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Morgengruß von Helmut Harff: Wie war das

Ich wundere mich immer wieder

Zu DDR-Zeiten hat mich - ein in der DDR lebender - die Staatssicherheit oder kurz genannt Stasi kaum interessiert. Ich wusste oder ahnte, wer da seine Berichte schreibt. Ich wusste auch, dass man über mich Erkundungen einzog. Doch ich habe diese zumeist armseligen Figuren nicht so ernst genommen.

Stasi, das war für mich eher etwas, über das man sich lustig gemacht hat. Für mich war die Mielke-Truppe eher Anlass zum Spott. Wenn mich wirklich etwas geärgert hat, wenn ich wollte, dass man über Dinge anderer Orts redet, dann erzählte ich das jemanden, von dem ich glaubte, dass er IM war. Das war es aber auch schon mit mir und der Stasi.

Dafür höre ich seit 25 Jahren immer wieder etwas zu dem Thema. Eines hat die DDR-Staatsicherheit augenscheinlich geschafft: Sie hat viele andere DDR-Organisationen deutlich überlebt. Wer redet noch von Organisationen wie der FDJ, der DSF, dem FDGB, dem DTSB oder der GST (Spätgeborene oder Nicht-DDR-Bürger mögen googlen)?

Nun hörte ich gestern im Radio, dass die Stasi-Mitarbeiter, dass alle, die einer Diktatur gedient haben, feige Menschen sind. Klar gab es Feiglinge darunter, aber auch solche, die aus Überzeugung handelten oder die erpresst wurden. Waren aber nicht auch die feige, die zu Strauß-Zeiten in Bayern gegen die eigene Überzeugung in die CSU eintraten? War es nicht dagegen mutig oder sogar ziemlich verrückt, damals ein Sozi zu sein?

Noch eines geht mir bei dem Thema immer wieder durch den Kopf: Gab es eigentlich niemand aus Deutschland West, der in der DDR spioniert hat? Gab es niemand aus der BRD, der als Mitarbeiter eines Nachrichtendienstes DDR-Bürgern geschadet hat? Gab es niemand vom BND, der in der DDR "gearbeitet" hat, obwohl wir im Osten ja als deutsche Staatsbürger galten und der BND für uns gar nicht "zuständig" war?

Ich habe - zumindest erinnere ich mich nicht - noch nie etwas über die Arbeit von bundesdeutschen Nachrichtendiensten in der DDR gehört. Vielleicht lag das daran, dass es da einfach nichts zu berichten, zu recherchieren gab. Das würde zumindest erklären, dass man weder vom Mauerbau, noch von deren Fall im Westen zuvor etwas wusste. Ich glaube allerdings nicht, dass die westdeutschen Schlapphüte die DDR links liegen ließen.

Wann erfahre ich endlich einmal etwas über die Aktivitäten von Westagenten im Osten? Wann erfahre ich endlich einmal etwas darüber, wer da Landsleute jenseits des Eisernen Vorhangs, jenseits der Interzonengrenze, jenseits des Antifaschistischen Schutzfalls bespitzelt hat? Nicht, dass ich an wirklich brisante Enthüllungen, an Erpressungen oder Mordkomplotte glaube. Ich möchte nur wissen, ob und was es da gab. Ich finde, dass wäre nur fair gegenüber den Brüdern und Schwestern im Osten.

Stasi hin, BND her, ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 29.07.2014

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