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Arne Hoffmann: Not am Mann – Sexismus gegen Männer

Eine Rezension von Dr. Karin Jäckel

Wer sich heute - wie der Autor Arne Hoffmann mit seinem neusten Werk „Not am Mann, Sexismus gegen Männer“ (Gütersloher Verlagshaus, 2014) - für den Mann als gleichermaßen förderungswürdige Spezies wie die Frau ausspricht, wer praktizierte Gleichberechtigung und Förderung auch für den Mann einfordert, wer sich gegen den feministischen Polit-Trend wendet, in Frauen grundsätzlich schwache, förderungsbedürftige, auf privaten wie beruflichen Existenzebenen bevorzugt zu behandelnde „Opfer“ männlicher Dominanz zu sehen, wer die Ergebnisse seit Jahrzehnten erfolgreich praktizierter Mädchenstärkung und Frauenförderung benennt und in Beziehung zu der ebenso langen „Dämpfung“ von Jungen und Männern setzt, gerät schnell und nachhaltig zwischen die Mühlsteine derer, die sich als Frauenrechtschützende im Sinne des „Gendermainstreaming“ verstehen und ein Engagement für Männerrechte als männliche Opferideologie interpretieren.

Arne Hoffmann ist ein renommierter Autor. In seinen Publikationen thematisiert er mit sachlichem Kalkül und auf der Basis solider Recherchen die gesetzlich verbotene Benachteiligung wegen des Geschlechts, der nicht nur, doch auch in Deutschland immer mehr Jungen und Männer ausgesetzt sind. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Jungen in der Schule bei gleicher Leistung schlechtere Noten als Mädchen erhalten, häufiger durch nicht qualifiziert verschriebene Drogen wie Ritalin ruhiggestellt werden. Ebenso bekannt ist, dass Mädchen in Schule und Ausbildung Dank besonderer Förderung besser abschneiden als Jungen, dass Frauen die Gewinnerinnen auf dem Arbeitsmarkt, dass Jungen und Männer häufiger als sie keinen Ausbildungsplatz erringen und öfter von Arbeitslosigkeit bedroht sind. In weltweiten, auch deutschen Studien ist belegt, dass Jungen und Männer ebenso wie Mädchen und Frauen schweren Menschenrechtsverletzungen wie zum Beispiel sexueller und häuslicher Gewalt ausgesetzt sind und zwar nicht im politisch zu vernachlässigenden Minimalausmaß, sondern nahezu identisch oft.

Dass auch Frauen Kinder sexuell missbrauchen und massiv misshandeln, ja, grausam ermorden, wurde Jahrzehnte tabuisiert und wird bis heute fälschlich als seltene Ausnahme abgetan. Nicht zu vergessen, dass Männer als Väter unter dem längst widerlegten Negativnimbus „Väter sind Täter“, der ihnen vor Jahren aus der feministischen Frauenschützerriege übergestülpt wurde, bis heute mit schwer auszurottendem Misstrauen bei Jugendamtsmitarbeitenden und Familiengerichten belegt werden und im hochstrittigen Trennungs- oder Scheidungsfall weit öfter als Mütter den Entzug ihrer Kinder, die sie lieben und nicht verlieren wollen, zu erdulden haben.

Die Anzahl der bei Gericht meist über Jahre anhängenden Verfahren, in denen ausgegrenzte Väter oft und meist vergeblich bis zum gesundheitlichen und materiellen Ruin um wenigstens ein Umgangsrecht mit ihren Kindern kämpfen, führt zu so hohen Bearbeitungsverzögerungen, dass Deutschland vor dem Europäischen Menschenrechtgerichtshof immer wieder wegen überlanger Verfahrensdauer bestraft wird. Nicht selten wird ausgegrenzten Vätern im „Rosenkrieg“ von Gerichts- oder Jugendamtsseiteder Stachel in die Seele gebohrt, sie sollten sich doch einfach neue Kinder machen oder sich die Seelenpein wegtherapieren lassen. Würden Mütter auf diese Weise seelisch malträtiert, dürfte die Öffentlichkeit des wirksamen Aufschreis der Frauenschützenden gewiss sein. Bei Vätern hört und schaut man in aller Regel einfach weg oder verweist darauf, dass doch in der Mehrheit aller Familienrechtsfälle das gemeinsame Sorgerecht erteilt werde.

„Frauenschutz ist Entzug von Männerprivilegien“, teilte man der Rezensentin einmal schriftlich aus dem Frauenministerium mit. Wer diese Methode in Frage stellt, sieht sich – wie Arne Hoffmann - schnell der gesellschaftlich und gesellschaftspolitisch hoch wirksamen Killerphrasenkeule von Frauenfeindlichkeit und Rechtsextremismus ausgesetzt. Der Autor bekam dies zu spüren, indem er durch eine von der Böll-Stiftung verbreitete Studie des Soziologen Hinrich Rosenbrock nicht nur als unseriös, weil „selektiv“ und „mit problematischen Belegen begründend“, sondern als „Schlüsselfigur der antifeministischen Männerrechtsbewegung“ gebrandmarkt und in die „gefährliche Bewegung“ der „antifeministischen Männerrechtsbewegung“ eingeordnet wurde, die „offen für Rechtsextreme“ sei und „eine Gefahr für die Demokratie“ darstelle.

Tatsächlich handelt es sich bei Arne Hoffmann um einen engagierten Vertreter der Männer wie Frauen geburtsrechtlich wie gesetzlich zustehenden Gleichberechtigung. Nur eben einer Gleichberechtigung, die nicht einseitig ausgerichtet ist, sondern „integral“ wirken soll, Frauen wie Männer gleichmaßen einbinden und in ihren Rechten unterstützen muss.

Dass Arne Hoffmann in der Böll-Studie zu Unrecht auch als „populistischer Medienmacher“ verunglimpft wird, beweist der Autor einmal mehr in seinem aktuellen Werk „Not am Mann, Sexismus gegen Männer“. Mit überzeugender Recherchearbeit, Sachlichkeit und fundierter Sachkenntnis deckt er darin die individuell und gesellschaftlich wirksamen Gefahren der in Deutschland und weltweit politisch korrekten einseitigen Mädchen- und Frauenförderung auf. Er führt die vielschichtigen Facetten der Jungen- und Männerdiskriminierung und deren Folgen vor. Er entlarvt die fehlende Demokratie in der Geschlechterpolitik durch den frauenpolitisch inszenierten Geschlechtermachtkampf um die in einer technologisierten, mechanisierten, roboterbegeisterten Welt immer geringer werdenden Menschen-Arbeitsplätze und Führungspositionen.

Kein Zweifel, in diesem Werk geht es nicht darum, die Schaukel nun in die andere Richtung zu bewegen und einen Abbau von Mädchen- und Frauenförderung zu fordern. Es geht vielmehr darum, endlich beide Geschlechter gleichermaßen zu wertschätzen und in ihrem Menschenrecht auf Gleichheit und Gleichberechtigung zu fördern.

„Not am Mann, Sexismus gegen Männer“ ist ein wertvoller Beitrag auf dem Weg zu einem persönlichen wie gesellschaftlichen Umdenken zugunsten echter Gleichberechtigung und zugleich ein sprachlich ausgereiftes Werk mit hohem Lesevergnügensfaktor.

©Dr. Karin Jäckel, www.karin-jaeckel.de

 


Veröffentlicht am: 16.05.2014

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