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26.09.2017

 

 

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E-Zigarette: Viel Dampf um nichts?

Elektronische Zigaretten bergen Risiken für die Gesundheit

Die Zahl der Raucher in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Die Konsumenten von sogenannten E-Zigaretten nehmen jedoch seit deren Einführung in Deutschland 2007 stetig zu. Das gilt vor allem, seitdem zum Schutz der Nichtraucher in immer mehr Bundesländern Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden, Restaurants oder den öffentlichen Verkehrsmitteln gelten. Auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind die elektronische Zigarette und deren „Schwester“, die elektronische Shisha, sehr beliebt.

Laut einer im Auftrag von ERGO durchgeführten repräsentativen Umfrage von Ipsos* hat bereits jeder Zehnte im Alter von 16 bis 24 Jahren Erfahrungen mit E-Shishas. E-Zigaretten haben sogar bereits 13 Prozent dieser Altersgruppe probiert. Aus welchen Inhaltsstoffen die E-Zigarette besteht und welche Auswirkungen der Dampf auf die Gesundheit haben kann, erläutert Dr. Wolfgang Reuter von der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Was ist der Unterschied zwischen herkömmlichen Tabakzigaretten und E-Zigaretten? Welche Inhaltsstoffe stecken in dem elektronischen Genussmittel?
Dr. Wolfgang Reuter:
Die E-Zigarette, auch elektronische oder rauchfreie Zigarette genannt, ist ein Inhalator, der einer herkömmlichen Zigarette oft in ihrer äußeren Form ähnelt. Einige Geräte sind mit LEDs ausgestattet. Dadurch sieht es so aus, als würde die Zigarette brennen. Anders als der übliche Glimmstängel verbrennt die E-Zigarette jedoch keinen Tabak, sondern verdampft eine in Kartuschen befindliche Flüssigkeit, ein sogenanntes Liquid. Es ist mit oder ohne Nikotin erhältlich. Unterschiedliche Aromastoffe, wie zum Beispiel Apfel, Vanille, Menthol oder Chili sind für den Geschmack verantwortlich. Doch auch nikotinfreie E-Zigaretten sind nicht harmlos. Die Basis des Liquids ist Propylenglykol, ein Lösungsmittel, das auch in Diskotheken oder auf Theaterbühnen als Nebel versprüht wird. Weitere Inhaltsstoffe, wie Chemikalienzusätze oder pharmakologische Wirkstoffe sowie die verschiedenen Duft- und Aromastoffe, können zu allergischen Reaktionen oder Reizungen der Atemwege führen.

Immerhin 22 Prozent der 25 bis 39-Jährigen haben Erfahrung mit elektronischen Zigaretten, so ein weiteres Ergebnis der Ipsos-Umfrage. Denn E-Zigaretten gelten gemeinhin als gesunde Alternative zum Rauchen und als geeignetes Mittel zur Rauchentwöhnung. Stimmt das? Und was gilt für Passivraucher der elektronischen Zigaretten?
Dr. Wolfgang Reuter:
Bisher gibt es keine verlässlichen wissenschaftlichen Studien darüber, welche Gesundheitsbelastungen, Nebenwirkungen oder Langzeitfolgen die elektronische Zigarette mit sich bringen kann. Selbst wenn sie im Vergleich zu Tabakzigaretten weniger schädlich sein mag, so ist ihre Unbedenklichkeit derzeit nicht erwiesen. Die Gefahr für Dritte ist noch schwerer abzuschätzen. Mit dem Dampf gelangen in jedem Fall flüchtige organische Stoffe in die Umgebung, darunter krebserregende und süchtig machende Substanzen. Fest steht, dass Passivraucher die feinen Inhaltsstoffe der E-Zigarette über die Luft aufnehmen können. Kinder oder Schwangere sollten die unmittelbare Nähe der akkubetriebenen Glimmstängel also besser meiden. Übrigens: Obwohl viele Raucher hoffen, dass E-Zigaretten bei der Rauchentwöhnung helfen, gibt es auch darüber noch keine belastbaren Forschungsergebnisse. Experten befürchten im Gegenteil, dass E-Zigaretten oder E-Shishas ein Einstiegsprodukt für Jugendliche und Nichtraucher sein können.

Offizielle Stellen wie das Deutsche Krebsforschungszentrum oder das Bundesinstitut für Risikobewertung warnen insbesondere vor dem Konsum von E-Zigaretten, die im Internet bezogen werden. Zu Recht? Was ist das Gefährliche an ihnen?
Dr. Wolfgang Reuter:
Was viele Konsumenten nicht wissen: E-Zigaretten unterliegen keinen Qualitätskontrollen! Auch gesetzliche Vorgaben, was genau die E-Zigaretten enthalten dürfen und wie sie deklariert werden müssen, fehlen in Deutschland bislang. Produkte aus dem Supermarkt oder Tabakwarenladen gelten dennoch nach Expertenmeinung als risikoärmer im Vergleich zu Zubehör aus dem Internet. Denn bei Online-Shops können Verbraucher Qualität und Zusammensetzung der Inhaltsstoffe nicht überprüfen. Konsumenten sollten sich insbesondere vor billigen Geräten und Liquids aus dem Ausland in Acht nehmen! Denn bei minderwertiger Verarbeitung sind Verletzungen durch Überhitzung nicht ausgeschlossen. Außerdem können fehlerhafte Produkte zu einer unbeabsichtigten Überdosierung führen. In einigen Angeboten aus dem Ausland finden sich auch zusätzliche schädliche Inhaltsstoffe, wie Appetitzügler, Potenzmittel oder Verunreinigungen mit Pharmaka. Wichtig: Konsumenten sollten niemals selbst eigene Liquids zusammenmischen! Denn die Substanzen vieler Internet-Rezepte bergen unkalkulierbare Risiken für die Gesundheit.

Foto: ERGO Versicherungsgruppe

*Quelle: Ipsos i:Omnibus

 


Veröffentlicht am: 24.07.2014

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