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Morgengruß von Helmut Harff: Quotenwahnsinn

Die spinnen, die Grünen

Wer regelmäßig diese Kolumne ließt, weiß, dass ich von einer Quote für Frauen nicht viel halte. Geht es um eine solche für Führungspositionen, sehe ich rot. Nein, eigentlich sehe ich dann grün.

Das liegt daran, dass die Grünen gerade gefordert haben, die bisherige Quote von 30 Prozent auf 40 auszuweiten. Außerdem wollen die Grünen diese Quote auf alle Führungspositionen ausdehnen. Komisch, dass es die ach so frauenfreundlichen Grünen bis heute nicht einmal geschafft haben, dass 40 Prozent ihrer Mitglieder Frauen sind. Sieht man sich die Postenverteilung - Parteivorsitz, Bundesgeschäftsführer und Bundesschatzmeister - an, so taucht da auch nur eine Frau auf. Als ehemaliges Mitglied weiß ich auch, dass es teilweise gar nicht möglich ist, die parteiinterne Frauenquote zu erfüllen.

Frauen an die Macht, dass forderte in der DDR vor genau 50 Jahren der 1. Frauenkongress der DDR. Trotz Diktatur und absoluter SED-Macht gelang das bis zum Ende des Arbeiter- und Bauernstaates nicht. Ja, die DDR-Frauen gingen zu fast 100 Prozent einem Job nach. Doch in den Leitungsebenen waren sie mindestens genauso in der Minderheit wie heute. Dies trotz Quote, Frauenförderung und einer Kinderbetreuung rund um die Uhr.

Es sollte uns - auch den Grünen - zu denken geben, dass bei einem Bevölkerungsanteil von 50,9 Frauen (Statistisches Bundesamt, Stand 31.5.2012), noch immer die Männer die Mehrzahl der Wahlämter besetzen. Für mich erstaunlich ist auch, dass mehr Frauen als Männer ein Studium absolvieren, aber nur 20 Prozent als Professorin ihre Brötchen verdienen.

Nicht anders sieht es in der Wirtschaft aus. Hier sind nach Angaben des zuständigen Ministeriums 30 Prozent der Führungskräfte weiblich. Betrachtet man die Großunternehmen, so sinkt der Frauenanteil auf 13 Prozent in Aufsichtsratspositionen und auf nur 4 Prozent in Vorstandspositionen.

Ehrlich, ich weiß nicht, warum es so wenige Frauen in Führungspositionen gibt. Sind es die bösen Männerseilschaften, sind es die weniger netztwerkenden Frauen, ist es die Tatsache, dass Frauen die Kinder bekommen, sind es objektive oder subjektive Benachteiligungen? Ist es vielleicht auch einfach so, dass Frauen solche Posten weniger als Männer anstreben? Wie gesagt, ich weiß es nicht.

Nur eines scheint klar, Quoten, aber auch mehr Kindergartenplätze und Frauenförderpläne (gab es in der DDR), mehr Kinder- und Elterngeld, überhaupt mehr Staat, sind nicht die geeigneten Mittel, Frauen in Spitzenpositionen zu bringen. Ich bin überzeugt davon, dass  hier nur ein Umdenken helfen kann. Wir brauchen ein anderes Rollenverständnis von Frauen und Männern. Frauen müssen sich von ihrer traditionellen Rolle ebenso wie die Männer verabschieden - wenn es alle für erstrebenswert halten, dass Frauen zu 40 oder gar mehr Prozent in allen Hierarchieebenen zu finden sind. Frauen müssen ihre Rolle als Frau und Mutter überdenken und Männer die ihre als Ernährer, als Bestimmer. Doch es wird sicherlich einige Generationen dauern, bis wir ein Jahrtausende gelebtes Rollenverhalten überwinden.

Quoten, liebe Grüne und sonstige Gutmenschen helfen da kaum. Wenig hilfreich ist auch gebetsmühlenartig die Gleichberechtigung zu fordern. Ich möchte die nicht. Ich möchte Chancengleichheit für alle, unabhängig vom Geschlecht, Gebrechen, Religion, Herkunft oder was man sonst noch so an Unterschieden zwischen uns Menschen ausmachen kann.

Ich mache mir jetzt mein völlig quotenfreies Frühstück.

Ihnen wüsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 25.06.2014

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