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Morgengruß von Helmut Harff: Helm ab

Verstehe einer die Radfahrer

Gestern hatte ich ein Déjà-vu-Erlebnis. Da wurde im Radio über das Urteil der Bundesrichter diskutiert, wonach eine Radfahrerin keine Mitschuld an einem von ihr nicht verschuldeten Unfall hatte, obwohl sie keinen Helm trug. Die Bundesrichter haben damit bestätigt, dass es für erwachsene Radfahrer keine Helmpflicht gibt.

Viele Radfahrer lobten das Urteil. Sie wollen auf ihre Freiheit, ohne Kopfschutz Rad zu fahren nicht verzichten. Es wurde bezweifelt, ob ein Helm immer vor Kopfverletzungen schützen kann. Der Helm sehe nicht schick aus, ruiniere die Frisur, sein uncool und unpraktisch. Ich finde ja auch, dass Bremsen oder gar Klingel und Beleuchtung auch nicht unbedingt ans Fahrrad gehören. Auch hier denken wohl viele Radler so. Man muss sich nur einmal Räder ansehen.

Doch zu meinem Déjà-vu: Diese schwachsinnige Diskussion gab es schon einmal - allerdings von Autofahrern. Die wehrten sich in den 1970er Jahren gegen die Gurtpflicht mit genau den - Verzeihung - dämlichen Argumenten. Klar kann ein Helm nicht alle Kopfverletzungen verhindern. Ein Balkongitter kann auch nicht in jedem Fall den Sturz von selbigem verhindern. Doch wer würde in eine Wohnung ziehen, wo das Balkongitter fehlt?

Zurück zum Helm. Komisch ist ja, dass die Helmpflicht für radelnde Kinder besteht, die Erwachsenen aber als Vorbild nicht taugen sollen. Warum braucht ein Kind auf seinem kleinen Rad einen Helm. Die fallen doch nicht so tief, wie ihr 1,90 Meter großer Vater, könnte man zynischer Weise fragen. Klar, man will das Kind vor schweren Unfällen schützen. Und die Erwachsenen?

Was bedeutet das Urteil? Formal haben sich die Richter an geltendes Recht gehalten. Doch man hätte ja dem Gesetzgeber mit auf den Weg geben können, hier gesetzlich nachzubessern. Das hat der BGH ja schon häufiger getan. Doch nichts dergleichen. Man knickt in diesem Land regelmäßig vor der Radfahrerlobby und der großen Gruppe von radelnden Wählern ein. Radfahrer leben faktisch in einem rechtsfreien Raum. Sie kaufen sich ein Rad oder basteln sich das zusammen ohne das jemand je dieses auf Verkehrssicherheit prüft. Für Radwege und Rad-Parkplätze werden Milliarden Euro ausgegeben, ohne das die Radfahrer dafür zur Kasse gebeten werden.

Nun darf die Gemeinschaft auch noch dafür gerade stehen, wenn ein Helmmuffel sich am Kopf verletzt. Da kann ich mir nur an den Kopf fassen. Die Forderung kann nur lauten: Helm auf.

Ich mache mir jetzt unbehelmt mein Frühstück. Mal sehen, ob wir die Helmpflicht nicht doch noch bekommen. Die Gurtpflicht wurde auch Wirklichkeit. Vielleicht  habe ich ja noch einmal ein Déjà-vu-Erlebnis der positiven Art.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Radeln Sie mit Helm?

 


Veröffentlicht am: 18.06.2014

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