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Aufgespießt: Vater werden

(Helmut Harff / Chefredakteur) Wenn es um Kinderlosigkeit geht, geht es entweder um Paare - das ist einsehbar - oder um Frauen. Das kann ich nachvollziehen. Nachvollziehen kann ich nicht, dass Männer dabei keine Rolle spielen. Halt, dass stimmt nicht: Als Samenspender werden sie, werden wir hin und wieder gebraucht.

Wie kann ein Mann, der einen Kinderwunsch hat, sich den erfüllen? Antworten erhoffte ich mir von Deutschland Radio Kultur. Da unterhielt sich Moderation Gisela Steinhauer mit dem Journalisten, Buchautoren und Kulturwissenschaftlern Andreas Bernard und dem Reproduktionsmediziner Heribert Kentenich zu dem Thema "Wie hat die Reproduktionsmedizin unsere Sicht auf das Kinderkriegen verändert?".

Ja, Männer kamen als Partner einer Frau mit Mutterwunsch und wie schon gesagt als Samenspender vor. Das Männer, auch solche ohne Partnerin oder Partner, gern Vater wären, war wieder einmal kein Thema. Schade, so meine Einschätzung. Ich hätte hier gern mehr erfahren und stellte meine diesbezügliche Frage direkt in die Sendung.

Die Antwort von Andreas Bernard, Autor des Buches "Kinder machen. Neue Reproduktionstechnologien und die Ordnung der Familie", relativ knapp aus. Er bestätigte, dass diese Frage bisher kaum beleuchtet wird und Männer eigentlich keine Chance auf ein Kind hätten. Der Grund liegt auf der Hand: Das Kind müsste von einer Leihmutter ausgetragen werden, und das ist bekanntlich in Deutschland verboten. Andreas Bernard sprach von einem noch immer vorherrschenden archaischen Familienbild. Heribert Kentenich verwies darauf, dass im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD steht, dass Leihmutterschaft dem Menschenrechten wiederspräche. Er fragte, welchen Menschenrechten denn? Denen des geborenen Kindes oder denen der Frau, die sich freiwillig und offiziell als Leihmutter zur Verfügung stellt?

Vater sein, dass ist bis heute in der Gesellschaft höchstens ein marginales Thema. Ja, für die Mütter muss man rote Teppiche ausrollen. Für sie muss man goldene Brücken bauen, über die sie zu Kind und Karriere schreiten können oder gar in einer Sänfte getragen werden. Väter spielen da, wie schon gesagt, kaum eine Rolle. Wann geben die Frauen eigentlich ihren Alleinvertretungsanspruch am Kind ab? Wann fragt man endlich, wie Väter Beruf und Vater sein verbinden können? Wieso müssen Väter erst noch einmal im Rentenalter Kinder zeugen um nach eigenen Aussagen das Aufwachsen eines Kindes, ihres Kindes erleben und genießen zu können?

Es wird wirklich Zeit, dass Männer um ihre Gleichberechtigung - um ihre gesellschaftliche und juristische Gleichberechtigung - als Väter kämpfen. Väter sind sicherlich nicht die besseren Mütter, doch wenn es um das Kindeswohl geht - wie es im Gesetzt steht - dann muss der Vater die gleichen Pflichten und vor allem die gleichen Rechte haben, wie eine Mutter. Aus meiner Sicht sind wir davon noch Lichtjahre entfernt.

 


Veröffentlicht am: 31.03.2014

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