebäude verkaufen, anstelle neue zu bauen?

Ich mache mir jetzt mein Frühstück und ärgere mich noch eine Weile über die Kirche.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 27.03.2014

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