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Morgengruß von Helmut Harff: Männer

Wann ist der Mann ein Mann?

Diese Frage stellte sich Herbert Grönemeyer in seinem gleichnamigen Song. Den hatte ich bei der Fußball-Weltmeisterschaft und vor allem beim Empfang der Weltmeister-Mannschaft in Berlin im Ohr.

Nicht, dass der Titel gerade überall gespielt wurde. Schließlich waren ja da auf dem Spielfeld und nun auch auf der Fanmeile nur wahre Kerle zu bewundern. Kerle, die einen Sixpack haben, die keinen (oder doch nur wenig) Schmerz kennen, die trinken und feiern können. Kerle, die über sich hinaus wachsen, die augenscheinlich keinen Schlaf brauchen, die gern in WGs wohnen, die alle in den gleichen Klamotten rumlaufen und - haben Sie es gesehen - sogar die gleiche Uhr tragen. Selbst ihre Frauen und Freundinnen scheinen sie sich kollektiv auszusuchen. Sie sind alle sehr hübsch, schlank und mehr oder weniger langbeinig. Nein, jetzt kommt nichts zur Größe von Philipp Lahm.

Doch da waren auch Kerle, die zeigten Gefühle. Nein, ich meine nicht die Brasilianer, die so nah am Wasser gebaut haben, dass sie schon beim Abspielen ihrer Nationalhymne in Tränen ausbrachen. Ich meine auch nicht die Argentinier, die nach ihrer Finalniederlage die Tränen verständlicher Weise nicht zurück halten konnten.

Ich meine die Kerle, die gar nicht von einander lassen konnten. Die sich ständig umarmten, sich sogar küssten. Die völlig von ihren Emotionen übermannt wurden. Manche, wie der Schütze zum 1:0 gegen Argentinien Mario Götze, wie der Welttorwart Manuel Neuer, wie Bundestrainer Joachim "Jogi" Löw, wie auch Miroslav Klose, ziehen es vor, eher still zu jubeln. Klose, bester WM-Torschütze aller Zeiten musste dann auch sehr heftig schlucken, als ihm Mannschaftskameraden vor 400.000 Berlinern auf der Fanmeile ein Ständchen brachten.

Andere, wie Bastian Schweinsteiger, Per Mertesacker oder Lukas Podolski, lassen dagegen so richtig die Sau raus. Sie müssen ihre Emotionen zeigen, müssen sie hinaus schreien. Ich glaube, sie würden platzen, wenn sie das nicht täten.

Ja, Männer sind so wie die Kicker unser Weltmeistermannschaft. Sie sind hochemotional, sie brauchen - auch untereinander - den Körperkontakt. Sie wollen sich in den Arm nehmen. Sie wollen albern sein, sie wollen feiern und die Sau raus lassen. Sie wollen aber auch einmal für sich sein, sind nachdenklich. Sie wollen reflektieren, wollen begreifen, was da passiert ist.

Ich glaube, unsere Nationalkicker haben eine sehr gute Antwort auf die Grönemeyerfrage "Wann ist der Mann ein Mann" gegeben. Eine kurze Antwort darauf gibt es eben nicht. Doch wer das erwartet hat, kennt die Männer nicht wirklich oder kann sich von seinen Klischees nicht trennen.

Um hier keinen falschen Zungenschlag oder gar eine unnötige Diskussion aufkommen zu lassen: Männer, die sich umarmen, die sich küssen, tun das, weil ihnen gerade so ist. Das hat nichts, das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass sie den Mann lieben. Männer machen das mit guten Freunden, mit guten Kumpels so. Männer umarmen sogar einander bei einem Sieg ihrer Fußballmannschaft, wenn sie sich gar nicht kennen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück - ganz männlich.

Ihnen wüsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 16.07.2014

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