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Morgengruß von Helmut Harff: Freunde

Die sollte man sich selber suchen

Freundschaften sind etwas schönes. Freunde braucht jeder. Wer keine hat, ist arm dran, steht abseits. Deshalb ist jeder daran interessiert, Freunde zu haben. Darauf beruht unter anderem der Erfolg von Facebook. Hier ist es ganz einfach, zu vielen Freunden zu kommen.

Doch im realen Leben ist das schwieriger. Da muss man einiges dafür tun, eines anderen Freund zu sein. Freundschaft kommt nicht von ungefähr. Freundschaft will wachsen, hat viel mit Vertrauen, mit gegenseitigem Respekt, mit der Begegnung auf Augenhöhe zu tun.

Nun gibt es Menschen, die haben es nicht leicht, jemanden Freund zu werden. Also versucht man alles, um jemanden Freund zu sein. Zumeist endet das in Abhängigkeit, in Unterordnung. Freundschaft ist das nicht, eher das Ausnutzen des einen durch den anderen.

Was für Menschen gilt, trifft auch auf Staaten zu. Wenn der eine, der Große, den anderen gerade besetzt hat, ihn zu Boden geworfen hat, so kann er die Bedingungen für eine Freundschaft diktieren. Wenn der Besiegte nicht ohne einen Freund dastehen will, so beugt er sich dem Diktat des Großen. Als DDR-Bürger weiß ich, wovon ich rede. Der große Bruder, die Freundschaft zur Sowjetunion begleitete mich meine gesamte Lebenszeit im Arbeiter-und-Bauernstaat.

Freundschaft zu den Sowjetmenschen war verordnet, war sogar organisiert. Komisch nur, dass ich die Freunde nur mit Schwierigkeiten besuchen konnte. Meine russisch sprechenden Freunde durften auch nicht zu mir kommen. Komisch auch, dass der eine dem anderen diktierte, wie die Freundschaft auszusehen habe.

Nun hatte nicht nur Deutschland Ost einen übermächtigen Freund. Deutschland West ging es nicht besser. Nur der große Freund der Westdeutschen machte einiges geschickter als der der Ostdeutschen. Er hatte reichlich zu essen, Millionen Dollar, Kaugummi, Coca Cola und die Jeans. Doch großer Freund bleibt großer Freund. Er sagt wo es lang geht, kann sich viel mehr heraus nehmen, als der kleine Freund.

Das ist bis heute so. Verwunderlich ist für mich nur, dass der gar nicht mehr so kleine Freund bis heute mit weit offenem Mund und unendlichem Grundvertrauen auf den großen Freund blickt. Bis heute kann der große mit dem kleinen Freund faktisch machen was er will. Er kann ihn beispielsweise hemmungslos ausspionieren. Klar, das hat er wahrscheinlich schon seit Jahrzehnten nicht anders gemacht. Warum also etwas ändern.

Was mich nur wundert, dass der kleine Freund noch immer nicht begriffen hat, wie diese Freundschaft funktioniert. Der eine sagt wo es lang geht und der andere hält den Mund. Der große Freund macht, was ihm nützlich erscheint, egal was der kleine davon hält. Will der kleine das nicht mehr, so muss er sich emanzipieren, muss endlich dafür sorgen, dass sich beide Freunde auf Augenhöhe begegnen. Geht das nicht, so muss der kleine Freund dem übermächtigen auch mal klar machen, dass man auf solche Art von Freundschaft nicht erpicht ist.

Freundschaften halten häufig länger als Ehen. Doch auch die meisten freundschaftlichen Beziehungen gehen irgendwann in die Brüche. Vor allem dann, wenn der große Freund nicht begreifen will, dass Freundschaft viel mit Vertrauen, mit gegenseitigem Respekt, mit der Begegnung auf Augenhöhe zu tun hat.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Wieso kann ich mich eigentlich nicht darüber wundern, dass die USA beim BND einen Agenten platziert hat?

Ihnen wüsche ich ein genussvolles Frühstück - vielleicht mit wirklich guten Freunden.

 


Veröffentlicht am: 05.07.2014

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